Die Karriere von Michael Schumacher im YouTube-Rückblick

Erster Titel vor 25 Jahren : Die Karriere von Michael Schumacher im YouTube-Rückblick

Michael Schumacher ist einer der größten deutschen Sportler der Geschichte und der erfolgreichste Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Am 13. November 1994 holte er den ersten von insgesamt sieben Weltmeister-Titeln. Zum 25-jährigen Jubiläum dieses ersten Titels blicken wir in YouTube-Videos auf seine Karriere zurück.

Sieben Weltmeister-Titel, 91 Siege, insgesamt 155 Podestplatzierungen und 77 schnellste Rennrunden: Michael Schumacher ist in der Formel 1 das Maß aller Dinge, der wohl beste Formel-1-Fahrer aller Zeiten und einer der größten deutschen Sportler der Geschichte.

Der Kerpener wurde am 3. Januar 1969 in Hürth geboren und war von 1991 bis 2006 und von 2010 bis 2012 in der Formel 1 aktiv. Insgesamt ging er bei 307 Rennen an den Start, 68 Mal von der Pole Position aus. 1994 wurde er im australischen Adelaide als erster Deutscher Formel-1-Weltmeister. Das Rennen am 13. November war an Dramatik kaum zu überbieten - wie schon der gesamte Saisonverlauf zuvor. Zum 25. Jubiläum von „Schumis“ erstem WM-Titel blicken wir in YouTube-Videos auf seine erfolgreiche Karriere zurück.

Debüt 1991

Schon in ganz jungen Jahren zeigte Michael Schumacher beim Kartfahren sein Talent für den Motorsport und überzeugte Experten und Sponsoren, holte erste Titel und machte auf sich aufmerksam. Über die Formel König, die Formel Ford und die Formel 3 gelangte Schumacher an einen Vertrag im Mercedes-Junior-Team, für das er Langstreckenrennen in Sportwagen-Prototypen fuhr. Zudem gab er kurze Gastspiele in der DTM und der Formel 3000.

1991 folgte dann der Sprung in die Formel 1. Da der Jordan-Stammfahrer Bertrand Gachot eine Gefängnisstrafe absitzen musste, sollte Schumacher auf dem Ardennenkurs von Spa in Belgien für ihn einspringen. Auch aufgrund der finanziellen Hilfe von Mercedes, die ihm zuvor Testfahrten in Silverstone ermöglicht hatten, debütierte er am 25. August 1991 in der Formel 1.

Nach einem starken siebten Platz in der Qualifikation schied Schumacher allerdings im Rennen bereits in der ersten Runde aufgrund technischer Probleme aus. Dabei startete der Große Preis von Belgien optimal für den Deutschen: Gleich zu Beginn machte er zwei Plätze gut. Eine erste Duftmarke war gesetzt.

Nach dem Rennen wechselte das Motorsporttalent zu Benetton.

Erster Sieg 1992

Dort wurde er zunächst Teamkollege vom dreimaligen Weltmeister Nelson Piquet. Wie viel Talent Schumacher mitbrachte, zeigte sich in den Qualifyings: Mit einer Ausnahme war „Schumi“ immer schneller als der Brasilianer.

Nach Podiumsplätzen in Mexiko, Brasilien, Spanien, Kanada und Deutschland errang Schumacher ein Jahr nach seinem Debüt an gleicher Stelle in Belgien seinen ersten Sieg.

Schumacher war erst der dritte Fahrer mit deutscher Lizenz, der einen Formel-1-Sieg einfuhr. Am Ende seiner ersten kompletten Saison stand für ihn der dritte Platz in der Fahrerwertung zu Buche. Doch dabei sollte es nicht bleiben.

Erster Weltmeister-Titel 1994

Der Start in die Saison verlief für Schumacher mit zwei Siegen optimal, mit dem dritten Rennwochenende folgte aber wohl das Tragischste der Formel-1-Geschichte: Beim Freitagstraining zum Großen Preis von San Marino in Imola kommt es zu einem schweren Unfall von Rubens Barrichello. Einen Tag später stirbt Roland Ratzenberger nach einem Unfall im Qualifying. Im Rennen am Sonntag verunglückt Ayrton Senna tödlich.

