Köln: Der Kampf um viele Stammplätze ist beim FC noch offen

Köln: Der Kampf um viele Stammplätze ist beim FC noch offen

Nach dem Trainingslager ist vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison: Der 1. FC Köln ist zurück aus Kitzbühel und schon am Samstag, 20. August, steht in der ersten DFB-Pokalrunde das Duell beim Sechstligisten BFC Preußen an. Ein Überblick über den Kampf um die Stammplätze.

TOR

Da Timo Horn in Brasilien im Tor der Olympia-Auswahl steht und Thomas Kessler wegen eines Außenbandrisses im Knie wochenlang ausfällt, wird der 20 Jahre junge Sven Müller in der ersten Pokalrunde am 20. August spielen. Ansonsten ist die Reihenfolge klar: Horn, Kessler, Müller.

ABWEHR

Hier muss differenziert werden zwischen dem Zentrum und den Außenverteidigerpositionen sowie zwischen den Formationen mit Drei-Mann-Abwehr beziehungsweise Viererkette. So oder so sind Dominique Heintz und Dominic Maroh in der Innenverteidigung gesetzt, beide zeigten sich in Kitzbühel formstark und ergänzen sich nach wie vor gut — Maroh bei Bedarf kompromisslos, Heintz als erster Mann für den Spielaufbau. Im 3-5-2-System kämpfen Frederik Sörensen und Mergim Mavraj um den dritten Platz. Sörensen kennt das System aus Italien, Mavraj überzeugte in der vergangenen Saison — ein offener Zweikampf. Lukas Klünter hat so gut wie keine Chance auf Bundesliga-Einsätze.

Für die Position auf der rechten Seite kommen drei Spieler in Frage: Sörensen, der lieber im Zentrum spielt, rechts aber in der vergangenen Saison überzeugte; Pawel Olkowski, der sich nach seiner schwachen, vergangenen Saison vitaler — und überhaupt: besser — präsentiert. Und Marcel Risse, der sich aber jetzt, wo Olkowski wieder ein Faktor ist, in erster Linie seiner Aufgabe auf der offensiven Außenbahn widmen kann.

Für den Platz auf der linken Seite, der in den vergangenen Jahren von Jonas Hector besetzt war, gibt es mit Konstantin Rausch und Filip Mladenovic zwei sehr geeignete Kandidaten. Beide sind zweikampfstark, beide schlagen gute Standardsituationen. Derzeit dürfte Rausch einen hauchdünnen Vorsprung haben — so oder so spricht aber nichts dagegen, dass Hector nur noch im Mittelfeld spielt. Zuletzt trainierte der Nationalspieler ja nur noch dort.

MITTELFELD

Hector ist also auf jeden Fall gesetzt. Rückt er ins Mittelfeld vor, kämpfen um den Platz an seiner Seite dann Matthias Lehmann, Marco Höger und der 18 Jahre junge Salih Özcan, der wunderbare Anlagen besitzt und eine Größe im Kölner Mittelfeld werden kann — dafür bleiben ihm aber noch Monate, ach was: Jahre. Auch Milos Jojic kommt im Zentrum in Frage, der Serbe spielte zuletzt allerdings auch auf der Außenbahn — dafür braucht es Dynamik, Ballsicherheit und Leichtigkeit, all das bringt der neuerdings sehr fitte Jojic mit.

Dass Stöger den Platz an Hectors Seite nicht mit Kapitän Lehmann besetzt, ist schwer vorstellbar — aber möglich. Höger jedenfalls wirkt beruhigend auf das Kölner Spiel, der Neuzugang aus Schalke hat einen guten Überblick, was wo auf dem Rasen geschieht — ein naheliegender Ersatz für Lehmann also. Auch wenn es den nicht zwingend braucht — der Kapitän präsentiert sich wie immer: fit und solide bis gut. Auf den offensiven Außenbahnen sind links Leonardo Bittencourt und rechts Risse gesetzt sein. Als Ersatzmänner kommen neben Jojic auch Rausch, Mladenovic und Olkowski in Frage. Und natürlich Marcel Hartel, der sich aber erst einmal von seinem Mittelfußbruch erholen muss.

ANGRIFF

Anthony Modeste ist ebenfalls gesetzt. Es scheint, dass Stöger künftig so gut wie immer mit zwei Stürmern spielen lassen wird. Für den Platz neben Modeste kommen Simon Zoller, Yuya Osako, Artjoms Rudnevs und Sehrou Guirassy in Frage. Ginge es nur nach fußballerischem Potenzial, wäre Osako alternativlos. Ein Vollstrecker wird aber nicht mehr aus dem Japaner. Bis Guirassy nach seiner Meniskus-OP einsatzbereit ist, kommen, wenn es um mehr Durchschlagskraft geht, eher Rudnevs und Zoller in Frage. Beide sind sehr engagiert, Rudnevs mal unorthodox, Zoller etwas flinker. Ein Duell mit offenem Ausgang.