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Moers/Düren: Der kleine „Hammer-Schorch”

Moers/Düren : Der kleine „Hammer-Schorch”

Der Mann hinterlässt Spuren. Die Finger der gegnerischen Blockspieler schmerzen, die Unterarme der Abwehrspieler sind schnell knallrot.

Kein Spieler in der Volleyball-Bundesliga schlägt so hart wie Georg Grozer Junior - er ist der durchschlagkräftigste Angreifer der Liga.

Deswegen wird auch die Taktik, die Evivo Düren am Samstag um 19.30 Uhr beim Gastspiel in Moers wählt, relativ simpel klingen: Die Volleyballer von der Rur werden versuchen zu verhindern, dass Grozer sie wie in der Hinrunde im Alleingang abschießt.

Die brachiale Urgewalt ist dem 20-Jährigen in die Wiege gelegt worden. „Das sind die Gene meines Vaters”, erklärt der „kleine Grozer”, warum er so hoch springt und so hart gegen den Ball hämmern kann.

Wie Weiland sein Vater, den sie Anfang der 90er-Jahre respektvoll „Hammer-Schorsch” gerufen haben. Mit Georg Grozer Senior erlebte der Moeser SC seine Hochzeit, war ein europäischer Spitzenklub.

Traumland Italien

„Ich will mal so gut werden wie mein Vater”, sagt er 2-m-Mann. „Vielleicht auch besser”. Mittlerweile ist Grozer so gut, dass Manager von italienischen Klubs zu den Moerser Spielen reisen und den gebürtigen Ungarn abwerben wollen.

„Natürlich ist es mein Traum, in Italien zu spielen. Das ist die beste Liga der Welt. Wer dort spielt, ist nicht zum Lernen da. Sondern um zu beweisen, dass er was kann”, weiß Grozer. Obwohl er schon für Ungarn gespielt hat, überlegt Grozer, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, eine Sperre auf sich zu nehmen um dann für Deutschland zu spielen. Genau wie der Vater.

Gelernt hat „Hammer-Schorsch Junior” viel von ihm. Beispielsweise, wie man Verantwortung trägt. Seit Jahren ist Grozer der wichtigste Spieler in Moers. Spielt der Youngster gut, ist auch der Rest der Mannschaft gut.

„Ich kann kein Spiel alleine gewinnen”, sagt der Mann mit der Nr. 9. Stimmt: Die Mitspieler müssen zumindest dafür sorgen, dass der Spielaufbau einigermaßen passt - bis Grozer an den Ball kommt.

Genau an dieser Stelle wird die Dürener Taktik ansetzten: Sven Anton & Co. werden Grozer zwar nicht gänzlich stoppen können. Aber sie müssen versuchen zu verhindern, dass er ins Rollen kommt.

Einen Vorteil hat Evivo, das wahrscheinlich erneut auf seinen besten Angreifer Heriberto Quero verzichten muss, auf seiner Seite: Platz 3 als Ausgangsposition für die play-offs ist sicher; ganz egal wie die zwei verbleibenden Liga-Spiele gegen Moers und Friedrichshafen enden. Der Druck liegt bei den Moersern, die gewinnen müssen, um den angestrebten Platz 4 noch zu schaffen.