Im weiteren Saisonverlauf dominierte Schumacher zunächst, dann allerdings folgten Disqualifikationen und Sperren. Die einen redeten von „Schummel-Schumi“, die anderen warfen dem Rennverband eine künstlich herbeigeführte Spannung in der WM-Wertung vor. Denn beim abschließenden Rennen in Adelaide, Australien, trennten Schumacher und Damon Hill nur ein Punkt. Und dann kam es zur Kollision der beiden im Rennen:

Schumacher schied direkt im Anschluss aus. Hill fuhr noch weiter, musste jedoch in die Box. Nach bangen Minuten aller Schumacher-Fans kam dann die Entscheidung: Hill out! Für den Engländer war das Rennen ebenfalls beendet, Schumacher war Weltmeister. Der erste deutsche Weltmeister. Und es sollte nicht der letzte Titel bleiben.

Zweiter Weltmeister-Titel 1995

Im Folgejahr galt es nun den Titel zu verteidigen. Und der Start war verheißungsvoll: Gleich zum Saisonauftakt fuhr Schumacher den ersten Sieg ein. Die nächsten Rennen gingen jedoch verloren und beim Rennen in Imola gab es einen kurzen Schockmoment, denn Schumacher hatte einen schweren Unfall, blieb zum Glück aber unverletzt.

Von da an dominierte er die Rennen wieder und gewann unter anderem den Großen Preis von Deutschland – sein erster Sieg auf dem Hockenheimring. In Spa zeigte er wieder sein außerordentliches Können im Regen und fuhr von Startplatz 16 aus zum Sieg. Auf dem Nürburgring überholte er zwei Runden vor Schluss Jean Alesi und sicherte sich so den Sieg.

Am Ende der Saison hieß der Formel-1-Weltmeister erneut Michael Schumacher.

Der Wechsel zu Ferrari

„Wenn Ferrari mit Michael Schumacher nicht Weltmeister wird, dann werden wir es nie mehr.“, sagte Gianni Agnelli, damaliger Fiat- und Ferrari-Chef, als sich die Scuderia 1996 die Dienste des deutschen Doppel-Weltmeisters sicherte. Seit 1979 als Jody Scheckter am Ende der Saison die Fahrerwertung angeführt hatte, wartete der rote Traditionsrennstall auf einen Weltmeister-Titel. Michael Schumacher sollte den Glanz vergangener Tage zurückbringen.

Doch die Anfangszeit bei den Italienern verlief unglücklich, viele technische Pannen prägten die Rennen. Dennoch konnte Schumacher bereits vereinzelt Highlights setzen, wie zum Beispiel bei seinem ersten Sieg für Ferrari beim Großen Preis von Spanien auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona im Juni 1996:

Auf den Weltmeister-Titel mussten die Tifosi aber noch ein paar Jahre warten, die nächsten Jahre dominierten zunächst Williams-Renault und McLaren-Mercedes. Schumachers insgesamt drei Saisonsiege und der daraus resultierende dritte Platz in der Gesamtwertung war für Ferrari dennoch die beste Leistung seit sechs Jahren.

Der Villeneuve-Crash 1997

In der Folgesaison gab es einen Zweikampf an der Spitze zwischen Jacques Villeneuve und Michael Schumacher. Der Ferrari-Pilot lag bis zum letzten Saisonrennen in Führung, beim Großen Preis von Europa sollte die Entscheidung fallen. Schon beim Qualifying zeigte sich, wie eng die führenden Fahrer beieinander lagen: Villeneuve, Schumacher und Hein-Harald Frentzen fuhren auf die Tausendstelsekunde alle die gleiche Zeit – ein Novum in der Geschichte der Formel 1.

Im Rennen auf dem Circuito de Jerez in Jerez de la Frontera lag Schumacher lange Zeit vorne, Villeneuve aber konnte nach der ersten Rennhälfte aufholen. Wie schon 1994 zwischen Hill und Schumacher kam es auch in diesem Rennen zu einem Crash: Schumacher und Villeneuve kollidierten, Schumacher schied aus, der Kanadier fuhr als dritter über die Ziellinie und wurde Weltmeister.

Letztendlich wurde Schumacher die Schuld an dem Crash gegeben und aus der WM-Wertung gestrichen, der Vize-Weltmeistertitel ging an Frentzen.

„Are you trying to ******* kill me?!“

In der Saison 1998 schwang sich ein neuer Schumacher-Konkurrent auf: Mika Häkkinen entwickelte sich schnell zum Titelaspiranten und gewann die ersten beiden Rennen mühelos. Nachdem Schumacher den dritten Vergleich für sich entscheiden konnte, entwickelte sich ein spannender Kampf um die Gesamtwertung.

