Aachen: Entscheiden die Ladies schon das Viertelfinale?

Aachen : Entscheiden die Ladies schon das Viertelfinale?

Schon beim zweiten Mal kann das Außergewöhnliche bereits Normalität sein. „In diesem Jahr machen wir uns um den Schiedsrichterstuhl keine Gedanken. In der Halle wird Champions League gespielt, da werden wir für unsere Play-offs diesmal keinen eigenen mitbringen“, zeigt sich Bastian Heckert, Geschäftsführer der Ladies in Black Aachen, entschlossen, wenn es am Mittwochabend (19 Uhr/Sport1) zum Rückspiel im Play-off-Viertelfinale ins belgische Maaseik gegen Wiesbaden geht.

Als die Aachenerinnen dort im vergangenen Jahr erstmals in den Play-offs antraten, drohte die fehlende Prüfplakette für den Schiedsrichterstuhl — die Unterstützer von Noliko Maaseik hatten ihn selbst gebaut — bei der Hallenabnahme noch zum Problem zu werden.

Das scheint vom Organisatorischen her allerdings schon das größte Problem zu sein, wenn die Ladies nach dem Schweriner SC im Vorjahr nur den VC Wiesbaden zum „Auswärts-Heimspiel“ empfangen. „Wir müssen nur unsere Bodenaufkleber anbringen, die Hallenbanner aufhängen und ein wenig Deko anbringen“, beschreibt Heckert den überschaubaren Aufwand. „Für alles andere wird durch die Verantwortlichen von Noliko Maaseik gesorgt.“

Rein sportlich hat die Mannschaft von Aachens Trainerin Saskia van Hintum mit dem glatten 3:0-Sieg im Hinspiel bereits die Grundlage gelegt, zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte das Play-off-Halbfinale zu erreichen und damit die Bronzemedaille bereits sicher zu haben.

Trotzdem dürfte es der größte Fehler sein, die Wiesbadenerinnen deshalb auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wenn die Wiesbadenerinnen als Team auftreten, können sie jeden Gegner schlagen“, warnt auch Sportdirektor Sebastian Gutgesell — und erinnert an den überraschenden 3:2-Erfolg der Mannschaft von Trainer Dirk Groß im vorletzten Hauptrundenspiel in Schwerin.

Trotzdem sieht Gutgesell spielerische Vorteile beim eigenen Team: „Unsere Stärken liegen ganz klar im Block und im Auftreten des gesamten Teams. Wenn es uns gelingt, druckvolle Aufschläge in die gegnerische Hälfte zu bringen, hat es Wiesbaden aus schlechter Annahme heraus im Angriff gegen unseren Block zu punkten.“

Auch wenn der letzte Schritt zum Erreichen des Halbfinales noch gegangen werden muss, ist der Sportdirektor der Ladies mit dem bisherigen Abschneiden durchaus zufrieden: „Unser Ziel war es, unter die ersten Sechs zu kommen, das ist uns als Fünfter gelungen. Wir mussten zwar hinnehmen, dass uns Wiesbaden am Ende überholt hat, durch unseren Auswärtssieg konnten wir den Vorteil für den Gegner bereits wettmachen.“

Auch wenn der Hinspiel-Erfolg beruhigend erscheint: Die Aachenerinnen konnten die ersten beiden Durchgänge nur für sich entscheiden, weil sie in den entscheidenden Phasen mental stärker waren. Das sieht auch Wiesbadens Trainer Dirk Groß so: „Das ist alles Kopfsache. Wichtig ist, dass unser Team das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat und mentale Stärke zeigt, um das Spiel gut bestreiten zu können.“

Genau dieser Punkt dürfte auch für die Ladies in Black ausschlaggebend sein, die im bisherigen Saisonverlauf in den entscheidenden Spielphasen immer hellwach gewesen sind.

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