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Alsdorf: Duathlon in Alsdorf: Siegerin Ziemons vermisst die Konkurrenz

Alsdorf : Duathlon in Alsdorf: Siegerin Ziemons vermisst die Konkurrenz

Den ganz steil nach oben gereckten Daumen von Race-Director Patrick Thevis gab es schon um die Mittagszeit beim siebten Dachser-Duathlon des Marathonclubs Eschweiler in Alsdorf zu sehen. Dabei galt dieses positive Symbol sowohl den organisatorischen, als auch den sportlichen Leistungen des zum zweiten Mal im Alsdorfer Stadtzentrum organisierten Riesenevents.

Dass zum ersten Mal die Deutschen Meisterschaften integriert wurden, war quasi en passant miterledigt, wie Thevis sagte. „Ich bin überaus zufrieden mit dem ganzen Verlauf“, sagte er, nur am kühlen und teils auch nassen Wetter konnte er nichts ändern.

Die drei besten Elite-Frauen: Siegerin Kristina Ziemons (DLC Aachen, M.), Ulrike Schwalbe (Zweite, l.) und Rebecca Fondermann (Dritte).
Die drei besten Elite-Frauen: Siegerin Kristina Ziemons (DLC Aachen, M.), Ulrike Schwalbe (Zweite, l.) und Rebecca Fondermann (Dritte). Foto: Markus Bienwald

Dass die durchaus sehr anspruchsvollen Witterungsbedingungen mit eisigem Wind ein regelrechtes Favoritensterben zur Folge hatten, kann man zwar nicht sagen. Dennoch schaffte Lokalmatador Tobias Hibbe vom Brander SV mit einer Zeit von 1:48:48 Stunden nicht ganz das anvisierte Ziel. Rang 1 und damit der Meistertitel sollte es werden, am Ende wurde es Platz 4 hinter Dominik Sowieja (1:47:49 Stunden, NSU Triathlon), John Heiland (1:48:20 Stunden, SV Halle) und Theodor Popp (1:48:30 Stunden, TSV 1880 Gera-Zwötzen).

Die drei Besten der Elite der Männer: Sieger Dominik Sowieja (Mitte), John Heiland (Zweiter, l.) und Theodor Popp (Dritter).
Die drei Besten der Elite der Männer: Sieger Dominik Sowieja (Mitte), John Heiland (Zweiter, l.) und Theodor Popp (Dritter). Foto: Markus Bienwald

„Insgesamt ein wenig enttäuschend“, wertete Hibbe seinen Auftritt, der 59 Sekunden länger dauerte als der des souveränen neuen Deutschen Meisters Sowieja. Für den hatte Hibbe übrigens richtig viel Lob dabei: „Super gemacht, direkt auf dem Rad angegriffen, und damit auch souverän den Sieg verdient.“

Der Radrennpart zwischen den beiden Laufstrecken zu zehn und zu fünf Kilometern war es sicherlich auch, der viele Sportler der insgesamt 25 angetretenen Männer in der Elite-Wertung wie auch den weiteren 630 Aktiven am Tag zu schaffen gemacht hat. Zum einen herrschte ein eisiger, starker Wind, der die leichten und teils mit windempfindlichen Radabdeckungen ausgerüsteten Räder zu seinem Spielball werden ließ.

Zum anderen war es aber auch die Taktik, die bei den Elite-Sportlern, die im Gegensatz zu den übrigen Klassen bei den Männern auch im Windschatten fahren durften, für Ärger und vielleicht nicht die ganz angestrebten Top-Leistungen sorgte. Hibbe sagte: „Die Gruppe war nicht gerade homogen, da wollte keiner so richtig führen, dann hat mal einer geführt, dann wieder gar keiner.“

Und so konnte mancher der Extremsportler wohl nicht seine gewohnte Schlagzahl abrufen. Am Streckenrand waren die Vorgänge innerhalb der Gruppe durch lautstarke Diskussionen kaum zu überhören. „Aber da kann man jetzt keinem Einzelnen einen Vorwurf machen“, schloss Hibbe.

Astrid Stienen sagt ab

Ähnlich souverän wie der Erstplatzierte bei den Männern, zeigte sich auch die Siegerin der Frauen-Konkurrenz. Und da stand diesmal nicht die Aachenerin Astrid Stienen, die ebenfalls für den Brander SV antritt, auf dem Treppchen. „Astrid hat kurzfristig abgesagt“, berichtete Patrick Thevis kurz vor den Startvorbereitungen zur Elite-Distanz. Stienen hatte noch Blessuren, die sie sich beim Ironman 70.3 auf Mallorca (Platz 5) zugezogen hatte, auszukurieren, daher konnte sie nicht teilnehmen.

Am Ende stand für manche Insider wenig überraschend Kristina Ziemons vom DLC Aachen ganz oben auf dem Treppchen. Und das mit Abstand, denn nicht nur ihre Zeit war mit 2:03:56 Stunden nicht nur rund eineinhalb Minuten besser als die der zweitplatzierten Ulrike Schwalbe (ATS Kulmbach). Dahinter kam Rebecca Fondermann (2:05:34 Stunden, SSF Bonn Tritahlon) auf Rang 3.

Ziemons dominierte das Feld vor allem im abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf beinahe nach Belieben. „Es war gut, aber leider waren nicht alle Frauen am Start, die eigentlich hätten starten sollen“, bedauerte sie. So sei beispielsweise auch die von Ziemons ebenfalls stark eingeschätzte Annika Vössing nicht dabei, generell hätten die „interessanteren“ Konkurrentinnen an diesem Tag einfach gefehlt.

Bei der Radstrecke war es der Wind, der es der späteren Siegerin nicht leicht gemacht hat, obwohl sie grundsätzlich ein Fan von eher hügeligen Strecken ist. Dennoch war das kein Grund für Kristina Ziemons, nicht mit einem strahlenden Siegerlächeln und hochgereckten Daumen bei der abschließenden Siegerehrung aufs Podest zu klettern.