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Aachen: Zwei „Pferdeschwänze” zeigen Flagge

Aachen : Zwei „Pferdeschwänze” zeigen Flagge

Deutschland muss runter. Und das ist ein Fall für Peter Mehring und Norbert Güldenberg. Während Mehring mit kräftigem Zügen die deutsche Fahne wieder auf den Boden (auch der Tatsachen) holt, hakt Güldenberg die Flagge der USA ein und zieht sie in den Öcher Regenhimmel. Stars and Stripes statt Schwarz-Rot-Gold. Beezie Madden geht in Führung. Mehring und Güldenberg sind die Männer vom Fahnenmast. Sie sind Teil der Gemeinschaft der Starter-, Ziel- und Hindernisrichter „Der Pferdeschwanz” und für ein Stück gute, alte CHIO-Tradition zuständig.

Denn den Fahnenmast, an dem die Menschen erkennen, aus welcher Nation der Führende stammt, war irgendwie schon immer da. Lange schon bevor es Anzeigetafeln gab.

Immer schon hat es beim CHIO Männer wie Mehring und Güldenberg gegeben. Ihren Job könnte man auch so beschreiben: rauf, runter, rauf, runter, rauf, runter. Bei Springen wie dem Youngsters Cup gibt es weder zweiten Umlauf noch Stechen. Der Beste führt - so simpel kann es sein. Für die „Pferdeschwänze” bedeutet dies, immer bereit zu stehen, die Fahne des Führenden auszutauschen. „Wir müssen aufpassen wie ein Luchs”, sagt Mehring.

Mehring hat einen Stetson auf dem Kopf und den Schalk im Nacken. Schon als kleiner junge hatte er ein Buch über die Flaggen der Welt. Sie haben ihn immer fasziniert. Deutschland zieht er hoch, dann Großbritannien, wieder Deutschland, Brasilien, Deutschland und schließlich die USA. Die Flaggen liegen sauber gefalten in einem Holzregal. Über 40 Nationen sind hier alphabetisch sortiert. Die meisten wurden für die Weltreiterspiele angeschafft. Ein paar sind freilich immer noch original verpackt: Südafrika, Argentinien, Chile - Athleten aus diesen Ländern sind bei Siegerehrungen in der Regel Zuschauer.

Mehring und Güldenberg brauchen gar nicht auf die kleinen Zetteln an den einzelnen Fächern schauen, um die eine oder andere Fahne herauszugreifen. Sie sind richtige Experten in Sachen Fahnen. Nur einmal hat Mehring die niederländische Fahne „auf dem Kopf” empor gezogen. „Das passiert mir nie wieder”, sagt er. Und zur Sicherheit ist die obere Kante der Fahnen markiert.