„Effzeh“ gegen Fürth: Auch ohne Modeste ist der 1. FC Köln gefürchtet

„Effzeh“ gegen Greuther Fürth : Auch ohne Modeste sind die Kölner gefürchtet

Selbstverständlich hat auch Rachid Azzouzi zur Kenntnis genommen, dass der 1. FC Köln Anthony Modeste unter Vertrag genommen hat, der Sportdirektor der SpVgg Greuther Fürth reagiert darauf mit Schulterzucken.

„Vielleicht holen sie nach Modeste ja jetzt auch noch Pierre-Emerick Aubameyang“, scherzte der 47-Jährige vor dem Spiel der Franken beim 1. FC Köln am Samstag (13 Uhr). Azzouzi ist in Alsdorf aufgewachsen, er hat bei Hertha und Alemannia Mariadorf das Fußballspielen gelernt, und natürlich kennt er sich auch in Köln aus: Ende der 80er Jahre spielte er in der Jugend des FC, später absolvierte er 44 Zweitligaspiele für Fortuna Köln.

Modestes Einsatz für den FC gegen Fürth ist weitestgehend ausgeschlossen. Das entscheidende Fax aus der Zentrale des Fußball-Weltverbands Fifa in Zürich traf am Freitag nicht im Geißbockheim ein; es gibt also weiterhin keine Spielerlaubnis für den Franzosen. Kölns Trainer Markus Anfang wirkt allerdings nicht gerade beunruhigt da­rüber, dass ihm der prominenteste Stürmer der 2. Liga wohl nicht zur Verfügung stehen wird; er hat andere Prioritäten: „Ich muss mich mit den Tatsachen befassen und kümmere mich um die Spieler, die spielberechtigt sind – daher ist das für mich kein Thema“, sagte der Coach.

Anfang spricht über die Situation mit der Gelassenheit eines Trainers, dem auch ohne den französischen Spitzenmann die stärkste Offensive der Liga zur Verfügung steht. Angeführt von Simon Terodde, der in dieser Saison bereits 17 Tore geschossen hat. Und auch Jhon Córdoba kommt immer besser in Form.

Die Fürther müssen also auf der Hut sein: eine junge Mannschaft, die zuletzt nicht immer ganz sattelfest in der Defensive stand. Fünf Mal in Folge kassierte sie zwei oder mehr Gegentore, in der vergangenen Woche gewann sie gegen den 1. FC Magdeburg erst durch Treffer in der 88. und 93. Minute 3:2.

Die jüngsten Trainingsschwerpunkte ergaben sich damit von selbst: „Uns fehlte die Präsenz in den Zweikämpfen, das war das Thema der Woche“, sagte Trainer Damir Buric (54). Seine Mannschaft habe gute Gründe gehabt, zu üben: „Uns erwartet ein Gegner, bei dem ein Stürmer schon 17 Tore geschossen hat, der zweite Stürmer ist auch kein schlechter – und jetzt haben sie noch einen dritten verpflichtet“, sagte der Kroate. „Das zeigt, was die Kölner für einen tollen Kader haben.“

Anfang würde das vielleicht nicht sofort unterschreiben. Probleme im Sturm hat der Trainer zwar wirklich nicht, und doch hat er die Verantwortlichen unter der Woche zur Suche nach weiterem Personal in der Winter-Transferphase ermahnt. „Wir müssen immer wieder gucken, wie der Markt sich bewegt“, sagte Anfang. „Wir dürfen nicht in Aktionismus verfallen, aber wir dürfen auch nicht stagnieren.“

Auf den Außenbahnen fehlen den Kölnern Alternativen, besonders links herrscht Bedarf. Nationalspieler Jonas Hector wird wegen einer Adduktorenverletzung vorerst ausfallen, bleibt zunächst nur Jannes Horn. Anfang zeigt sich dennoch weitgehend entspannt: „Jeder weiß, was wir spielen lassen wollen.“ Ob mit oder ohne Modeste.