ATG-Winterlauf: Eigens aus dem Allgäu angereist

ATG-Winterlauf : Eigens aus dem Allgäu angereist

Er hat einen ganz einfachen Trick, wie er zum Sieg läuft – zumindest wenn die Temperaturen so winterlich wie am Sonntag sind. „Ich ziehe einfach weniger an, dann muss ich schneller laufen, damit mir warm wird.“

Sagt Nikki Johnstone und lacht nach seinen eigenen Worten. „Manchmal, so wie heute, schütteln die Leute schon den Kopf, wenn ich so an ihnen vorbeilaufe.“

Doch der „Trick“ scheint – neben viel Training – zu wirken, denn der 34-Jährige gewann am Sonntag nach 18 Kilometern vom Vichtbachtal bis zum Aachener Chorusberg in 59:07 Minuten die 56. Auflage des Winterlaufs, bei den Frauen siegte Kristina Ziemons (DLC Aachen) in 1:07:52 Stunden.

„Es war kalt, das macht mir aber nichts aus, schließlich bin ich ja Schotte“, erläutert Johnstone grinsend. Bei seinem Anblick fröstelte es aber selbst Günter Drießen, der seitens des Veranstalters Aachener TG wieder für die Organisation verantwortlich zeichnete. Er zog seine Jacke aus, und Johnstone nahm sie dann doch gerne an.

Seit zwölf Jahren lebt der gebürtige Highlander in Deutschland, unterrichtet Englisch und Sport an der internationalen Schule in Neuss. 2017 gab er sein Debüt beim Winterlauf, wurde damals gleich Fünfter. „Es hat mir richtig gut gefallen, das ist eine sehr schöne Strecke. Daher wollte ich unbedingt wieder hier starten“, so Johnstone, der vor allem „den Marathon liebt. Erstmals bin ich in diesem Jahr in Düsseldorf unter 2:30 Stunden gelaufen, habe das in Duisburg und Mannheim wiederholt. Wenn sich aber so ein Lauf, wie der Winterlauf anbietet, mache ich sehr gerne mit.“ Von Beginn an hatte er das Rennen dominiert und vor Dominik Fabianowski (Köln; 59:47) und dem Polen Maciek Miereczko (LG Voreifel, 1:00:15) gewonnen.

„Schon wieder nicht Erster“, stöhnte Fabianowski noch etwas außer Atem im Ziel, denn im vergangenen Jahr hatte er sich knapp den Aachenern Martin Heuschen und Mussa Hudrog, der diesmal krankheitsbedingt den Winterlauf verpasste, geschlagen geben müssen.

Doch auch Vorjahressieger Heuschen blieb ein wenig hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. 59:08 Minuten hatte der ATG-Läufer im vergangenen Jahr benötigt, 1:03:40 Stunden waren es in diesem Jahr – rund drei Minuten mehr als erhofft. „Die Strecke war sehr rutschig, in den Kurven musste man Tempo rausnehmen. Zudem habe ich seit dem Sommer nicht so viel wie gewohnt trainiert. Nachdem ich die Qualifikation für die DM über 5000 Meter verpasst hatte, fehlte ein wenig die Motivation. Erst zuletzt habe ich wieder mehr getan“, erläutert Heuschen, der als Achter hinter seinem Teamkollegen Gero Pietsch (1:03:01) ins Ziel kam. Max Nores (1:01:51), 19-jähriges Talent aus Aachen im Trikot der LG Olympia Dortmund, wurde Fünfter.

Der Winterlauf ist für Kristina Ziemons, die 2017 verletzt passen musste, ein besonderes Event, für das die Aachenerin sogar aus dem Allgäu, in das es sie beruflich bedingt verschlagen hat, anreiste. Im April war die 34-Jährige in Alsdorf zum dritten Mal in Folge deutsche Duathlon-Meisterin geworden. „Der ATG-Winterlauf ist einer der schönsten Wettkämpfe. Meine Schwester läuft hier mit, mein Cousin und meine Cousine ebenso, und schon meine Eltern sind mitgelaufen“, sagt die Frauen-Siegerin, die Wiederholungstäterin ist und mit ihrer Zeit „mega zufrieden“ war.

Mit hohem Anfangstempo hatte Sonja Vernikov (Ski-Keller Kaulard & Schroiff; Eicherscheid) gleich die Spitze übernommen, war aber nach rund fünf Kilometern von Ziemons gestellt und zügig überholt worden. Vernikov, Schnellste in der U 18, wurde in 1:12:38 Stunden Dritte der Gesamtwertung hinter Ziemons und Julia Kümpers (ATG; 1:11:30).

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