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Köln: Bundesliga: Köln will mutig in die entscheidenden vier Spiele gehen

Köln : Bundesliga: Köln will mutig in die entscheidenden vier Spiele gehen

Dass eine Saison in der Fußball-Bundesliga erst nach 34 Spieltagen zu Ende ist, braucht Peter Stöger niemand zu erzählen, das hat der Trainer des 1. FC Köln in den vergangenen Monaten ja selbst immer wieder betont.

Vor allem, wenn es um die Chancen seiner Mannschaft ging, am Ende der Spielzeit einen Platz zu belegen, der sie in die Europa League bringen würde. Stöger hat dann immer beschwichtigt, sprach davon, dass so eine Saison ja lang sei, darüber, dass man sich in der oberen Tabellenregion etablieren wolle, aber eigentlich doch nur von Spiel zu Spiel denke.

Was man halt so sagt, wenn man die Europa League nicht öffentlich als Ziel ausgeben will. Die lange Saison ist bald vorbei, vier Spieltage sind es noch. Und deshalb wird jetzt auch Stöger präziser, er sagt: „Wir wollen am Ende Platz sechs erreichen.“ Und meint: Wir wollen in die Europa League. Dass der FC die Möglichkeit hat, sich das erste Mal seit 25 Jahren für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, hat viel mit einer tollen ersten Saisonhälfte zu tun, die Kölner holten aus den ersten elf Spielen 21 Punkte, standen auf Platz vier.

Mancher Fan hatte die Europa-League-Qualifikation da längst als fix verbucht, geträumt wurde von der Champions League. In den folgenden 19 Partien holte Köln nur 20 Punkte, gewann nur zwei seiner vergangenen elf Spiele. Was damit zu tun hat, dass dem FC wichtige Spieler wie Timo Horn, Leonardo Bittencourt oder Marcel Risse phasenweise, länger oder sehr lange fehlten und fehlen.

Damit, dass der Kader zu dünn ist, um solche Spieler gleichwertig zu ersetzen. Aber auch damit, dass das Team es nicht immer geschafft hat, die Leidenschaft, Disziplin und Effektivität auf den Platz zu bringen, die es in den ersten Spielen ausgezeichnet haben.

Wenn sich der FC für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert, hat das also auch ein bisschen mit Glück zu tun. Mit dem Glück, dass sich keine Mannschaft im Rennen um die Europa League absetzen konnte. Köln ist Achter, liegt drei Punkte hinter dem sechsten Rang und nur einen hinter Platz sieben, der ja auch fürs internationale Geschäft reichen würde, wenn der neue DFB-Pokalsieger schon vorher für Europa qualifiziert ist. Was bei Borussia Dortmund sehr wahrscheinlich und bei Eintracht Frankfurt zumindest möglich ist.

Stöger sagt: „Es kommt jetzt darauf an, ob du gut genug bist, bis zum Ende durchzuziehen.“ Das ist, was sein Team tun muss, wenn es nach Europa will. Der Trainer weiß aber auch, dass das nicht einfach werden wird. „Weil sieben Mannschaften ähnliche Rechnungen wie wir anstellen“, sagt der Trainer.

Beim Remis gegen Hoffenheim hat Stögers Mannschaft gezeigt, dass sie willens ist, alles dafür zu tun, dass am Ende ihre Rechnung aufgeht; sie spielte wieder leidenschaftlich und mutig, stand zugleich aber defensiv sicherer. Und das ist es ja, was Köln in der Endphase dieser Saison brauchen wird.

Vor allem am Samstag beim BVB (15.30 Uhr), gegen den der FC schon im Hinspiel die engagierte Leistung zeigte, die in Duellen mit großen Teams nötig ist. Lange hatte Köln durch Artjoms Rudnevs‘ Tor geführt, erst in der 90. Minute glich Marco Reus aus.

Mit Stöger als Trainer hat es für den FC ohnehin immer ganz gut ausgesehen, in fünf Spielen feierte er zwei Siege und drei Unentschieden. Schöne Statistik. Mehr aber auch nicht, findet auch Stöger. Er kennt auch die andere Seite: Der BVB hat von seinen vergangenen 35 Heimspielen keines verloren, der FC seit 1991 nicht mehr bei den Schwarz-Gelben gewonnen.

Auch eine Statistik, nur weniger schön für Köln. Das wäre auch ein Ausfall von Yuya Osako, den Ende der Woche die Grippe erwischte; sein Einsatz ist ungewiss. Definitiv fehlen wird neben den Langzeitpatienten Risse und Sehrou Guirassy nur Konstantin Rausch. Für ihn könnten Marco Höger oder aber Christian Clemens ins Team rücken.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Klünter, Su-botic (Sörensen), Heintz, Hector - Lehmann, Höger - Jojic, Bittencourt - Osako (Rudnevs), Modeste