Aachen: Standortbestimmung im „Klassiker”

Aachen: Standortbestimmung im „Klassiker”

Auf den Parcoursplan will Markus Beerbaum gar nicht recht gucken. Für den Ehemann und Trainer von Titelverteidigerin Meredith Michaels-Beerbaum ist der WARSTEINER-Preis ein „Klassiker”: „Wie der Große Preis - die sind immer schwer.” Kein Wunder, dass sich die Reiter am Mittwoch auch für das große Abschlussspringen am Sonntag qualifizieren können.

Seine Ehefrau kann den Sieg im mit 75 671 Euro dotierten Wettbewerb nur noch „halb” verteidigen: Die Reiterin ist die gleiche, aber das Pferd nicht. Mit Shutterfly siegte sie im letzten Jahr.

Das Ausnahmepferd aber nahm beim CHIO 2011 einen spektakulären Abschied vom aktiven Sport, am Mittwoch sattelt Meredith Michaels-Beerbaum Bella Donna, eine Holsteinische Stute, von der Markus Beerbaum noch viel erwartet. „Sie ist bereits ein absolutes Championatspferd”, lobt der 41-jährige Trainer. „Obwohl sie erst neun Jahre alt ist”, teilt Meredith sein Vertrauen in Bella Donna. Die Hufspuren aber sind natürlich riesig, die Shutterfly hinterlassen hat. Und so sieht sich Michaels-Beerbaum nicht unbedingt als Favoritin auf den WARSTEINER-Preis. „Wir wären schon zufrieden, wenn wir ins Stechen kämen.”

Dort aber würde sich die 42-jährige Springreiterin nicht allzu viel ausrechnen. „Bella Donna ist keine Sprinterin. Das muss sie noch lernen”, beschreibt sie. „Sie steht sehr hoch in der Luft.” Das kostet Zeit, aber nicht die Lust auf das erste richtig wichtige Springen des Turniers. „Der WARSTEINER-Preis ist schon was Besonderes. Alle wissen nach diesem Springen, wo sie stehen.”

Das sieht auch Otto Becker, der Bundestrainer der deutschen Springreiter, so. „Es werden alle mit ihrem ersten Pferd an den Start gehen, mit Ausnahme derjenigen, die den Nationenpreis reiten.” Für Markus Beerbaum auch keine wirkliche Einschränkung. „Heute haben die meisten doch zwei Top-Pferde dabei.”

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