Wegberg-Beeck: FC Wegberg-Beeck: Im Hinspiel zu naiv, aber sehr viel gelernt

Wegberg-Beeck: FC Wegberg-Beeck: Im Hinspiel zu naiv, aber sehr viel gelernt

Nur in den seltensten Fällen machen Vereine eine ähnliche Erfahrung wie der FC Wegberg-Beeck in diesem Jahr. Im Mai feierte Friedel Henßen mit seinen Schützlingen den umjubelten Aufstieg in die Fußball-Regionalliga. Eine Hinrunde später wird der Klub abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz überwintern.

„2015 haben wir wirklich alles erlebt“, resümiert der Teamchef. „Wir wurden Meister, hatten Siegesserien und verloren zehn Spiele am Stück.“ Für Henßen ist es die bisher emotionalste Phase seiner Trainerlaufbahn. Trotz der sportlichen Misere sitzt er fest im Sattel und braucht sich um seinen Job nicht zu sorgen.

Dass Günter Stroinski während des anfänglichen Negativlaufs ihm sein Vertrauen geschworen hat, rechnet Henßen dem Präsidenten hoch an: „Wir haben vor der Saison über sehr viel gesprochen, und es ist ganz wichtig, dass sich an die Worte gehalten wird. Das schweißt den Verein zusammen.“

Auch privat hat sich für den 44-Jährigen einiges verändert. Neben dem Trainings- sowie Spielbetrieb und dem Scouting bleibt „nicht viel Zeit für andere Sachen“, so Henßen. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit seiner rechten Hand Dirk Ruhrig ist daher essenziell, um den Fußball-Alltag neben dem Beruf seriös zu bewältigen.

Sportlich hat sich dieser Aufwand noch nicht rentiert. Lediglich fünf Zähler holten die „Kleeblätter“ zur Saisonhalbzeit — allesamt im heimischen Waldstadion. In der Vorwoche stand Beeck bei der U 23 des 1. FC Köln kurz vor dem ersten Auswärtspunkt, aber diesmal verhinderte ein Sonntagsschuss das Erfolgserlebnis.

Henßen ärgert sich: „In Essen wird ein Schuss abgefälscht, in Lotte entscheidet der Schiedsrichter gegen uns und gegen Köln ein Traumtor.“

Beim SV Rödinghausen beginnt am Samstag um 14 Uhr die Rückrunde für Wegberg-Beeck. Der Neuling will das Kalenderjahr mit einem positiven Ergebnis beenden. Mut machen soll das Hinspiel — trotz der derben 0:5-Auftaktpleite. „Wir waren viel zu naiv, haben aber eine Menge gelernt“, erklärt der Übungsleiter, der auch eine Chance im angeknacksten Selbstvertrauen der Gastgeber sieht.

Seit dem 18. September wartet Rödinghausen auf einen Sieg und sammelte seitdem fünf Zähler — genauso viele wie das Schlusslicht! Der FCW darf sich von diesem Fakt nicht beirren lassen, sondern muss sich auf die Rückwärtsbewegung konzentrieren. Hält das Bollwerk, wird der Gegner nervös.

Ob Johannes Walbaum (Zerrung) die weiteste Auswärtsfahrt — satte 263 Kilometer beträgt die Strecke in den Bielefelder Norden — antreten wird, weiß Henßen noch nicht. Dafür schwört er in der Rückrunde auf seinen Kader, denn Transfers sind nicht geplant. „Wir haben nicht die Mittel, um irgendwelche Sprünge zu machen, aber ich denke auch, dass der ein oder andere sich für 2016 noch ein paar Prozent nach oben offen gelassen hat.“

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