Der Kader des ersten 1. FC Köln für die Bundesliga-Saison 2019/20

Bundesliga-Saison 2019/2020 : Das ist der Kader des 1. FC Köln

Der 1. FC Köln ist zurück in der Fußball-Bundesliga. Einen großen Umbruch hat es unter Neu-Trainer Achim Beierlorzer nicht gegeben. Umso mehr hat es das Auftaktprogramm der Domstädter in sich. Wir blicken auf den Kader, der in der kommenden Saison die Klasse halten soll.

Nach einjähriger Abstinenz kehrt der 1. FC Köln zurück in die Fußball-Bundesliga. Es war eine seltsame Aufstiegssaison für die Domstädter, gekennzeichnet durch viele Höhe- und Schwächephasen sowie die Entlassung von Trainer Markus Anfang drei Spieltage vor Schluss, als die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus fast schon besiegelt war.

Der Trainerstab

Anfangs Nachfolger heißt nun Achim Beierlorzer und leitete zuletzt die Geschicke beim SSV Jahn Regensburg mit großem Erfolg. Nach seiner Übernahme im Sommer 2017 führte der 51-Jährige den Zweitligaaufsteiger auf Platz fünf, in der vergangenen Saison belegte Regensburg Rang acht in der Abschlusstabelle. „Ich möchte einen sehr aktiven Fußball spielen, so dass unser Umschaltspiel eine richtige Waffe werden kann“, verriet der neue FC-Coach bei seiner Vorstellung und fügte selbstbewusst hinzu: „Wir wollen uns in der Bundesliga etablieren und mit den hinteren Plätzen nichts zu tun haben.“

Unterstützt bei der Mission Klassenerhalt wird Beierlorzer von seinen Co-Trainern André Pawlak und Manfred Schmid. Das Duo hatte den FC nach der Entlassung von Markus Anfang drei Spieltage vor Schluss übernommen und trotz eines holprigen Schlussspurts zum Aufstieg geführt. Pawlak trainierte zuvor die U23 der Geißböcke, Schmid war vor seiner Beförderung Chefscout des FC. Komplettiert wird das Trainergespann von Torwarttrainer Andreas Menger, der seit Januar 2018 in der Domstadt unter Vertrag steht und zuvor bei 1860 München angestellt war.

Tor

Timo Horn ist seit Jahren die unangefochtene Nummer eins im Tor des FC. Der 26-Jährige gilt als eine der Identifikationsfiguren in der Domstadt und schaffte den Sprung von der eigenen Jugend in den Profikader. Hoch angerechnet wird Horn sicherlich auch, dass er im vergangenen Sommer mit dem FC den bitteren Gang in die zweite Liga antrat und nicht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machte.

Die stille Nummer zwei hinter Horn heißt Thomas Kessler. Auch der 33-Jährige wurde im Geißbockheim ausgebildet, rückte in die erste Mannschaft auf und kehrte nach Leihstationen bei St. Pauli und Eintracht Frankfurt im Sommer 2012 endgültig zurück zu den Rot-Weißen. Seitdem füllt er die Rolle des zuverlässigen Ersatzkeepers.

Außerdem nehmen Julian Krahl, der in diesem Sommer von RB Leipzig an den Rhein wechselte, und Brady Scott, Keeper der zweiten Mannschaft, am Training des FC teil.

Abwehr

Mit 47 Gegentoren gehörten die Geißböcke nicht zu den defensivstärksten Teams der abgelaufenen Zweitligasaison. Dafür kann der FC auf einen weitgehend eingespielten Abwehrverbund zurückgreifen. Jorge Meré und Rafael Czichos bildeten in der Aufstiegsspielzeit das Innenverteidigerpaar der Wahl, dahinter stehen Lasse Sobiech und Frederik Sörensen bereit. Der Däne kam in der vergangenen Saison aber nicht über einige wenige Kurzeinsätze hinaus und könnte sich noch einen neuen Arbeitgeber suchen.

Auf der Außenverteidigerposition herrscht ein echtes Überangebot. Links dürfte der 42-malige Nationalspieler Jonas Hector gesetzt sein. Dahinter steht Jannes Horn bereit, der auch im linken Mittelfeld zum Einsatz kommen kann. Als zusätzliche Option wurde Noah Katterbach von der U19 des FC zu den Profis hochgezogen.

