Aachen: Frauen von Blau-Weiss Aachen bleiben erstklassig

Aachen : Frauen von Blau-Weiss Aachen bleiben erstklassig

Riesige Freude am Luxemburger Ring, wo der Tennis-Bundesligist Blau-Weiss Aachen zu Hause ist: Der Kassenerhalt des Frauenteams ist nach drei Siegen perfekt.

„Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen“, hatte das Trainer-Duo Steffi und Thilo Fritschi angesichts personeller Probleme gesagt, ehe am Samstag Vizemeister TK Karlsruhe Rüppurr in Aachen gastierte. Und am frühen Abend mit einer überraschenden 4:5-Niederlage die Heimreise in den Karlsruher Stadtteil antreten musste.

Mit Aleksandra Krunic im Doppel erfolgreich: Eva Wacanno.

Das Fritschi-Team bewies einmal mehr einen unglaublichen Willen und Mannschaftsgeist, bog in den Einzeln einen 1:3-Rückstand in ein 3:3 um, gewann anschließend zwei der drei Doppel, belohnte sich so für eine grandiose Aufholjagd selber. So standen die Gastgeberinnen nach den Auftaktsiegen gegen Stuttgart und in Berlin (beide 7:2) mit 6:0 Punkten, einer makellosen Bilanz also, hinter dem amtierenden deutschen Mannschaftsmeister aus Regensburg weiter auf Tabellenplatz 2. Daran änderte auch die erste, erwartete Niederlage am Pfingstmontag in Regensburg nichts (siehe Zusatzbox unten).

Der große Zusammenhalt, die ganze Power im blau-weissen Klub spiegelt sich unter anderem in dieser Anekdote wider: Es gab diese personellen Probleme. Wegen anderer Verpflichtungen der in Aachen top-gemeldeten Spielerinnen, die unter anderem bei den French Open aufschlugen: Aachens Nummer 1, Yanina Wickmayer, verlor in Frankreich, kam dadurch frühzeitig dort weg. Veronika Kapshay, so war der Plan, reiste als feste Größe für das Fritschi-Team an, sollte anstelle von Aleksandra Krunic, für Blau-Weiss an Nummer 2 gemeldet, aufschlagen. Freitagabend dann kontaktierte Steffi Fritschi Krunic in Paris. Die Serbin hatte bei den French Open mit Doppelpartnerin Ajla Tomljanovic Runde 2 erreicht, in der sie am Pfingstsonntag antreten musste. Krunics Wahl: Samstag im Paris trainieren, oder Samstag in der Bundesliga für Aachen ein Einzel und ein Doppel zu spielen.

Das zierliche, 24-jährige Leichtgewicht entschied sich für Aachen, setzte sich am Samstagmorgen um sechs Uhr in den Thalys, rauschte nach Aachen, gewann in zwei großartigen Matches ihr Einzel und mit Eva Wacanno das Doppel. Sie freute sich wie verrückt über ihre beiden Erfolge, verabschiedete sich freudestrahlend und saß um 19.19 wieder im Thalys nach Paris. „Ich spiele lieber als zu trainieren“, war eine ihrer Begründungen dieses Stress-Tests, den sie bravourös gemeistert hatte, ehe sie am Sonntag in Paris gegen das dort top-gesetzte amerikanisch/tschechische Duo Mattek-Sands/Safarova in drei Sätzen verlor. Veronika Kapshay teilte in Aachen die Freude mit ihrer Teamgefährtin Krunic ebenso wie die gleichfalls nicht eingesetzten Steffi Distelmans und Marie Benoit (beide verletzt).

Thilo Fritschis Fazit: „Teamgeist schlägt Individualität.“ Und Aleksandra Krunic empfand „ein ganz anderes Gefühl, für so ein tolles Team zu spielen, als auf der Tour für sich selbst. Ich bin sehr glücklich über die beiden Siege.“ Und als es Zeit war, in Richtung Bahnhof aufzubrechen und die Frage nach der nächsten Saison in Aachen noch schnell gestellt wurde, verabschiedete sich Krunic aus der Runde um Steffi und Thilo Fritschi und Teamchef Marc Zander mit einem Versprechen: „Kein Geld ist so viel wert wie das gute Gefühl, in so einem tollen Team wie dem Aachener zu spielen.“

4. Spieltag, BW Aachen - Karlsruhe 5:4: Yanina Wickmayer - Mandy Minella 1:6, 4:6; Aleksandra Krunic - Elitsa Kostova 6:4, 6:3; Elyne Boeykens - Dalma Galfi 6:3, 6:4; Julia Kimmelmann - Teliana Pereira 3:6, 3:6; Magali Kempen - Laura Pous Tio 7:5, 6:3; Eva Wacanno - Agnes Bukta 2:6, 3:6; Wickmayer/Demi Schuurs - Galfi/Pereira 6:2, 6:1; Boeykens/Kempen - Minella/Bukta 3:6, 6:7 (5:7); Krunic/Wacanno - Kostova/Pous Ti 6:4, 6:2

5. Spieltag, Regensburg - BW Aachen 8:1: Julia Görges - Elyne Boeykens 6:1, 6:0; Tatjana Maria - Veronika Kapshay 6:0, 6:1; Richel Hogenkamp - Julia Kimmelmann 6:2, 6:2; Antonia Lottner - Magali Kempen 2:6, 6:0, 10:8; Lesley Kerkhove - Demi Schuurs 6:4, 3:6, 11:9; Natela Dzalamidze - Eva Wacanno 6:2, 6:4; Görges/Lottner - Boeykens/Schuurs 6:1, 6:2; Hogenkamp/Kerkhove - Kimmelmann/Kempen 6:4, 7:5; Maria/Dzalamidze - Kapshay/Wacanno 1:6, 6:0 7:10