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Aachen: FC will nicht die Favoritenrolle

Aachen : FC will nicht die Favoritenrolle

Eine so ausgeglichene Bilanz dürfte es zwischen zwei Bundesliga-Klubs kein zweites Mal geben: Nach 88 Aufeinandertreffen hat der 1. FC Köln ebenso 33 Siege auf der Habenseite wie Werder Bremen — und 22 Mal endeten die Begegnungen mit einem Remis.

Und so ist es auch keine Koketterie, wenn Kölns Coach Peter Stöger beim Gastspiel seines Tabellensiebten mit Anschluss an die internationalen Startplätze beim -14. mit Anschluss an die Abstiegsränge keinen klaren Favoriten ausmachen will: „Es gibt keine deutlichen Vorzeichen. Es waren immer ganz enge und schwere Spiele. Man kann nicht sagen, dass jemand Favorit oder krasser Außenseiter ist. Es ist möglich, dass wir da drei Punkte mitnehmen. Aber es ist auch möglich, dass wir das ein oder andere Problem im Spiel haben“, lautet die Einschätzung des 50-Jährigen, die so gut wie alle Möglichkeiten offen lässt.

Aber genau diese Unsicherheit wird durch die beiden letzten Auftritte seiner Mannschaft eindrucksvoll untermauert: Der schmerzhaften 0:4-Niederlage bei der TSG Hoffenheim folgte ein furioses Heimspiel gegen das Topteam von Borussia Dortmund, das erst auf den letzten Zentimetern nicht mit drei Punkten belohnt wurde. „Wir haben viel Präsenz gezeigt, der Toptorjäger der Bundesliga hatte keine Tormöglichkeit“, fasste Stöger die Stichworte um Verteidiger Frederik Sörensen, der noch keine Spielminute verpasst hat, zusammen. „Zeigen wir das in Bremen auch, haben wir gute Chancen auf drei Punkte.“

Noch mehr Hoffnung macht, dass die medizinische Abteilung des FC im Laufe der Woche zwei weitere Spieler von der Verletztenliste streichen konnte: „Marco Höger und Simon Zoller haben bereits am Dienstag eine schärfere Einheit absolviert und sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen“, umriss der Kölner Coach seinen etwas erweiterten personellen Handlungsrahmen. Mit Höger dürfte gegen Werder Bremen zumindest wieder die Hälfte der Stamm-Sechs auf dem Platz stehen, Zoller bietet Variationsmöglichkeiten auf der Position von Marcel Risse, als hängende Spitze oder als Alternative für Artjoms Rudnevs in der Spitze neben Anthony Modeste. „Ich gehe davon aus, dass es bei beiden für das Wochenende reicht, kann es aber nicht zu 100 Prozent sagen.“

Erschwerend kommt bei der Aufgabe an der Weser hinzu, dass Bremen unter Trainer Alexander Nouri den Abwärtstrend gedreht und aus den letzten drei Partien sieben Punkte geholt hat. Vor allem der Sieg bei Hertha BSC ließ aufhorchen. Nicht so schnell beseitigen lassen sich die konditionellen Defizite des SVW — genau da könnte der Ansatzpunkt für die Stöger-Elf sein — wenn sich die Motivationslage aus der Partie gegen Dortmund wiederholen lässt.

Voraussichtliche Aufstellung: Kessler - Sörensen, Mavraj, Heintz - Höger, Hector - Olkowski (Zoller), Osako, Rausch - Rudnevs, Modeste