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Hamburg: Die Welt zu Gast in deutschen Hallen: Lob und wenig Tadel für WM

Hamburg : Die Welt zu Gast in deutschen Hallen: Lob und wenig Tadel für WM

Die Welt ist wieder zu Gast bei Freunden. Ein halbes Jahr nach dem vierwöchigen Partyrausch während der Fußball-WM bemüht sich Deutschland bei der Handball-Weltmeisterschaft, erneut ein guter Gastgeber bei einem sportlichen Großereignis zu sein. Dabei erweisen sich die Zuschauer in den Hallen wie beim „Sommermärchen 2006” in den deutschen Stadien nach Meinung der Gäste als Weltklasse.

„Die Organisation ist klasse, die Stimmung genial”, lobte Islands Nationaltrainer Alfred Gislason. Auch Australiens Coach Morten Fjeldstad sah sich und sein Team durch die Atmosphäre als „Weltmeister der Herzen”. „Ich habe an keinem anderen Ort der Welt solche Zuschauer und Fans getroffen”, meinte der dänische Trainer des Handball-Zwergs. „Ihr habt mich und mein Team inspiriert, weiter hart zu arbeiten und zu trainieren, um uns zu verbessern.” Er hofft auf eine Medaille für Deutschland. „Die Fans hätten es verdient.”

Auch der ukrainische Trainer Sergej Kuschniriuk ist begeistert. „Die Organisation und Betreuung ist total super, in den Hallen ist eine tolle Atmosphäre”, sagte er. „Wir sind froh, dass wir hier spielen dürfen.” Sein dänischer Kollege Ulrik Wilbek hatte bereits nach dem Spiel gegen Norwegen in der Vorrunde festgestellt: „Selbst in Dänemark haben wir noch nie vor so vielen Dänen gespielt. Dafür mussten wir erst nach Deutschland kommen.”

Sein Spieler Claus Moeller Jakobsen vom spanischen Erstligisten Ademar Leon meinte: „Die Stimmung war bis jetzt fantastisch. Bei einer WM vor 10.000 Zuschauern wie in Kiel oder vor 12.000 wie in Mannheim zu spielen, ist für uns eine neue Erfahrung. Die Gastfreundschaft ist riesig. Die Leute sind hilfsbereit und ich glaube auch ein bisschen stolz darauf, die bislang größte WM überhaupt organisiert zu haben.”

Auch wenn die Stimmung nicht in allen Arenen gleich gut ist, ist Kritik an der WM nur vereinzelt zu hören. Wenn, dann betrifft es zumeist die Organisation. An Kleinigkeiten störte sich der ungarische Linksaußen Attila Vadkerti. Er habe sich gewundert, dass die Spieler für Internet und Wäscheservice bezahlen müssen: „Das hätte ich bei einer WM nicht erwartet.”

Grundsätzlicher wurde Frankreichs Trainer Claude Onesta, der den Spielplan kritisierte. Der habe aus seiner Sicht zu unnötigen Reisestrapazen geführt. „Man hat die Mannschaft zu einem Spiel 100 Kilometer anreisen und 100 Kilometer zurückreisen lassen”, sagte er. „Das Wichtigste ist, dass die Spieler respektiert werden, damit sie nicht noch müder werden, als sie ohnehin schon sind.”

Der deutschen Mannschaft dagegen seien solche Belastungen erspart geblieben. „Ich hoffe nur, dass diese WM nicht eine WM des Kommerzes, sondern eine des Handballs ist”, meinte er. Doch auch Onesta musste zugeben: „Auffallend ist die tolle Stimmung in den vollen Hallen.”