1. FC Köln: Präsident Spinner hatte Entlassungen gefordert

Zurückgetretener FC-Präsident : Spinner forderte Vizepräsidenten zu Entlassungen auf

Natürlich liegen zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch in Köln ohnehin Welten. In dieser Saison muss der FC nach neun Punkten aus drei Spielen und der Rückeroberung der Tabellenspitze, der folgenden Verbalattacke von Sport-Geschäftsführer Armin Veh nach dem Sandhausen-Spiel und dem darauf folgenden Rücktritt von FC-Präsident Werner Spinner wieder zurückfinden in den Liga-Alltag.

Und welche Mannschaft wäre dafür besser geeignet als Arminia Bielefeld, die am Samstag (13 Uhr) im RheinEnergie-Stadion der kommende Gegner sein wird?

FC-Vizepräsident Markus Ritterbach offenbarte im Interview der „Kölnischen Rundschau“, wie es zum Bruch mit Werner Spinner kam. Der 70-Jährige, so Ritterbach, habe ihm und Vize Toni Schumacher nach dem 2:1 in Ingolstadt eine Sprachnachricht geschickt und darin gefordert, „dass wir nach dem Spiel in Ingolstadt entweder Trainer Markus Anfang oder die Geschäftsführung entlassen sollten. Wen es treffen sollte, wollte er Toni und mir überlassen“, sagte Ritterbach.

Er erläuterte zudem, man habe gewusst, dass Spinner im September nicht wieder als Präsident kandidieren würde. „Angesichts seiner Gesundheit kann das jeder verstehen. Aber es wäre gut für den Verein gewesen, wenn er bis September im Amt geblieben wäre.“ Nach internen Querelen hatte der 70 Jahre alte Spinner am Mittwoch seinen Rücktritt angekündigt. Er war seit April 2012 FC-Präsident. Es stimme, dass die Zusammenarbeit mit Spinner immer schwieriger geworden sei. „Und das bedauere ich. Wir waren mal ein Team, das füreinander eingestanden hat. Es waren zuletzt jedoch schwierige Bedingungen. Werner Spinner war nach seiner schweren Herzoperation verändert. Trotzdem muss man das Gesamtbild der vergangenen sieben Jahre sehen, und das ist positiv“, sagte Ritterbach. „Trotzdem muss man das Gesamtbild der vergangenen sieben Jahre sehen, und das ist positiv“, sagte Ritterbach.

Schumacher und Ritterbach hätten zuletzt in einem Krisengespräch noch vergeblich versucht, zwischen Spinner und Sport-Geschäftsführer Armin Veh zu vermitteln. „Wir hatten die Hoffnung, das sei noch zu reparieren. Armin Veh sah sich jedoch genötigt, den Vertrauensbruch öffentlich zu machen“, sagte Ritterbach. Das hatte Veh nach dem Erfolg in Ingolstadt getan.

Für Trainer Markus Anfang stellt sich weniger die Frage, ob tatsächlich der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach der neue Mann an der Spitze werden wird. Vielmehr treibt den 44-Jährigen um, wer der richtige Mann an der Spitze der Aufstellung ist, um auch gegen Bielefeld im engen Aufstiegsrennen drei Punkte einzufahren.

In Sandhausen hatte Anfang Simon Terodde zunächst auf die Bank gesetzt und das Duo Jhon Cordoba und Anthony Modeste für die Startformation nominiert. Gegen Bielefeld könnte dem 23-Tore-Stürmer das gleiche Schicksal drohen, auch wenn sich der FC-Coach im Vorfeld nicht festlegen wollte. „Wir überlegen, wer mehr Dynamik hat, sich vorne durchzusetzen, und haben verschiedene Möglichkeiten trainiert“, ließ sich Anfang lediglich entlocken. Mittelfeldmann Louis Schaub ist dagegen nach Verletzung und Erkrankung noch nicht bei 100 Prozent und zunächst ein Bank-Kandidat

(rom/dpa)
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