Aachen: Convall bereit für die große Bühne

Aachen : Convall bereit für die große Bühne

Die große CHIO-Bühne hat Convall in diesem Jahr erst einmal betreten, seinen Auftritt beim Turkish Airlines-Preis hat der Holsteiner Hengst aber sichtlich genossen. „Er ist ein richtiger Showman und liebt es, hier zu sein“, sagt sein Reiter Philipp Weishaupt. Dass das Paar nach einer fehlerfreien Runde nicht zum Stechen antrat, hatte strategische Gründe.

Weishaupts ausgeklügelter Plan sieht vor, dass Pferd und Reiter heute in Bestform sind, wenn der Sieger des Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen, ermittelt wird. Eine „perfekte Mischung zwischen Vorfreude und Anspannung“ hat der 33-Jährige ausgemacht, und „ich habe in den vergangenen Tagen gemerkt, dass sich Convall richtig gut anfühlt“. Für das große Finale in der Soers hatten sich Weishaupt und sein talentierter Hengst durch ihren Sieg beim Spruce Meadows-Masters in Calgary im vergangenen Jahr vorqualifiziert.

Pure Freude: Philipp Weishaupt und Convall bei der Siegerehrung nach ihrem Triumph 2016. Foto: dpa

Sollte der Weltranglisten-21. das prestigeträchtige Springen für sich entscheiden, winkt neben dem Siegerscheck (330 000 Euro) eine Bonuszahlung von 250 000 Euro, da sich der Große Preis von Aachen noch im selben Grand-Slam-Zyklus befindet. „Es ist das höchste der Gefühle, hier gewinnen zu können. An das Geld denkt man da nicht“, erklärt Weishaupt. Chancen auf den Sieg seien durchaus vorhanden, „mein Pferd hat die Extra-Qualität, die man für den Großen Preis braucht“. Der gebürtige Augsburger sagt aber auch: „Es wird extrem schwer, da die besten Reiter der Welt alle dasselbe Ziel haben.“

Wie es sich anfühlt, den Rolex Grand Prix in Aachen zu gewinnen, weiß Weishaupt ganz genau, 2016 war ihm das auf Convall gelungen. „Das war ein unglaubliches Gefühl. Wir sind als erstes Paar in den extrem schweren Parcours gegangen und sind es ruhig angegangen. Dadurch hatten wir zwar keinen Abwurf, aber zwei Fehlerpunkte wegen Zeitüberschreitung. Dass wir am Ende gewonnen haben, war sensationell“, sagt Weishaupt, der am Sonntag zum zehnten Mal den Großen Preis reitet.

Elf deutsche Starter

Neben Weishaupt gehen weitere zehn deutsche Reiter an den Start: Die Nationenpreissieger Laura Klaphake, Simone Blum, Maurice Tebbel und Marcus Ehning haben sich ebenso qualifiziert wie Janne Friederike Meyer-Zimmermann, Christian Ahlmann, Hans-Dieter Dreher, Mario Stevens und Meredith Michaels-Beerbaum. Die starke deutsche Fraktion komplettiert der DM-Dritte Michael Kölz, der am Samstag nachgerückt ist. Bundestrainer Otto Becker zeigte sich zufrieden mit der „Ausbeute“: „Elf von 18 möglichen deutschen Startern — das ist ein guter Schnitt.“ Daniel Deußer und Ludger Beerbaum sind am Sonntag nur Zuschauer, da sie die Qualifikation verpasst haben.

Ob ein deutscher Reiter McLain Ward schlagen kann, wird sich zeigen. Für den US-Amerikaner lief die CHIO-Woche bisher überaus erfolgreich: Beim Preis von Europa landete er auf Platz zwei, den NRW-Preis gewann Ward. Es wäre aber keine allzu große Überraschung, wenn Philipp Weishaupt das gelingen würde. Convall ist jedenfalls bereit für die große Bühne.

(bj)