1. FC Köln: Streit um Anthony Modeste wird zur harten Geduldsprobe

1. FC Köln : Streit um Modeste wird zur harten Geduldsprobe

Ein wirkliches Ärgernis ist das Warten auf die Spielerlaubnis für Anthony Modeste noch immer nicht, obgleich die Geduld des Spielers auf eine harte Probe gestellt wird.

Die Dinge lägen wohl anders, hätte der 1. FC Köln ein Offensivproblem. Doch auch in Regensburg funktionierte die Kölner Offensive einmal mehr herausragend.

Simon Terodde hätte seinem Führungstor aus der elften Minute zwar ein weiteres folgen lassen müssen, als er Córdobas Hereingabe nicht nutzte. Weil aber Dominick Drexler auch als zweimaliger Torschütze glänzte, reichte es für den FC zu einem 3:1-(2:0)-Sieg in der Oberpfalz. Wobei die Gastgeber ihrem Ruf als schwierig zu schlagende Mannschaft gerecht geworden waren.

Vor allem, nachdem Vincent Koziello vom Platz gegangen war. Der Franzose hatte in Vertretung des verletzten Marco Höger die Position vor der Abwehr übernommen, die ihm nicht jeder zutraut: Allerdings wird Koziello den Kölnern erneut fehlen. In Regensburg erlitt er einen Anriss des Innenbandes im rechten Knie.

Mit ihrer Hoffnung, Modeste in diesem Jahr doch noch einsetzen zu können, gehen die Kölner mittlerweile sehr defensiv um. Als der Stürmer vor knapp einem Monat beim FC unterschrieb, galt das Spiel gegen Greuther Fürth als realistische Perspektive. Doch daraus wurde nichts, wie es auch am Freitag gegen Regensburg nicht klappte. Und obwohl am Freitag endlich die Entscheidung des Fußball-Weltverbands (Fifa) im Streit zwischen Modeste und seinem Ex-Verein Tianjin Quanjian fiel, gibt es keine Klarheit.

Das Urteil gibt dem 30-Jährigen in Teilen recht: Modeste hatte seinen Vertrag bei Tianjin wegen ausstehender Zahlungen im Sommer gekündigt. Offenbar ging es dabei um Einsatz- und Punktprämien. Die Chinesen schienen einer sehr eigenen Argumentation zu folgen: Es sei ja nicht so, dass der Spieler überhaupt kein Geld bekommen habe. Wegen ein paar Prämien könne er doch nicht gleich den ganzen Vertrag lösen. Das sah die Fifa jedoch anders. Die Chinesen müssen Modeste die Prämien zahlen, die sie ihm bis zu seiner Kündigung schuldig geblieben waren.

Darüber hinaus jedoch verneinte die Fifa Modestes Forderung, sich den vollständigen Vertrag auszahlen zu lassen, das wären mehr als 30 Millionen Euro gewesen. Auf der anderen Seite stellten die Fifa-Anwälte klar, dass Tianjin, das im Sommer 2017 inklusive der Strafzahlung an den chinesischen Verband immerhin bis zu 60 Millionen Euro für Modeste ausgegeben hatte, kein Recht auf Schadensersatz hat. Das liest sich wie ein Vergleich, doch ist davon auszugehen, dass die Chinesen vor den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) ziehen werden. Wie dort entschieden wird – und wann – ist völlig offen.

Das Urteil bedeutet immerhin, dass Modestes Kündigung nicht angefochten wird. Denn es wäre auch denkbar gewesen, dass die Chinesen recht bekommen. Das hätte bedeutet, dass die Kündigung des Franzosen nicht rechtens gewesen wäre, wodurch er mit seiner Unterschrift in Köln gleichzeitig bei zwei Vereinen unter Vertrag gestanden hätte. Dann wäre Modeste gesperrt worden, womöglich hätten sich zudem Ansprüche der Chinesen gegen den 1. FC Köln ergeben.

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