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Dillenburg: Einmal Dillenburg und schnell zurück

Dillenburg : Einmal Dillenburg und schnell zurück

Arnold Beginn hatte Tränen in den Augen. Das unglückliche Viertelfinal-Aus mit 1:3 gegen TTV Gönnern bei der Pokal-Endrunde in Dillenburg hatte dem Manager der SIG Combibloc Jülich/Hoengen doch sehr zugesetzt.

„Ich habe das befürchtet”, sagte Beginn und war ungewöhnlich wortkarg. Und während sich die Mannschaft schon auf dem Rückweg befand, haderte er immer noch mit dem Schicksal: „Wir können im Moment einfach keine engen Spiele gewinnen.”

Im fünften Satz der wohl entscheidenden Partien kam die Situation, die den Manager und Vorsitzenden des Ligaausschusses aus dem Gleichgewicht gebracht hatte.

Trinko Keen hatte gegen Slobodan Grujic gerade einen Matchball abgewehrt, als der Serbe im Trikot des TTV Gönnern mit einem Netzroller seinen zweiten Matchball holte und die komplette Delegation von der Rur demoralisierte.

Der Rest war Formsache. „So läuft das eben, wenn du dich in einem Formtief befindest”, hatte sich Teamchef Christian Dreher als erster wieder gefangen. „Ich habe das schon hundertfach erlebt. Aber wir haben uns hier gut präsentiert und nur mit viel Pech verloren.”

Vielleicht war es ja ein schlechtes Omen, dass Jülich/Hoengen erst gar keine Hotelzimmer gebucht und die Heimreise schon für Freitagabend eingeplant hatte...

Am Rande der Veranstaltung traf die Versammlung der Tischtennis-Bundesligisten einige Entscheidungen, die das Spielsystem betreffen. „Diese Dinge sind aber noch nicht zur Veröffentlichung frei gegeben”, teilte Ligasekretär Wieland Speer mit.

Denn zunächst müsse man sich noch intern mit dem DTTB abstimmen. Die Anträge sollen am 7. Dezember im Hauptausschuss diskutiert und zur Abstimmung vorgelegt werden.

Doch es sickerte durch, dass wieder einmal eine Veränderung des Spielsystems stattfinden soll. Dabei konnte sich offensichtlich Grenzaus Präsident Manfred Gestettner nicht durchsetzen, der das so genannte WM-System (Dreier-Mannschaften, keine Doppel) im Vorfeld gefordert hatte.

Und auch diejenigen, die alles beim aktuellen Status lassen wollen, fanden keine Mehrheit. Es läuft wohl alles darauf hinaus, dass auch nach dieser Saison in der Bundesliga mit Vierer-Mannschaften gespielt wird, aber die Doppel gestrichen werden.

Abzuwarten bleibt, ob der Ligaausschuss seinen Wunsch realisieren kann, dass die jeweils ersten Acht der Bundesliga automatisch für die nächste Pokal-Endrunde qualifiziert sind. Denn damit hätte kein Zweitligist mehr die Chance, sich in den Kreis der Etablierten zu spielen.