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Köln: Abgeschlagen ist Vergangenheit: Köln hält wieder Kontakt

Köln : Abgeschlagen ist Vergangenheit: Köln hält wieder Kontakt

Bei der sportlichen Planung hat Armin Veh beim 1. FC Köln bereits einiges richtig gemacht, bei der eigenen Reiseplanung hatte der Geschäftsführer am Wochenende weniger Glück. Da besteht durchaus Optimierungsbedarf. Auf der Anreise nach Hamburg musste Veh am Samstagmorgen in Hamm den Zug wegen Überfüllung verlassen und auf eine spätere Verbindung ausweichen.

Einen Tag später konnte er aufgrund von Nebel in Hamburg erst verspätet mit dem Flieger zum Sport1-Doppelpass nach München anreisen.

Veh wird es verschmerzen können, viel wichtiger sind ihm der Blick auf die Tabelle und die Aussichten für die nächsten Wochen, die mit zwei Heimspielen gegen Augsburg und Dortmund eingeleitet werden. Die Tabelle weist den FC zwar immer noch als Schlusslicht aus, aber der Zusatz „abgeschlagen“ muss nach dem 2:0-Sieg im ultimativen Keller-Duell beim Hamburger SV gestrichen werden.

Als der langjährige Trainer Peter Stöger nach dem 14. Spieltag seinen Hut nehmen musste, hatten die Kölner drei Punkte auf dem Konto und standen historisch schlecht da. Der Rückstand auf den Relegationsrang 16 betrug bereits neun Zähler, der auf den gewohnt dahinsiechenden HSV sogar elf. Das war peinlich. Jetzt, nach dem dritten FC-Sieg in Serie, der zugleich der erste Auswärtserfolg seit rund einem Jahr war, ist der Rückstand auf die Hanseaten auf drei Punkte geschmolzen und der auf Platz 16 auf vier Zähler. So schnell geht’s.

Die Wiederauferstehung hat Gründe. Der FC hat die unfassbare Verletzungsmisere hinter sich gelassen. Die wiedergenesenen Jonas Hector und Marco Höger sowie der von Stöger kaum berücksichtigte und dann verletzte Jorge Meré geben der Mannschaft in der Defensive deutlich mehr Stabilität. Torhüter Timo Horn, der sich noch einmal gesteigert hat, steht nicht mehr in der Schießbude der Liga.

Der neue Chef-Trainer Stefan Ruthenbeck hat dem Team wieder Leben eingehaucht. Der emotionale Coach lässt anders und intensiver trainieren. Zum Beispiel vermehrt Standards, sein Assistent Kevin McKenna übernimmt dies. Durch die Rückkehr vieler Spieler ist zudem der Konkurrenzkampf neu entfacht, der Anfang Dezember praktisch zum Erliegen gekommen war. Die Mannschaft wirkt deutlich fitter als die Rumpftruppe zum Ende der Stöger-Ära, die durch Spiele im Europapokal und im DFB-Pokal mehrere Englische Wochen absolvieren musste. Diese fallen nun weg. Schaut man auf die Statistiken, läuft die Mannschaft im Schnitt zwar nicht mehr, aber die Spieler wählen im 4:4:2-System effizientere Laufwege.

Und dann ist da natürlich Neuzugang Simon Terodde, der erst mit seinem Tor in der Nachspielzeit gegen Gladbach der Derby-Held war, dann mit zwei Toren in Hamburg den Sieg besiegelte. Er steht da, wo ein Torjäger stehen muss. Beim 1:0 nach einer Ecke von Milos Jojic entwischte er Bewacher Diekmeier. Beim 2:0 nach Zuspiel von Jojic hatte sich Terodde freigelaufen und schob den Ball nervenstark an HSV-Torwart Pollersbeck vorbei ins Netz. Dieser Typ Stürmer hatte Köln bisher gefehlt. Das rettende Ufer ist in Sicht — auch dank Terodde.

„Glück ist das bei Terodde nicht. Ohne Können nützt alles Glück nicht“, sagt Veh, der den Angreifer aus Stuttgart loseisen konnte. Bis dato eine goldrichtige Entscheidung: „Es war für mich das Wichtigste, diese Position zu besetzen. Wir hatten niemanden, der Anthony Modeste ersetzen konnte. Ich weiß nicht, wie viele Bundesliga-Stürmer besser sind als Terodde“, lobt Veh den FC-Rückkehrer, der festgestellt hat: „Köln lebt.“

Und Köln hat nach drei Siegen deutlich mehr Selbstbewusstsein, was an Spielern wie Milos Jojic oder Christian Clemens deutlich zu sehen ist. Und für die Rettung ist das wohl das entscheidende Kriterium.