Der unrühmliche Höhepunkt fand beim Großen Preis von Belgien statt: Der Finne war bereits ausgeschieden als Schumacher einsam seine Runden zog und mit großem Abstand führte. Als er Häkkinens Teamkollegen David Coulthard überrunden wollte, kam es zur Kollision. Beide Fahrer mussten in die Box, in der Schumacher wutentbrannt auf Coulthard losgehen wollte, nur durch den beherzten Einsatz der Ferrari-Mechaniker konnte ein Aufeinandertreffen verhindert werden.

Letztendlich war die WM damit gelaufen, der Schotte beteuerte seine Unschuld und Schumacher akzeptierte später die Entschuldigung. Häkkinen wurde Weltmeister, der Deutsche schloss die Saison auf dem zweiten Platz ab.

Unterschenkel-Bruch 1999

In der neuen Saison schien Ferrari technisch zu McLaren-Mercedes aufgeschlossen zu haben, beide Rennställe waren ebenbürtig unterwegs. In den ersten sieben Rennen gelangen Schumacher zwei Siege, Weltmeister Häkkinen landete dreimal auf dem ersten Rang.

Vor dem Großen Preis von Großbritannien lag Schumacher acht Punkte hinter dem Finnen, doch statt aufzuholen, versagten die Bremsen seines Wagens und er krachte mit über 100 km/h in einen Reifenstapel. Bei dem Unfall brach er sich den Unterschenkel und fiel für sechs Rennen aus.

Zwei Rennen vor dem Ende der Saison gab „Schumi“ sein Comeback, Häkkinen wurde erneut Weltmeister. Es sollte sein letzter Titel sein, denn von nun an dominierten Schumacher und die Scuderia die Formel 1.

Dritter Weltmeister-Titel 2000

In seiner fünften Saison bei den Italienern sollte für Schumacher endlich der erste Platz in der Fahrerwertung erfolgen. Bereits der Start in die Saison verlief optimal mit drei Siegen in Folge – obwohl Häkkinen jeweils von der Pole Position startete.

Beim Großen Preis von Italien machte Schumacher mit seinem Sieg in Monza nicht nur einen großen Schritt in Richtung Weltmeistertitel, es war zugleich sein 41 Renngewinn. Damit hatte er die persönliche Bestmarke von Formel-1-Legende Ayrton Senna eingestellt. Entsprechend emotional reagierte der sonst so abgeklärte Schumacher auf der Pressekonferenz nach dem Rennen, was ihm viele Sympathien einbrachte:

Am Ende der Saison feierte Schumacher den ersten WM-Titel mit Ferrari und seinen dritten insgesamt.

Vierter Weltmeister-Titel 2001

Die Folgesaison begann für Michael Schumacher mit einem schweren Unfall. Beim Training zum Großen Preis von Australien brach das Heck seines Wagens bei fast 300 km/h aus, der Rennbolide überschlug sich zweimal und kam dann zum Stehen. Schumacher blieb unverletzt. Über seinen anschließenden Sieg konnte er sich dennoch nicht freuen: Sein Bruder Ralf und Villeneuve kollidierten während des Rennens, ein abgelöster Reifen traf einen Streckenposten und verletzte ihn tödlich.

Den Rest der Saison über dominierte Schumacher. Auch Strategiepannen wie beim Regenrennen in Malaysia konnten ihn nicht stoppen:

Bereits fünf Rennen vor Saisonende stand Schumacher als Weltmeister fest, es war bereits sein vierter Titel.

Fünfter Weltmeister-Titel 2002

Schumacher und Barrichello, mehr Namen brauchte man sich in der Formel-1-Saison 2002 nicht merken. Die beiden Ferrari-Piloten fuhren mehrere Doppelsiege ein, die Scuderia dominierte das Geschehen nach Belieben.

Ein fader Beigeschmack kam allerdings beim Großen Preis von Österreich auf. Aufgrund der berühmten Stallorder von Ferrari-Teamchef Jean Todt musste Rubens Barrichello, der das Rennen vom Start weg souverän anführte, Schumacher kurz vor der Ziellinie passieren lassen – unter lauten Buhrufen der Zuschauer.

Sechs Rennen vor Ende der Saison hatte Schumacher seinen fünften Weltmeister-Titel sicher, damit hatte er den Rekord von Juan Manuel Fangio eingestellt.

