1. FC Köln empfängt SV Sandhausen: Die drei Fragezeichen  

Köln empfängt Sandhausen : „Detektiv“ Veh und die drei Fragezeichen  

Drei Niederlagen aus vier Spielen in der Rückrunde, da war Armin Veh plötzlich in einer ganz neuen Rolle gefordert. Denn der Sportdirektor des 1. FC Köln betätigte sich angeblich als Ermittler, nachdem das Internetportal „Sportbuzzer“ vermeldet hatte, Trainer Markus Anfang halte sich innerhalb der Mannschaft eine eigene Spitzeltruppe, die ihm klammheimlich über Stimmungen innerhalb des Teams berichte.

„Auf diesen Bockmist, der da berichtet wird, muss ich reagieren. Das ist hanebüchen“, verwies der 58-jährige Veh diese Berichte nicht gerade mit zurückhaltender Wortwahl ins Reich der Märchen. „Da bin ich allergisch, das ist völliger Schwachsinn, eine reine Erfindung.“

Suche nach Antworten

Dennoch hatte Veh das Gespräch mit der Mannschaft ohne seinen Trainer gesucht – der sei darüber jedoch informiert gewesen. „Dass ich alleine zur Mannschaft spreche, kommt nicht oft vor – aber es kommt vor. Wenn ich das mache, dann immer in Absprache mit meinem Trainer. Wir reden über alles“, sagte Veh. Anlass dürfte jedoch kaum der angebliche Spionagethriller gewesen sein, sondern die Tatsache, dass der FC am Samstag (13 Uhr) den Tabellen-17. der 2. Bundesliga empfängt.

Die Gäste des SV Sandhausen stehen nach 23 absolvierten Spielen tatsächlich auf dem vorletzten Tabellenplatz, die Kölner Hausherren irgendwie auch – zumindest in der Rückrundentabelle, nur der MSV Duisburg hat noch einen schlechteren Start in die zweite Saisonhälfte hingelegt. Für den FC mit dem Anspruch des direkten Wiederaufstiegs und mit einem Kader, der bundesligatauglich ist und auch so viel kostet, ist das natürlich kein Zwischenstand, der hinnehmbar ist. Und so machte sich der Detektiv in Veh auf die Suche nach Antworten auf die drei Fragezeichen.

Fragezeichen eins: Coach Markus Anfang. „Ich habe den Trainer nicht angezählt“, sagte Veh in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Anfang vor der Partie gegen Sandhausen, einerseits. Andererseits hatte der 58-Jährige auch gesagt, dass es Trainerentlassungen gebe, „wenn man seine Ziele gefährdet sieht“. Heißt im Klartext: Anfang und sein Team müssen liefern.

Fragezeichen zwei: die Stimmung im Team. Spitzelaffäre hin oder her, der Zweifel ist schnell gesät. Und dass es in einem auf allen Positionen doppelt gut besetzten Kader auch Unzufriedenheit unter nicht berücksichtigten Spielern gibt, dürfte auch niemanden überraschen. „Wichtig ist, dass wir souverän bleiben und das 90 plus x Minuten“, spielte Veh noch einmal auf die 2:3-Niederlage gegen Paderborn nach 2:0-Führung an. „Die Kombination aus Konzentration und Lockerheit war gut diese Woche.“

Fragezeichen drei: das große Ziel. „In dieser Liga muss man sich Siege wirklich erkämpfen, wir versuchen, sie zu erspielen“, zeigte Veh das Dilemma auf. Zumal eine weitere Saison im Unterhaus einem Desaster gleichkäme, das sich der Sportdirektor als Verantwortlicher ankreiden lassen müsste. Bleibt also eigentlich nur: Ausrufezeichen setzen, am besten schon gegen die offensivschwachen Sandhäuser (23 Tore). „Immer wenn wir uns absetzen konnten, haben wir es zuletzt nicht geschafft. Aber wir haben alles in der eigenen Hand“, sagte Veh.

Mögliche Aufstellung: Horn - Schmitz, Sobiech, Meré, Hector - Höger - Risse, Drexler, Geis, Cordoba - Terodde

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