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Köln: Die Stöger-Elf macht HSV zum Spitzenreiter

Köln : Die Stöger-Elf macht HSV zum Spitzenreiter

Im 18. Jahrhundert wollte die preußische Armee herausfinden, wie viele ihre Kavalleristen im Schnitt durch Huftritte zu Tode kommen. Das Ergebnis war eine mathematische Gleichung, mit der hervorragend ganz seltene Ereignisse beschrieben werden können.

Etwa, dass der Hamburger SV wenn auch nur für eine Nacht an der Spitze der Bundesliga-Tabelle geführt wird. Das war zum letzten Mal im August 2009 der Fall. Nun, dieses seltene Ereignis trat erneut ein: Durch den 3:1-Sieg bei der Kölner Heimspielpremiere vor 50.000 Zuschauern eroberte das Team von Trainer Markus Gisdol den Platz an der Sonne in der Fußball-Bundesliga.

„Wir wollen nicht die Fehler aus dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach wiederholen“, hatte FC-Coach Peter Stöger seinen Spielern mit auf de Weg gegeben. Tatsächlich zeigte seine Mannschaft mehr Zug zum gegnerischen Tor, kam häufiger zum Abschluss — und oft fehlte nur die letzte Nuance zum erfolgreichen Abschluss.

Der Ball von Marcel Risse in die Spitze war zu schnell für Leo Bittencourt (4.), der wieder einsatzbereite Yuya Osako zwang HSV-Keeper Christian Mathenia zu einer Glanzparade (6.), Walace stoppte Kölns Angreifer Jhon Cordoba nach einem Chip von Risse (17.), und Lukas Klünter traf nach Ablage von Osako in aussichtsreicher Position den Ball nicht (24.)

Doch auch der Hamburger SV, der ebenso mit einem 1:0-Heimsieg in die Saison gestartet war wie Mönchengladbach, hatte offenkundig nicht vor, deren Fehler zu wiederholen. Denn die Borussia hatte gegen den FC fünf, sechs Gelegenheiten der Marke Topchance liegenlassen.

Der HSV dagegen setzte mit André Hahn, Bobby Wood und Filip Kostic die Kölner Defensive beim Spielaufbau unter Druck, lauerte ständig auf Konterchancen, erzwang Eckbälle und war dann tatsächlich mit einer Gelegenheit erfolgreich, die der Kölner Abwehr in der vergangenen Saison nur ein müdes Lächeln abgerungen hätte: Der Kölner Klärungsversuch nach einer eigentlich schlecht getretenen Ecke rutschte durch bis zu Hahn, der den Ball präzise zum 1:0 flach in die lange Ecke drosch (28.). Nur sechs Minuten später legten die Gäste noch eins drauf: Luca Waldschmidt fand am Kölner Fünfmeterraum Bobby Wood, der nach einer Drehung zum 2:0 für den HSV erhöhte.

Die Kölner Reaktion kam prompt Jonas Hectors Geschoss wurde von Mathenia noch an die Latte gelenkt (42.), Jannes Horn zirkelte kurz vor dem Wechsel am Winkel vorbei. Die Ausbeute wurde auch nach der Pause nicht zählbarer: Sehrou Guirassy verfehlte aus bester Lage den Kasten ebenso wie nur eine Minute später Christian Clemens (48.), der für den angeschlagenen Risse im Spiel war. Dann musste nach knapp einer Stunde Schiedsrichter Felix Brych verletzt vom Platz, und eine der ersten Amtshandlungen des vierten Offiziellen Sören Storks, der ihn ersetzte, war die Gelb-Rote Karte gegen Hamburgs Mergim Mavraj.

Der FC drückte nun in Überzahl, wollte möglichst schnell den Anschlusstreffer erzielen. Frederik Sörensens Anschlusstreffer kam aber zu spät (90.+7), zumal Lewis Holtby wenig später den alten Abstand wiederherstellte (90.+10).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bundesliga: HSV siegt in Unterzahl mit 3:1 in Köln