Auswärtsspiel: Der FC geht erst auf den Rasen, dann auf die Wiesn

Auswärtsspiel : Der FC geht erst auf den Rasen, dann auf die Wiesn

Das Team von Trainer Achim Beierlorzer besucht nach dem Bayern-Spiel das Oktoberfest. Individuelle Fehler sollen abgestellt werden, um gegen den Rekordmeister keine Klatsche zu kassieren..

In München, da ist sich FC-Trainer Achim Beierlorzer ziemlich sicher, wird seinen Spielern am Wochenende ordentlich eingeschenkt werden. Jedenfalls nach dem Gastspiel des 1. FC Köln bei Bayern München (Sa., 15.30 Uhr). wenn sein Kader noch einen Abstecher auf das Münchner Oktoberfest macht. „Ich bin weit entfernt davon, mich zu fragen, ob man so was machen kann, wenn man gegen Bayern spielt“, hat der bekennende Bayern-Freund Beierlorzer, dessen älterer Bruder Bertram in den Achtzigerjahren über 100 Spiele für den Rekordmeister absolvierte, keine Bedenken – auch wenn sein Team schon in den 90 Minuten auf dem Rasen der Allianz-Arena unter die Räder gekommen sein sollte.

Die Gastgeber werden den FC als Gegner sicher ernst nehmen, so viel scheint klar, denn eine Krisen-Wiesn wie im vergangenen Jahr, als der FC Bayern erst gegen Augsburg nicht über ein Unentschieden hinauskam, dann ebenfalls nur ein 1:1 gegen Ajax Amsterdam in der Champions League holte und schließlich eine 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach als „krönenden“ Abschluss im Premierenjahr von Trainer Niko Kovac kassierte, soll sich nicht wiederholen

Über seine eigene Taktik will Beierlorzer nichts verraten („Das interessiert die Bayern ohnehin nur peripher“), nur so viel: Sich mit Mann und Maus vor und im eigenen Strafraum zu postieren, um den Schaden möglichst gering zu halten, kann nicht der Schlüssel für den FC sein. „Wenn man mit dem Begriff Schadensbegrenzung in ein Bundesligaspiel ginge, wäre ich der falsche Mann hier. Natürlich rechnet man sich etwas aus. Zu sagen: Lasst uns möglichst knapp verlieren – das ist nicht mein Ding“, sagt der 51-Jährige durchaus selbstbewusst.

Und tatsächlich hatte der Aufsteiger bislang seine besten Auftritte in der Bundesliga, wenn hoch stehend gepresst wurde, um dann über die Außen die beiden robusten Zentrumsspieler Jhon Córdoba und Anthony Modeste in Abschlussposition zu bringen.

„Müssen mutig auftreten“

Dass dieses Rezept auch bei den Bayern aufgehen kann, hat Hertha BSC beim 2:2-Unentschieden gezeigt. „Die Frage ist halt, wie man das über 90 Minuten durchziehen kann. Dennoch müssen wir mutig agieren, um eine Chance zu haben, etwas mitzunehmen“, sagt auch FC-Kapitän Jonas Hector.

Ihm zur Seite stehen wird voraussichtlich Marco Höger, der für den am Meniskus operierten Birger Verstraete neben Ellyes Shkiri auf die Sechser-Position vor der Viererkette rücken dürfte.

„Wir dürfen nicht zu viel Respekt vor den großen Bayern haben“, versucht Beierlorzer seinen Spielern Selbstvertrauen mit auf den Weg zu geben. „Wir müssen mutig nach vorne spielen, aber auch hinten die Räume schließen und gut besetzen. Dazu braucht man natürlich auch etwas Glück.“ Grundvoraussetzung ist allerdings, dass die FC-Spieler die defensiven Patzer aus dem Derby gegen Mönchengladbach nicht wiederholen. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht und sie dadurch gestärkt. Das darf hier nicht passieren“, meint Jonas Hector.

(dpa)
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