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Aachen: Der Klassenerhalt ist ein realistisches Saisonziel

Aachen : Der Klassenerhalt ist ein realistisches Saisonziel

Tivoli, 27. Juli: Bayer Leverkusen trifft auf Alemannia Aachen — und das gleich doppelt. Bevor die Regionalliga-Männer ihre Saisoneröffnung mit einem Test gegen den Fußball-Bundesligisten krönen, dürfen Aachens Frauen vor großer Kulisse ran.

Der Zweitliga-Aufsteiger testet um 15 Uhr gegen die Bundesliga-Frauen Bayers, Siebte der vergangenen Saison. Gerade einmal zweieinhalb Wochen dauerte die Pause nach Meisterschaft und Gewinn des FVM-Pokals für Aachens Frauen. Eine intensive Zeit für die Verantwortlichen.

„Der Kader bleibt zusammen, alle wollen mit in die Zweite Liga“, freute sich Manuel Ortiz-Gonzalez, nachdem zu Beginn der Rückrunde ein Teil der jungen Spielerinnen aufgrund des erhöhten Aufwands noch ans Aufhören dachte. Doch die vergangenen Monate haben das Team zusammengeschweißt: Von einem ungeheuren Verletzungspech gebeutelt, kämpften sich die Mädels mit letztem Einsatz durch die Matches, erst im Schlussspurt kehrten Leistungsträgerinnen zurück.

Und so hatte Ortiz-Gonzalez zum Trainingsauftakt 25 Feldspielerinnen und vier Keeperinnen auf seinem Zettel stehen, auch wenn — wie Prisca Volmary, die bis zur Rückrunde in Bolivien weilt — zum Auftakt nicht alle dabei waren. Doch Sabrina Bemmelen, Kapitänin Susanne Kasperczyk und Co. bekommen erfahrene Verstärkung: Mit Bilgin Defterli (33) kommt die Kapitänin der türkischen Nationalmannschaft vom Zweitligisten 1. FC Köln. „Eine alte Bekannte aus Brauweiler Zeiten.

Das ist Susi II“, freut sich der Alemannia-Coach, denn die erfahrene Stürmerin kann „die jungen Akteurinnen treiben. Sie wird uns mit ihrer Erfahrung weiterhelfen.“ Zweitliga-Erfahrung bringen auch Svenja Streller und Svenja Zsolt aus Bad Neuenahr mit. „Svenja Streller agiert im Mittelfeld und ist läuferisch stark, sie passt gut zu uns.“ Erst im September wird Zsolt (Mittelfeld und Innenverteidigung) dazustoßen, im Rahmen ihres Jura-Studiums absolviert sie gerade ein Praktikum in New York.

Von der Bundesliga-U 17 des 1. FC Köln kehrt Maureen Beetz zur Alemannia zurück, wo sie bis zur U 15 spielte. „Sie wollte gerne zurück, und ich wollte sie haben, denn sie ist auch vom Charakter her gut“, sagt Ortiz-Gonzalez und fügt hinzu: „Wir haben bei der Zusammenstellung des Teams sehr auf den Charakter geachtet, ich habe in Brauweiler erlebt, wie wichtig das ist.“ Beetz kann als Innenverteidigerin oder Sechser eingesetzt werden. Sie wird begleitet von ihrer Freundin Luisa Wiesen, die in der Kölner Defensive spielte. Wiesen stammt aus Eschweiler und peilt gerade ihr Abitur an.

Ohne Mithilfe aus der zweiten Mannschaft und der U 19 bzw. 17 wäre die Rückrunde nicht so erfolgreich verlaufen. Mit Sarah Dorsel (Mittelfeld), Verena Keusgen (Allrounderin) und Esther Suiver schaffen drei Spielerinnen den Sprung aus Zweiten, aus der U 17 stoßen Sonja Bartuschek (beide Sturm) und Carina Marks (Defensive) dazu. Zudem wurden aus der aktuellen U 17 Gina Gottschalk (Innenverteidigung) und Michell Marcelli (Sturm) reklamiert. Last not least die Keeper:

Nachdem Julia Hahn, die ihre Karriere eigentlich beendet hatte, vergangene Saison in höchster Personalnot aushalf, kehrt sie nun offiziell zum Team zurück. Neben Lea Köcher und Annika Beckers (eigene U 17) komplettiert Steffi Neuser (aus Siegen) die Riege der Schlussfrauen. Mit zwei weiteren erfahrenen Akteurinnen werden aktuell Gespräche geführt. „30 Mann soll man laut Verband anmelden“, erklärt Ortiz-Gonzalez den nicht gerade kleinen Kader.

Die straffe Vorbereitung läuft bereits, täglich außer samstags ruft Ortiz-Gonzalez seine Frauen zusammen. „Und am Sonntag auch morgens und nachmittags. Ich ziehe mit Respekt den Hut vor den Mädels, alle haben gesagt, dass sie das wollen“, freut sich der Coach, der aktuell noch einen „Co“ mit Lizenz sucht. Die Zusammenarbeit mit der Zweiten, die künftig von José Hamed (bisher U 19) betreut wird, soll intensiviert werden. Der bisherige Coach, Markus Henke, übernimmt die U 17, und statt der U 19 wird eine neue dritte Mannschaft in der Kreisliga angemeldet, die ebenso wie die Zweite den Aufstieg anpeilen will.

„Unser Saisonziel lautet Nichtabstieg. Wir haben uns gut verstärkt. Ich denke, dass wir die Klasse halten können, da ich einige Mannschaften auf dem gleichen Level sehe“, sagt Ortiz-Gonzalez. „Die Zweite Liga könnte für uns sogar leichter sein als die Regionalliga, da hier die Mannschaften auch mitspielen wollen und nicht nur defensiv agieren.“

Abgänge: Kim Frins, Yara Keulers (beide VV Amstenrade/Niederlande)