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Köln: Der Schatten von Pesic holt Baeck ein

Köln : Der Schatten von Pesic holt Baeck ein

Es bleibt dabei: Vor großer Kulisse in der heimischen Kölnarena blamieren sich die Basketballer von RheinEnergie Cologne mit auffallender Regelmäßigkeit.

Gegen Frankfurt war das so, gegen Oldenburg und auch Samstag, gegen den Tabellensiebten Bayer Leverkusen.

Das Prestigeduell um die „Vorherrschaft am Rhein” ging knapp, aber letztlich völlig verdient mit 82:84 verloren, weil die Kölner sich zu keinem Zeitpunkt der Begegnung ihrer Stärken besannen und in der Abwehr nicht zum ersten Mal diese Saison unübersehbare Schwächen offenbarten.

10 102 Zuschauer - Saisonrekord in der Bundesliga - sahen eine von Beginn an unterhaltsame Partie, in der die Leverkusener ihre körperlichen Nachteile mit unprätentiösen aber effizienten Fast Breaks kompensierten und durch intelligentes Passspiel immer wieder zu einfachen Körben in der Kölner Zone kamen.

Einziger Höhepunkt aus Sicht der Gastgeber: Nationalspieler Stephen Arigbabu traf aus der unglaublichen Entfernung von 28 Metern mit einem Verzweiflungswurf zeitgleich mit der Halbzeitsirene in den Korb. Arigbabu hatte den Ball unter dem eigenen Korb abgefangen und sofort geworfen. „Was bringt mir so ein geiler Wurf, wenn wir nicht gewinnen”, meinte der Schütze.

Leverkusens Bester, Denis Wucherer (19 Punkte, sechs Assists), stellte nach dem überraschenden Auswärtstriumph treffend fest, sein Team sei schlichtweg mit „mehr Herz” zu Werke gegangen.

Ein Charakteristikum, das RheinEnergie vergangene Saison, damals noch unter der Leitung vom inzwischen zum FC Barcelona abgewanderten Erfolgscoach Svetislav Pesic, zur Vizemeisterschaft trug und das in der laufenden Spielzeit bislang nur selten, zu selten, in den Kölner Reihen auszumachen war.

Ein verständlicherweise enttäuschter Trainer Stephan Baeck flüchtete sich nach dem Spiel in bereits mehrfach gehörte Ausflüchte: Der Korb sei eben „wie vernagelt” gewesen, und nach sorgfältiger Analyse” wolle er die Schwächen, „besonders in der Abwehr”, mit der Mannschaft besprechen.

Alles schon mal gehört. Gerade vor großem Publikum, gerade in engen Spielen, gerade in der Kölnarena. Spätestens nach der vierten Niederlage im siebten Heimspiel werden im Kölner Umfeld Stimmen laut, die glauben, das Team bräuchte möglicherweise einen lebhafteren Trainer, einen Motivator. Einen wie Pesic, zum Beispiel . . .