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Aachen: Start ins Reitjahr der Superlative

Aachen : Start ins Reitjahr der Superlative

„CHIO, Weltreiterspiele, Alemannia-Aufstieg und Karlspreis: Welche Stadt in Deutschland kann sich mit solchen Top-Ereignissen messen?”, fragte am Montag Oberbürgermeister Jürgen Linden obligatorisch - und gab sich die Antwort wortlos selber: keine!

In der Tat steht mit dem CHIO 2006 (Mittwoch, 17. Mai, bis Sonntag, 21. Mai) der Startschuss in ein Aachener Reiterjahr der Superlative an.

„Es wird ein ganz außergewöhnliches Turnier, weil wir mit dem Motto 50 plus 1 Jahre Reitsport einen Brückenschlag vornehmen”, verspricht Konsul Klaus Pavel, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV).

Schon die Eröffnungsfeier am 17. Mai, 18 Uhr, wird Nostalgiker in Verzückung versetzen: Zwischen Szenen aus dem legendären Film-Ponyhof „Immenhof” und Liedern von Margot Eskens gibt es für das Publikum ein Wiedersehen mit dem Who-is-Who der Reitportgeschichte: Allen voran mit Hans-Günther Winkler, dem erfolgreichsten Springreiter aller Zeiten. Der sagt über das weltweit größte und beste Freilandturnier etwas pathetisch - aber im Ton der Überzeugung: „Dramen, Leidenschaft, Glück: Der CHIO in Aachen ist wie eine italienische Oper.”

Auch seine einstmals härtesten Konkurrenten Raimondo und Piero dÔInzeo und Nelson Pessoa werden vor Ort sein - wie auch weitere klangvolle Namen der Vergangenheit: Pierre Durand, David Broome, Liz Edgar, Paul Weier, Neal Shapiro und, und, und.

Da trifft es sich gut, dass beim CHIO reiterliche Nostalgie mit politischer korrespondiert: Altbundeskanzler Helmut Kohl hat sich ebenso angesagt wie die ehemaligen Außenminister Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel. Wobei die aktuellen VIPÔs nicht fehlen werden: so auch die Minister Peer Steinbrück und Michael Glos sowie FDP-Chef Guido Westerwelle.

Derweil gruppiert sich bei der „Media Night” am ersten Abend journalistische und weitere Prominenz - unter anderem Fritz Pleitgen (WDR-Intendant), Stefan Aust („Spiegel”-Chefredakteur), Nikolaus Brender (ZDF-Chefredakteur), Marietta Slomka (ZDF-Moderatorin), Kai Diekmann (Herausgeber von Bild und BAMS) oder auch Ex-Tennisstar Michael Stich. Jenseits aller Personalien versuchte sich der ALRV auch in der Sache weiter zu entwickeln: „Dem Testlauf des neuen Stadions im vergangenen Jahr folgten einige Verbesserungen, die für die Zuschauer spürbar werden”, sagt Geschäftsführer Frank Kemperman.

So können die weiblichen Besucher aufatmen: Endlich werden ihnen genügend Toiletten bzw. bessere Beschilderungen zuteil werden. Die Reitertribüne wurde seitlich mit einer Glasscheibe geschlossen, so dass deren Besucher von Sturm und Regen verschont bleiben. Eine neue Wegeführung im Bereich Abreite-, Sattelplatz bzw. Reitertribüne wird das Nadelöhr des vorigen Jahres auflösen. Schließlich wurde der zuletzt von den Reitern viel kritisierte Rasenboden im Springstadion komplett saniert.

Insgesamt werden bei der mit 8,5 Millionen Euro budgetierten Veranstaltung rund 900 ehrenamtliche Mitarbeiter Hand anlegen. Am Donnerstag, 18. Mai, steigt zum Jugendeuropatag der geladenen fortführenden Schulen am Vormittag eine exklusive Pferdeshow. Und zum abschließenden Abschied der Nationen verspricht der Veranstalter: „Nach den Irritationen der Änderungen der letzten Jahre kehren wir zum alten Modus zurück.”