Der 5:1-Sieg über Herkenrath lässt Alemannia jubeln

Alemannias 5:1 gegen Herkenrath : Die große Show von Dimitry Imbongo am Tivoli

Als die letzten Spiele des 10. Spieltags in der Regionalliga angepfiffen wurden, lag Alemannia auf Platz 13, einem Fernglasrang. Als der Spieltag dann am Mittwochabend vom Staffelleiter archiviert wurde, lag das Team auf Platz 7.

Der 5:1-Sieg gegen den TV Herkenrath bedeutete auch, dass die Mannschaft nun erstmals in dieser Spielzeit in den Geldrängen rangiert, gezahlt werden Prämien erst ab Platz 8. Der Erfolg bedeutet auch, dass die Aachener wieder einen Torjäger in ihren Reihen haben. Dimitry Imbongo verließ kurz vor Schluss das Spielfeld als dreifacher Torschütze.

Der ersehnte erste Heimsieg war gleich ein ziemliches Spektakel. Das wesentliche des Spiels jedenfalls ging glatt wie eine Examensprüfung, deren Aufgaben vorher bekannt waren. Bislang hatte die Aachener noch nicht in der ersten halben Stunde getroffen, das holten sie diesmal ausgiebig nach.

Nach zwei Minuten bereits köpfte Robin Garnier die Führung, es war ein kurioser Treffer. Der Rotschopf selbst hatte den Ball in den Fünfmeter-Raum geschaufelt, es war leichte Beute für Andreas Kath. Der Keeper aber ließ sich vom nachsetzenden Garnier überspringen.

Alemannia Aachen bezwingt den TV Herkenrath mit 5:1

„Wenn ich schon mal da bin, kann ich ja auch den Kopf hinhalten“, grinste der Torschütze nach Spielende. Dass Kath aber durchaus ein guter Vertreter seiner Zunft ist, bewies er kurz darauf. Garnier lenkte eine Fiedler-Flanke aufs Tor, aber reaktionsschnell verhinderte der Torwart den nächsten Gegentreffer.

Der fiel dann bald darauf, wieder wurde Rath mit einem Kopfball aus nächster Nähe überwunden, als Dimitry Imbongo auf 2:0 stellte (8.). Sein Premierentreffer war fast noch die preiswertere Variante für den Aufsteiger, denn Sekunden vorher hatte Verteidiger Kevin Dabo auf der Torlinie denSchuss von Garnier mit der Hand abgeblockt. „Wenn du so früh zurückliegst, weißt du, dass es ein ganz schwerer Abend wird“, schwante Herkenraths Trainer Chris Burhenne. „Die Aachener wurden immer hungriger.“

Kurzfristig war denen noch David Pütz beim Abschlusstraining mit Ischiasproblemen ausgefallen, für ihn rückte Mohamed Redjeb erstmals in die Startformation. Der hatte seinen Spaß, weil sein Ex-Verein ausreichend Räume für die Aachener Kombinationen ließ.

Das 3:0 bereitete Aachens Keeper Niklas Jakusch mit einem präzisen Abschlag vor. Imbongo ließ den Ball kurz aufsetzen, um ihn dann vom linken Strafraumeck unter die Latte zu knallen (26.) - Kategorie „sehenswert“.Im Laufe der letzten Wochen war der Kongolese aufgefallen, weil er ausgesprochen verschwenderisch mit seinen Chancen umgegangen war.

Sein Trainer hatte ihn immer wieder aufgestellt, aber auch zu intensiverer Arbeit im Training aufgefordert. „Du musst dich mehr quälen.“ Imbongo lieferte. „Ich spüre, dass der Trainer und die Mannschaft mir vertraut“, sagt der Stürmer, der in der letzten Spielzeit nur einen Treffer erzielte. Kilic riet ihm gleich zur Bodenhaftung: „Es gibt keinen Grund abzuheben, er hat noch viel Luft nach oben.“

Herkenrath deutete seine offensiven Qualität durchaus an. Peter Hackenberg musste auf der Linie retten (40.). „Phasenweise haben wir die Seriosität etwas verloren“, urteilte der Kapitän. Allzu mäkeln wollte aber auch der Routinier nicht. „Es war heute so wenig alles gut, wie es in den letzten Wochen alles schlecht war.“

Die Gäste bekamen mehr Ballbesitz, die besseren Chancen aber hatten die fröhlichen Hausherren. Mal zischte ein Freistoß von Glowacz vorbei (56.), mal verhinderte Torwart Rath einen weiteren Imbongo-Treffer (57.).

Der war nur aufgeschoben, der aktivierte Torjäger verwandelte eine präzise Glowacz-Vorlage zum 4:0 (63.). Der Aufsteiger resignierte nicht, Geimer verkürzte zum 4:1 (65.) und traf auch noch die Latte (76.).

Das beeindruckte den Tabellensiebten nicht sonderlich, der vorletzte Beifall gehörte dem gefeierten Imbongo, als er kurz vor Schluss ausgewechselt wurde. Für die letzte Pointe sorgte wieder der torhungrige Garnier, der mit einem Fernschuss auf 5:1 erhöhte (90.).

Alemannias deutlicher Erfolg schmeckte nach mehr. „Wir sind mit drei Niederlagen gestartet, jetzt hat sich die Mannschaft am 10. Spieltag freigeschwommen“, vermutet Fuat Kilic. „Das sollte uns mehr Sicherheit für die nächsten Wochen geben und die Nörgler im Hintergrund ruhig stellen.“