Köln: Der 1. FC Köln feiert einen 4:1-Sieg gegen Darmstadt

Köln: Der 1. FC Köln feiert einen 4:1-Sieg gegen Darmstadt

Dass Marcel Risse nach diesem furiosen 4:1-Sieg über Darmstadt 98 so fröhlich durch das Fußballstadion in Müngersdorf lief, hier geherzt, da gedrückt und zu einem Interview nach dem anderen gebeten wurde, das hatte in erster Linie natürlich mit seiner guten Leistung und seinen schönen Toren zu tun; Risse, 26, hatte damit ja entscheidend zum jetzt auch rechnerisch perfekten Klassenerhalt des 1. FC Köln beitragen.

An diesem ganzen Tohuwabohu hatte aber auch Nina entscheidenden Anteil, Risses Frau. Sie stand zwar nicht auf dem Platz, als der FC gegen Darmstadt spielte, natürlich nicht, aber präsent war sie dennoch, nachdem ihr Mann zwei Tore geschossen hatte nämlich.

Als Risse jubelte, da deutete er erst einen Schnuller an und nach dem zweiten Treffer hielt er seine Arme so, dass ein Baby in ihnen ganz gut aufgehoben wäre. Was er damit sagen wollte, war eigentlich klar, aber nach dem Spiel sprach er vorsichthalber dann doch noch folgende Worte: „Meine Frau trägt einen kleinen Fußball in sich.“ Und spätestens damit war entschieden, dass nur Marcel Risse der Mann dieses Spiels sein konnte.

„Besser“, fand Risse, „hätte dieser Nachmittag nicht laufen können.“ Und damit ist auch die Geschichte des Spiels eigentlich erzählt. Mit diesem Sieg hat der FC den Klassenerhalt einen Spieltag früher als in der Vorsaison klargemacht, mit 40 Punkten hat er die Marke aus dem Vorjahr eingestellt. Das hat natülich auch Peter Stöger gefreut, auch wenn Kölns Trainer alles ein bisschen nüchterner als zum Beispiel Risse sah, er sagte: „Man hat gesehen, dass die Jungs den Klassenerhalt unbedingt im eigenen Stadion perfekt machen wollten, aber ein Selbstläufer war dieses Spiel nicht.“

Er habe viel Gutes gesehen, aber deshalb aber keinen von Stress befreiten Nachmittag erlebt. Kritik auf hohem Niveau, seine Mannschaft hatte durchaus ein gutes Spiel gegen fahrige und jetzt wieder tiefer im Abstiegssog steckende Darmstädter gemacht. Sie feierte den zweiten Sieg in Serie, eine Premiere in dieser Saison. Und sie hat vier Tore geschossen, was diese Saison auch noch nicht vorgekommen war. Stöger sagte: „Es war schwer, auch wenn das Ergebnis klar wirkt.“

Die Kölner waren so gut ins Spiel gestartet wie in keines in dieser Saison zuvor, sie hätte nach zehn Minuten bereits 3:0 führen können. Die Möglichkeiten dafür waren jedenfalls da, aber Anthony Modeste war nach einem schönen Spielzug nur das Führungstor gelungen (4. Minute). Dieses Vergeben von Torchancen zieht sich ja schon durch die ganze Kölner Saison, es zog sich auch durch das Spiel gegen Darmstadt, was neben der einen oder anderen Unsicherheit nach langen Bällen und dem von Filip Mladenovic verursachten Gegentor durch Darmstadts Jérôme Gondorf (12.) aber der einzige Makel im Spiel der Kölner war.

Alleine Modeste hätte fünf, sechs Treffer erzielen können, aber er traf nur noch ein weiteres Mal, zum 2:1-Pausenstand, nach einem langen Ball von Frederik Sörensen und einer filigranen Ballmitnahme (35.). Der Stürmer war durchaus selbstkritisch, er sagte: „Zwei Tore sind eigentlich gut, aber ich hatte ja noch mehr Chancen.“ Risse war an diesem Samstagnachmittag kaltschnäuziger, und seine Tore noch ein bisschen schöner als die ansehnlichen Treffer von Modeste: Sein erstes Tor erzielte der Flügelspieler mit dem Außenrist, aus eigentlich ungünstigem Winkel, und übertölpelte damit Darmstadts Torhüter Christian Mathenia (52.).

Bisschen Schuss, bisschen Flanke

Ob das denn wirklich ein Schuss oder eigentlich eine Flanke gewesen sei, wurde Risse gefragt. „Von beidem ein bisschen“, antwortete er und lachte: „Sagen wir es mal so: Der zweite Schuss war mehr Absicht als der erste.“ Treffer zwei erzielte er mit einem harten und platzierten Flachschuss (75.). Stöger sagte: „Marcel hat das heute richtig gut gemacht.“

Das erwartet der Trainer von seiner ganzen Mannschaft auch für den restlichen Saisonverlauf, drei Spiele stehen für die Kölner noch an, in Augsburg, gegen Bremen, in Dortmund, und die Ziele sind dem FC mit dem erreichten Klassenerhalt nicht ausgegangen. „Ein einstelliger Tabellenplatz wäre schon schön“, findet Stöger. „Es ist ja schon ein paar Tage her, dass das der FC geschafft hat.“

Vor 24 Jahren, 1992, damals war Köln Vierter in der Abschlusstabelle. Diesen Platz wird der FC in dieser Saison nicht mehr erreichen, aber Platz sieben, der ja zur Europa-League-Teilnahme berechtigt, ist jetzt nur noch fünf Punkte entfernt. Hören wollte davon aber kein Kölner etwas. Nicht mal Marcel Risse.