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Dillenburg: Ein Abstiegsduell auf bemerkenswertem Niveau

Dillenburg : Ein Abstiegsduell auf bemerkenswertem Niveau

Es war ein außergewöhnliches Spiel. Das Abstiegsderby der Tischtennis-Bundesliga zwischen dem TTV Gönnern und dem TTC Indeland Jülich war ein Treffen auf bemerkenswertem Niveau.

Doch nach den knapp vier Stunden Hochspannung vor 800 Zuschauern in der Dillenburger Nassau-Oranien-Halle wusste keiner der Kontrahenten so richtig, wie das 5:5 zu bewerten ist. „Für uns war dieser Punkt das Minimum”, ordnete Jülichs Trainer Johannes Dimmig das Resultat ein. „Wir haben Gönnern auf Abstand gehalten.”

Wenn der Vorletzte den Drittletzten empfängt und dieses Match als seine letzte Chance empfindet, dem Abstieg noch entgehen zu können, darf man an den Tischen keine technischen Leckerbissen erwarten. Doch überraschenderweise gab es spielerische Höhepunkte am laufenden Band. „Das war heute von beiden Teams stark”, befand Dimmig. „Das sah nicht wie Abstiegskampf aus und war auch spielerisch gut.”

Und wie eng die Geschichte war, zeigt ein Blick in die Statistik. Das Satzverhältnis weist einen 23:21-Vorteil für Gönnern auf, Jülich lag mit 433:422 Bällen vorne. Knapp die Hälfte aller Sätze wurde zu Neun oder erst in der Verlängerung entschieden.

Fünf der zehn Spiele gingen über die volle Distanz von fünf Sätzen, nur Jörg Roßkopf verlor das Spitzeneinzel gegen Gönnerns Wang Xi mit 0:3. Rekordverdächtig war das Doppel zwischen Wang/Filus und Freitas/Apolonia. Die Vier brauchten für ihr Match allein 55 Minuten.

„Das war für uns ein ganz wichtiger Punkt”, atmete auch Jülichs Manager Arnold Beginn auf. „Hätten wir verloren, wäre die ganze Arbeit dieser Saison für die Katz´ gewesen. Jetzt kann ich weiter planen.” Und das sieht so aus, dass er wohl personell umdenken muss. Denn Tiago Apolonia, bei dessen neuem Vertrag es nur noch um Details ging, wird den TTC wohl doch verlassen.

Der junge Portugiese hat ein hoch dotiertes Angebot aus Ochsenhausen erhalten. „Da kann ich nicht mitbieten”, zog Beginn einen Schlussstrich unter dieses Kapitel. Also wird Jakub Kosowski bleiben. Der Pole war es auch, der in Gönnern die Nerven behielt und den Schlusspunkt setzte.