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Aachen: Evgeny Korolev zum Dritten

Aachen : Evgeny Korolev zum Dritten

Mit seinem dritten Sieg hat Evgeny Korolev dafür gesorgt, dass Rainer Schüttler in die Annalen des Aachener Tennis-Challengers eingeht. Schließlich war der 32-Jährige bislang der Einzige, der den 20-Jährigen in Aachen schlagen konnte.

Kein Wunder, das der Seriensieger am Brüsseler Ring das Aachener Turnier als sein „Lieblingsturnier” bezeichnet, auch wenn er sich vor dem 7:6 (5), 7:6 (3)-Sieg über den Wild-Card-Starter Ruben Bemelmans besonders ins Zeug legen musste, um vor den Augen seiner gesamten Familien spielen zu können. „Meine Mutter hat zu mir gesagt, dass sie nur zuschauen kommt, wenn ich das Finale erreiche. Also habe ich mich besonders angestrengt.”

Doch der erste Weg führte Korolev, den Sieger von 2005, 2007 und jetzt auch von 2008, nicht zu seinem Clan, sondern zu seinem Gegner Ruben Bemelmans. Der junge Belgier, in der Weltrangliste bislang knapp 200 Positionen hinter Korolev postiert, hatte im Finale dafür gesorgt, dass für den Sieger das Zuckerschlecken erst nach Spielende mit der traditionellen Überreichung der Tennisschläger-Printe begann.

Lob für den Gegner

Schon nach dem letzten Ballwechsel gab es lobende Worte und Schulterklopfer für Bemelmans - und in seiner Ansprache bei der Siegerehrung wandte sich Sportsmann Korolev zunächst an den unterlegenen Gegner: „Das war ein großes Match von ihm. Zweimal erst im Tiebreak gewonnen, dazu ein bisschen Glück für mich. Großes Ding”, lobte der Turniersieger seinen Gegner dafür, dass der ihm das Leben richtig schwer gemacht hat.

Vor allem das variable Linkshänder-Service von Bemelmans - mal extrem weit rausgespielt, mal hart an die T-Linie, oder auch mit Kick auf den Mann - ist eine tückische Waffe gegen jeden Gegner. Korolev hielt mit seiner Vorhand-Peitsche und Rückhand-Returns dagegen, sodass am Ende des ersten Satzes ein einziger verschlagener Vorhandschlag von Bemelmans reichen musste, um den Durchgang zugunsten von Korolev zu entscheiden.

Im zweiten Satz das gleiche Bild: Beide Spieler brachten problemlos ihre Spiele nach Hause, auch wenn die ersten Aufschläge weniger zuverlässig einschlugen als im ersten Satz. Erneut musste der Tiebreak entscheiden, erneut hatte Korolov die Nase vorn, obwohl Bemelmans in seiner Halbfinal-Begegnung gegen den lettischen Qualifikanten Andis Juska alle drei Sätze über die harte Entscheidung gespielt hatte.

„Ich habe ihm und seiner Mutter signalisiert, dass wir im nächsten Jahr auf Ruben bauen”, bestätigte Kurhaus-Teamchef Alexander Legsding erfolgreiche Verhandlungen mit Bemelmans, der durch seine Final-Teilnahme in Aachen rund 50 Plätze in der Weltrangliste auf Position 240 nach oben springen wird.

Mit dem Doppelsieg an der Seite von Michael Kohlmann hat Alexander Waske nach 14-monatiger Verletzungspause in Aachen einen erfolgreichen Neubeginn gestartet - und der Frankfurter bedankte sich brav: „Vielen Dank für das Vertrauen. Wir haben drei Mal knapp gewonnen, wir haben uns drei Mal durchgebissen. Aachen ist das deutsche Vorzeige-Challenger”, schickte er Blumen in Richtung Veranstalter und Publikum.

Und die Zuschauer konnten und wollten soviel Lob nicht einfach so auf sich sitzen lassen: Der 31-Jährige gewann nicht nur den Doppeltitel, sondern auch den Preis als Publikums-Liebling des Turniers, das im kommenden Jahr eine Neuerung erfahren wird: Aufgrund der Änderung des ATP-Spielplans wird es zwei Wochen später als bislang gewohnt stattfinden.