Fliegt Córdoba beim 1. FC Köln aus der Startelf, wenn Modeste antritt?

Wenn Modeste antritt: Fliegt Córdoba trotz Dreierpack aus der Startelf?

Trifft die Spielgenehmigung für Anthony Modeste ein, hat FC-Trainer Markus Anfang ein Luxusproblem im Sturm

Immerhin hofft der Bundesliga-Absteiger, dass noch in dieser Woche die Spielgenehmigung für Anthony Modeste eintrifft. Und gegen den 25-Tore-Mann der Bundesliga-Saison 2016/17 und seinen aktuellen Sturmkollegen Simon Terodde, der als letzte Amtshandlung vor seiner Auswechslung mit seinem bislang 23. Meisterschaftstreffer (85.) für den Endstand sorgte, dürfte der Kolumbianer nicht unbedingt erste Wahl sein.

Trotzdem genoss Córdoba den Moment und seinen ersten Dreierpack, schmuggelte den Spielball unter dem Trikot aus dem Stadion und ließ ihn von seinen Mannschaftskollegen signieren. „Das war mein bester Tag, seitdem ich in Köln bin. Ich werde das alles mit meiner Familie genießen“, gab der 25-Jährige zu Protokoll.

Übermächtige Konkurrenz

Die Eingewöhnungszeit war nicht leicht für Córdoba, die Zukunft wird es angesichts der übermächtigen Konkurrenz im Sturmzentrum vielleicht auch nicht, aber genau an dieser Stelle stellt sich die Frage, warum der FC nicht mit deutlichem Abstand die Tabelle anführt, sondern den Atem von drei Verfolgern hinter sich spürt, die die Kölner an nur einem einzigen Spieltag von den Aufstiegsrängen verdrängen können.

„Ich sage zwar, wir haben die beste Mannschaft in der Liga“, räumte nach Spielschluss auch FC-Manager Armin Veh ein, „aber die Psychologie spielt eine große Rolle. Du musst dem Druck ständig standhalten, es gibt keine leichten Spiele“, folgte die Einschränkung des 58-Jährigen.

Ein gutes Beispiel für die Richtigkeit der These brachte der zwischenzeitliche Ausgleich durch St. Paulis Stürmer Alex Meier (38.), der die 1:0-Führung des FC nach nur sechs Minuten wieder ausglich. Zu häufig gab es in der bisherigen Saison diese kurzen Aussetzer, die den Erfolg des betriebenen hohen Aufwands zunichte machten.

Geis als Ideengeber

Vielleicht fehlte auch bislang ein Ideengeber wie Johannes Geis im Mittelfeld, der erst mit seinem Traumpass über 50 Meter auf Vorlagengeber Christian Clemens das dichtgestaffelte Hamburger Mittelfeld aushebelte und das 2:1 für Köln ebenso vorbereitete wie mit seinem Freistoß das 3:1. Doch darüber hinaus arbeitete der Ex-Schalker auch exzellent defensiv auf der Sechser-Position. „Nach Ballverlusten haben wir direkt nachgeschoben und kompakt gestanden. Wir wussten um die Konterstärke von St. Pauli“, nahm sich Geis selbst zurück.

Die defensive Einsatzbereitschaft kann im anstehenden Kampf um die Stammplätze auch Terodde für sich verbuchen. Der 30-Jährige reißt Lücken, läuft Räume zu, geht beim Gegenpressing lange Wege – und freut sich schon fast, wenn er sagt: „Für den Trainer wird es interessant, wenn es dazu kommt.“

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