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Oberbruch: Fünf Siege bis zum Titelerfolg der Alemannia beim Hallencup

Oberbruch : Fünf Siege bis zum Titelerfolg der Alemannia beim Hallencup

Tore zu schießen, ist eigentlich nicht ihr Ding, sondern sie zu verhindern. „Und wir haben ja auch einige Mädchen im Team, die gut Tore schießen können“, gibt Verena Keusgen lachend zu. Doch zum fünften und entscheidenden Schuss im Neunmeterschießen trat die 25-Jährige selbst an — und verwandelte.

Mit 5:3 — 3:1 im Strafstoßschießen, 2:2 nach regulärer Spielzeit — sicherten sich die Frauen des Fußball-Regionalligisten Alemannia Aachen gegen Titelverteidiger Sportfreunde Uevekoven den Sparkassen-Hallencup, den unsere Zeitung präsentiert.

 Im Gleichschritt: Uevekovens Stella Pillath (links) kämpft im Finale mit Alemannia-Akteurin Pia Breuer engagiert um den Ball.
Im Gleichschritt: Uevekovens Stella Pillath (links) kämpft im Finale mit Alemannia-Akteurin Pia Breuer engagiert um den Ball. Foto: Kevin Teichmann

„Ich dachte, dass ich Verantwortung übernehmen müsste“, sagte Verena Keusgen lachend. Denn die Defensivakteurin spielte nicht nur, sie vertrat an der Seitenlinie auch gemeinsam mit Betreuer Michael Kaiser Aachens Trainer Dietmar Bozek, der beruflich verhindert war. Neben Keeperin Nora Sendatzki (29), die aus der zweiten Mannschaft aushalf und im Halbfinale den Sieg gegen Mittelrheinligist Kohlscheider BC (3:2) sicherte, war Keusgen der „Oldie“ im jungen Alemannia-Team, das von Beginn an sehr engagiert aufgetreten war und sich keine Blöße geleistet hatte, auch wenn die Partien bis auf die gegen den SC Stetternich (6:1) knapp ausfielen.

Das beste Spiel der Aachenerinnen war sicherlich das Halbfinale gegen den KBC, in dem die Aachens Klasse aufblitzte. „Das Halbfinale war sicher der Knackpunkt, das war richtig gut“, fand auch Keusgen.

Nachdem man 2017 schon nach wenigen Sekunden im Finale gegen Uevekoven 0:1 hinten gelegen hatte, waren die Aachenerinnen diesmal im Endspiel von der ersten Sekunde an hellwach. „An 2017 habe ich die Mädels noch mal erinnert — ich stand ja damals selbst auf dem Platz“, blickt sie zurück und lacht ein wenig schuldbewusst. Diesmal tasteten sich beide Mannschaften vorsichtig ab, hochkonzentriert und aufmerksam. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe“, verfolgte Michael Kaiser von außen. Aachen führte 2:0 nach Treffern von Fukima Akagi und Lynn Eisenbach. Doch in der Schlussphase glich Uevekoven durch einen Doppelpack von Karina Hünnekens noch aus.

Im Strafstoßschießen verwandelten Pia Breuer, Leona Erkens und Keusgen, auf der Gegenseite nur Fatbardha Sekiraca. Je zwei Mal parierten die Keeperinnen Melissa Salman (Aachen) und Lea Köcher. „Das Strafstoßschießen ist immer auch etwas Glückssache“, bedauerte Markus Rothe, Trainer des Sportfreunde Uevekoven, die Niederlage. „Das Finale war unser bestes Spiel, nach hinten raus hätten wir das Turnier auch schon in der regulären Spielzeit für uns entscheiden können.“

Der zwischenzeitliche 0:2-Rückstand hatte Rothe nicht weiter belastet. „Natürlich gingen bei den Mädels zuerst einmal die Köpfe etwas runter. Sie haben sich aber zurückgekämpft. Wir haben immer dran geglaubt, dass wir mit etwas Glück noch den Ausgleich machen können“, vertraute der Coach seinen Mädels.

„Natürlich bin ich etwas enttäuscht, dass es nicht ganz für den dritten Sieg in Folge gereicht hat, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit den Auftritten meiner Mannschaft. Wir hatten ein schwieriges Halbfinale zu bestreiten, das uns körperlich einiges abverlangt hat. Auch wenn das Ergebnis klar aussieht.“ Uevekoven, das wie Aachen alle drei Vorrundenpartien gewann und dabei 18 Treffer erzielte, aber nur drei kassierte, hatte gegen TuS Jüngersdorf-Stütgerloch letztlich mit 4:0 gewonnen.

Der Dürener Mittelrheinligist setzte sich im Strafstoßschießen um Platz 3 mit 3:1 gegen den Kohlscheider BC durch.