Bundesliga Spielbericht: 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach

Derby gegen Borussia Mönchengladbach : Köln findet nicht den Schlüssel zum Sieg

Borussia Mönchengladbach gewinnt verdient vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Müngersdorfer Stadion mit 1:0 gegen den 1. FC Köln. Dies verdankte die Elf vom Niederrhein auch der gütigen Mithilfe der FC-Defensive.

Als sich die letzten Rauchschwaden verzogen hatten, der letzte Pyro gezündet war, als der Gladbacher Anhang seine Spieler frenetisch gefeiert hatte und das Kölner Team mit hängenden Köpfen vor dem eigenen Anhang gestanden hatte nach dieser 0:1-Niederlage gegen den rheinischen Rivalen, war wieder Zeit für die fußballerische Analyse dieser heiß umkämpften 90 Minuten, die den 50.000 Zuschauern im selbstverständlich ausverkauften Müngersdorfer Stadion nicht unbedingt fußballerische Feinkost geboten hatten. Auch wenn auf den Tag genau 75 Jahre zuvor Günter Netzer das Licht der Welt erblickt hatte, quasi der Erfinder der spielerischen Zwei-Sterne-Küche.

Und schaut man genauer hin, wurden den Fans zum Festtag der Borussia-Ikone zwei unterschiedliche Gerichte aufgetischt, wovon allerdings nur das Menü bis zum Pausenpfiff den Gefallen des Maitre gefunden haben dürfte. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gegen den Ball gearbeitet und hätten zur Pause höher führen können, vielleicht höher führen müssen“, befand Gästetrainer Marco Rose und erntete von FC-Coach Achim Beierlorzer nicht viel Widerspruch. „Gladbach hat eindeutig die Zweikämpfe für sich entschieden.“

Wuchtige Raute

Zu verdanken war dieses Szenario der wuchtigen Raute der Borussia mit Marcus Thuram, Alassane Pléa und vor allem Breel Embolo – abgesichert durch Denis Zakaria  –, die den Kölner Spielaufbau durchs Zentrum verhinderte, die Kölner Spieler dann an den Seitenlinien zu Ballverlusten zwang oder zumindest verleitete, um dann schnell den Schalter Richtung Gehäuse von FC-Keeper Timo Horn umzulegen.

Dennoch war es aus FC-Sicht umso bitterer, dass der Gldbacher Führungstreffer nur unter gütiger Mithilfe der Kölner Defensive zustande kam. „Wir haben auf der Außenverteidigerposition den Raum nicht geschlossen und legen für den Gegner auf“, sah Beierlorzer den Führungstreffer durch Pléa (14.), für den sich Kölns Kingsley Ehizibue einen Assist notieren darf. Drei Minuten zuvor hatte Zakaria den Ball aus 20 Metern ans Kölner Gebälk gedonnert, während klare Kölner Chancen durchaus Mangelware blieben.

Nach dem Wiederanpfiff führten beide Ensembles dann ein neues Stück auf: „Wir hatten uns vorgenommen, mehr lange Bälle zu spielen, um dann vorn die Zweikämpfe zu gewinnen und so zu Chancen zu kommen, auch wenn das den Gladbachern mehr Konterchancen eröffnen würde“, beschrieb Mittelfeld-Ackerer Dominick Drexler den Kölner Plan. Und tatsächlich war es dann Drexler selbst, der schnell den Ausgleich auf dem Fuß hatte, im überragenden Yann Sommer aber seinen Meister fand (52.). „Ich wollte ihn höher schießen, dafür hätte der Schuss aber präziser sein müssen.“

„Räume nicht bespielt“

So blieb er aus, dieser eine Moment, der das Drehbuch einer Begegnung drehen kann. Und, wie erwartet, boten sich den Gästen nun mehr Chancen zum Kontern, doch gerade die Zone vor dem Kölner Sechzehner blieb seltsam verwaist. „Da hatten wir auf einmal mehr Räume, aber wir haben sie nicht bespielt“, wunderte sich auch Gladbachs Christoph Kramer über das Vakuum in der Mitte.

Trotzdem kam Gladbach noch zu zwei Riesenchancen. Doch zunächst betrieb Ehizibue so etwas wie Wiedergutmachung für seinen Bock vor dem Gegentor, als er einen Schuss von Pléa von der Linie kratzte (75.), fünf Minuten später landete ein Schuss von Embolo zwar in den Maschen, doch der Treffer wurde wegen Abseits nicht gegeben.

Auf Kölner Seite setzte sich der eine Viertelstunde vor Schluss für Anthony Modeste eingewechselte Simon Terodde im Strafraum noch zweimal gut in Szene, doch der vom Kölner Anhang herbeigebetete Ausgleich wollte nicht mehr fallen.

„Wir müssen noch mehr Mut zeigen, noch klarer in den Zweikämpfen stehen. Es kommt auf diese Momente an, in denen man sich durchsetzt oder nicht“, nahm FC-Coach Beierlorzer als Lektion mit aus dieser Begegnung, die letztlich einen verdienten Sieger gefunden hatte.

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