1. Sport
  2. Fußball
  3. 1. FC Köln

Endspiel für Beierlorzer: Ein FC-Spiel, das spürbar anders ist

Endspiel für Beierlorzer : Ein FC-Spiel, das spürbar anders ist

Für Kölns Trainer Achim Beierlorzer ist die Begegnung gegen 1899 Hoffenheim nach der Vorstands-Entscheidung auch ein persönliches Endspiel. Gefordert ist jedoch die Mannschaft.

„Spürbar anders“ lautet das Motto, das der 1. FC Köln für sich reklamiert. Dennoch gilt für den Fußball-Bundesligisten, was auch für die anderen 17 Vereine in der Liga zählt: Eigene Treffer machen den Sieg wahrscheinlicher, Gegentore sind da eher kontraproduktiv – und die drei Sieg-Punkte bekommt der Klub, der beim Abpfiff des Schiedsrichters die meisten Tore geschossen hat.

Und weil bei allen drei Komponenten in den zurückliegenden Spielen zu selten der Tabellenvorletzte jubeln durfte, steht am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim so etwas wie ein Schicksalsspiel für Kölns Trainer Achim Beierlorzer an, denn das Präsidium hat nach der Niederlage in Düsseldorf so etwas wie ein Erfolgserlebnis eingefordert, um mit dem 51-Jährigen als Cheftrainer weiterzuarbeiten – dabei allerdings nicht definiert, ob schon ein Unentschieden gegen die Kraichgauer, die aus den zurückliegenden vier Spielen zwölf Punkte geholt haben, als Erfolg zu werten ist.

Aber nicht nur deswegen scheitert Beierlorzer bei dem Versuch, seine Ausführungen nur auf die anstehenden 90 Minuten zu beschränken und nicht „in der Vergangenheit rumzuschwelgen. Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt, auf das, was ich beeinflussen kann.“

„Qualitätsfrage stellt sich nicht“

Denn natürlich ist klar, „hätten wir vier Punkte mehr und wären im Pokal weiter, würden wir ganz anders reden“. So ist es aber nicht. Und natürlich ist ebenso klar, „hätten wir eine bessere Chancenverwertung und nicht so viele unglückliche Gegentore bekommen“, wäre die Ausgangslage ebenfalls entspannter. So ist es aber auch nicht. Und so fordert der FC-Coach von seinen Spielern den mentalen Fallrückzieher, „alles auszublenden, was war, und eine Trotzreaktion zu zeigen“.

Nun, anlassloser Trotz ist nicht die einfachste Übung, zumal laut Beierlorzer stets nur „Nuancen und die Momente gefehlt haben. Richtig schlecht waren wir nur eine Halbzeit lang, und das war gegen Mönchengladbach“, meint Kölns Trainer und stellt sich trotz des großen Drucks hinter die Mannschaft: „Die Qualitätsfrage stellt sich ganz sicher nicht, ich stehe zu 100 Prozent hinter der Mannschaft.“

Viel Zeit bleibt allerdings nicht zwischen dem Sonntagsspiel in Düsseldorf und dem Freitagsspiel im eigenen Stadion, um die fehlenden Nuancen zu finden und somit vielleicht das berühmte Momentum auf seine Seite zu bekommen. Man habe die Videoanalyse des Fortuna-Spiels zeitnah gemacht, damit „es auch am schon am trainingsfreien Tag in den Spielern arbeiten kann“, so der FC-Coach, dem nicht viel mehr bleibt, als an die Basics zu appellieren: „Wir brauchen Herz und Leidenschaft, das ist das mindeste, was die Mannschaft liefern muss“, fordert Beierlorzer ein und hofft auch auf die „bedingungslose Unterstützung“ der 50.000 Zuschauer im Stadion.

Bislang hat es nur eine Trainingseinheit mit dem Fokus auf das Hoffenheim-Spiel gegeben, und der gesamte Kader – mit Ausnahme des angeschlagenen Florian Kainz und Noah Katterbach (Muskelverletzung) steht für das nächste Finalspiel bereit: „Das Ergebnis können wir nicht garantieren, aber den Einsatz“, sagt Beierlorzer. So oder so: Nach dem Spiel wird es jedenfalls spürbar anders sein.