1. Sport
  2. Fußball
  3. 1. FC Köln

1. FC Köln: Ein Team macht Fortschritte

1. FC Köln : Ein Team macht Fortschritte

Nach der Vorbereitung sind beim 1. FC Köln noch viele Fragen offen. Wie gut die Mannschaft ist, lässt sich bislang kaum beurteilen. Trainer Steffen Baumgart ist aber optimistisch.

Ungeschlagen hat der 1. FC Köln seine Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison beendet, es gab vier Siege und zwei Unentschieden. Doch wo die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart vor dem Pflichtspielauftakt am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal bei Regionalligist Carl Zeiss Jena wirklich steht, das lässt sich nach den Spielen gegen vornehmlich unterklassige Gegner, die die Kölner nicht immer genug forderten, nicht leicht beantworten.

Nicht einmal für den neuen Coach, der sich nach dem 1:1 in der Generalprobe gegen den niederländischen Zweitligisten Roda Kerkrade allerdings sehr zufrieden mit der Vorbereitung zeigte. „Mein Fazit der Vorbereitung ist komplett positiv“, sagte er. „Der Weg ist gut, aber er ist noch nicht zu Ende. Man spürt, dass die Jungs umsetzen wollen, was wir uns vornehmen, wohin wir wollen. Auch wenn noch nicht alles klappt.“

Gegen Kerkrade spielte der FC vor allem in der ersten Halbzeit eine Fülle an Torchancen heraus, das ist positiv, doch beim Ausnutzen dieser zeigte er sich geradezu verschwenderisch. Beim Gegentor durch Denzel Jubitana (37. Minute) lief der FC nach einem Ballverlust zu leicht in einen Konter, war zu weit aufgerückt.Tim Lemperles später Treffer rettete zumindest das Remis (86.).

Doch Ergebnisse sind in der Vorbereitung nebensächlich, entscheidend sind die Fortschritte der Mannschaft, in der gegen Roda mit Innenverteidiger Timo Hübers und Rückkehrer Mark Uth zwei Neuzugänge in der Startelf standen. Und Fortschritte sind zweifelsohne zu erkennen. Man sieht, wie der FC spielen will. Unermüdlich laufen die Spieler den Gegner früh an, attackieren, bringen Tempo ins Spiel. Das ist deutlich attraktiver als das abwartende und auf Sicherheit bedachte Spiel unter Baumgarts Vorgänger Markus Gisdol. Die rund 1400 Zuschauer im Franz-Kremer-Stadion goutierten es mit viel Applaus.

Die Spielidee kann aber auch anfälliger sein. Die Kölner waren in den vergangenen beiden Jahren ein über weite Strecken verunsicherter Abstiegskandidat und haben sich bisher nicht so sehr verstärkt, dass ein höheres Niveau die logische Folge wäre. Aber Baumgart versucht, die Spieler auf dieses Niveau zu heben. Und kalkuliert ein, dass es „gewisse Wellentäler“ geben könnte.

Der Coach weiß, woran gearbeitet werden muss. „Wir hatten viele Ballgewinne, aber am Ende ist Fußball Ergebnissport. Der Gegner hatte eine Torchance und vier, fünf Kontersituationen. Wir müssen den Gegner noch mehr bestrafen für das, was er anbietet“, sagte Baumgart. Und ob der FC im Gegensatz zur vergangenen Saison, in der er 60 Gegentore kassierte, defensiv besser steht, wird sich erst in Partien gegen qualitativ stärkere Teams zeigen.

In der kommenden Woche stehen für den Trainer viele Gespräche an. Er wird mit den Spielern über das Saisonziel sprechen. Den FC nur irgendwie in der Liga zu halten, das ist nicht der Anspruch von Baumgart. „Ich höre immer, was wir erreichen wollen. Dann habe ich noch ein paar andere Ziele“, sagte der Coach.

Zum Beispiel im Pokal. „Der DFB-Pokal ist ein Wettbewerb, in dem es darum geht, nach Berlin fahren zu wollen“, sagte der frühere Stürmer unverblümt. Gespräche mit den älteren Spielern über die Besetzung des Mannschaftsrats wird es auch geben, doch diesen will Baumgart selbst bestimmen. Der Kapitän bleibt indes der gleiche: Jonas Hector wird den FC auch in die neue Saison führen.