Sechster Weltmeister-Titel 2003

Der sechste WM-Titel sollte Schumachers schwerster werden. Um die Formel 1 wieder spannender zu machen, wurden die Regeln angepasst und die Punktevergabe geändert: Der Zweitplatzierte erhielt ab sofort nur noch zwei Punkte weniger als der Sieger eines Rennens.

Die Saison startete für Schumacher mit Fahrfehlern, technischen Schwierigkeiten und Pannen, bereits nach drei Rennen lag er 18 Punkte hinter dem Führenden der Gesamtwertung Kimi Räikkönen.

Erst beim vierten Rennen, dem Großen Preis von Österreich, erhielt Schumacher den für diese Saison entwickelten Wagen – und siegte. Allerdings wurde das Rennen vom Krebstod seiner Mutter überschattet.

Die folgenden Rennen waren ein ständiges Auf und Ab. Es gab Siege in Österreich und Kanada, aber auch Rückschläge auf dem Nürburgring und in Ungarn. Beim letzten Saisonrennen sollte ein einziger Punkt über die WM entscheiden, doch der reichte: Schumacher wurde mit seinem sechsten Titel zum erfolgreichsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Doch in der Folgesaison sollte er noch einen draufsetzen.

Siebter Weltmeister-Titel 2004

So spannend der Kampf um den sechsten Titel war, so dominant kam Schumacher in der Folgesaison zurück: 2004 gewann er 13 von 18 Rennen, von den ersten 13 gingen zwölf an ihn, in Monaco fiel er aus. Zwischenzeitlich holte er sieben Siege in Folge. Vier Rennen vor Saisonende sicherte sich Schumacher mit einem zweiten Platz in Belgien seinen siebten und letzten WM-Titel:

Der erste Rücktritt 2006

Nach fünf WM-Siegen in Folge endete die Dominanz von Schumacher und Ferrari 2005 mit dem Sieg von Fernando Alonso in der Gesamtwertung. Der Spanier kürte sich mit seinem ersten Titel zum bis dahin jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte.

Auch in der Folgesaison kam Ferrari nicht an Renault heran, am Ende des Jahres hieß der Weltmeister erneut Fernando Alonso.

Emotional wurde es beim Großen Preis von Italien. Nach seinem Sieg in Monza, dem insgesamt 90. seiner Karriere, gab Michael Schumacher am 10. September sein Formel-1-Aus zum Saisonende bekannt:

In der Folgezeit war „Schumi“ als Berater und Testfahrer für die Scuderia tätig, sichtete Talente und arbeitete Rennstrategien aus.

Nach einem schweren Unfall von Felipe Massa beim Qualifying für den Großen Preis von Ungarn gab es kurzzeitig Comeback-Gerüchte: Schumacher sollte für den Brasilianer einspringen. Gesundheitliche Probleme nach einem Motorradunfall im Februar verhinderten eine Rückkehr allerdings.

Comeback bei Mercedes 2010 bis 2012 und endgültiger Rücktritt

Die gab es dann aber zur Saison 2010. Gemeinsam mit Nico Rosberg ging Michael Schumacher von nun an für Mercedes auf Punktejagd. Drei Jahre nach seinem Rücktritt war der erfolgreichste Formel-1-Fahrer der Geschichte zurück auf der Piste.

Doch an die alten Erfolge konnte er bei weitem nicht mehr anknüpfen. Die Comeback-Saison beendete er auf dem neunten Rang, 2011 verbesserte er sich auf den achten Platz, am Ende der Saison 2013 stand der 13. Platz zu Buche.

Sein letztes Rennen absolvierte er beim Großen Preis von Brasilien. In Sao Paulo landete er auf dem siebten Platz und verabschiedete sich mit einer Ehrenrunde:

Seit einem Skiunfall im Dezember 2013 ist es um den erfolgreichsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten still geworden. Zwischenzeitlich lag er im Koma, seitdem gibt die Familie keine Meldungen zum Gesundheitszustand heraus. Die Fans stehen hinter ihm, immer wieder macht der Hashtag #keepfightingschumi im Netz die Runde.

Und der Name Schumacher sorgt in der Motorsportwelt weiter für Furore. Michael Schumachers Sohn Mick kommt ganz nach seinem Vater und hat Benzin im Blut. 2018 sicherte er sich den Titel in der Formel 3, seit der Saison 2019 ist er in der Formel 2 aktiv.

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