Benno Schmitz und Matthias Bader teilten sich in der vergangenen Saison den Job des Rechtsverteidigers. Auch Neuzugang Kinsgley Ehizibue ist ein Mann für die rechte Außenbahn. Den 24-jährigen eisten die Kölner für 2 Millionen Euro vom niederländischen Erstligisten PEC Zwolle los.

Mittelfeld

„Sechser“ Marco Höger, sowie die offensiven Mittelfeldspieler Louis Schaub und Dominick Drexler gehören zu den Leistungsträgern im Kölner Mittelfeld. Letzterer glänzte in der vergangenen Saison mit neun Treffern.

Neuzugang Birger Verstraete füllt eine Lücke im defensiven Mittelfeld, die Johannes Geis durch seinen Abgang und Matthias Lehmann durch sein Karriereende hinterlassen haben. Der 25-Jährige wurde für 3,5 Millionen vom belgischen Erstligisten KAA Gent verpflichtet.

Durch den Kauf von Verstraete dürften die Einsatzchancen für Vinzent Koziello und Niklas Hauptmann in der Zentrale nicht gerade steigen. Beide kamen in der vergangenen Saison nicht über eine Backup-Rolle hinaus. Zusätzlich wird auch Salih Özcan auf mehr Einsatzzeiten hoffen als in der Aufstiegssaison, während Nikolas Nartey, der bisher vor allem in der U23 des FC zum Einsatz kam, noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist. Der 19-jährige Däne wechselte im Januar 2017 vom FC Kopenhagen zu den Domstädtern. Gut möglich also, dass die Kölner aufgrund des Überangebots an Mittelfeldakteuren noch Kaderplätze streichen.

Die Außenbahnen sind ebenfalls doppelt besetzt. Hinter den Platzhirschen Marcel Risse und Christian Clemens erhebt vor allem Neuzugang Kingsley Schindler Ansprüche. Der 26-Jährige kommt ablösefrei von Holstein Kiel, erzielte dort in der vergangenen Spielzeit sechs Tore und bereitete sieben weitere vor. Eine weitere Option für den Flügel ist der Ex-Bremer Florian Kainz.

Sturm

Tore, Tore, Tore! Wenn der FC ein Prunkstück hat, dann ist es definitiv die Sturmabteilung. Beierlorzer stehen mit Simon Terodde, Jhon Córdoba und Anthony Modeste gleich drei Angreifer mit eingebauter Torgarantie zur Verfügung.

Torschützenkönig Terrode (29 Treffer) und der Kolumbianer Cordoba (20 Tore) schossen den FC fast im Alleingang zurück ins Fußball-Oberhaus. In der Rückrunde stieß der verlorene Sohn Modeste hinzu und steuerte in 10 Partien ebenfalls sechs Treffer bei. Eine der entscheidenden Fragen wird sein, wie der neue FC-Coach seine drei Offensivwaffen bei Laune hält. Denn zusammen werden die drei wohl nur in den seltensten Fällen auf dem Platz stehen.

Das Fazit

Die Kölner kehren mit einer größtenteils eingespielten Mannschaft zurück in die Bundesliga. Das wurde Team nur an einigen Stellen punktuell erweitert. Die Neuzugänge müssen ihre Bundesligatauglichkeit jedoch erst unter Beweis stellen. Dafür verfügt der Kader des Aufsteigers mit Timo Horn, Jonas Hector, Marco Höger, Anthony Modeste und Jhon Cordoba über ausreichend Führungsspieler, die ihre Qualitäten in der Bundesliga bereits unter Beweis gestellt haben. Die Frage wird auch sein, wie viel Zeit Achim Beierlorzer bekommt, um der Mannschaft seine Spielidee einzuimpfen. Das Auftaktprogramm hat es in sich. Dortmund, Gladbach und Bayern stehen innerhalb der ersten fünf Spieltage auf dem Plan. Und das Kölner Umfeld ist ja bekanntlich nicht das geduldigste.

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