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Aachen: Retter Dominique Eerdekens: „Ich habe nichts Besonderes gemacht”

Aachen : Retter Dominique Eerdekens: „Ich habe nichts Besonderes gemacht”

Sollten noch irgendwo „Menschen 2008” gesucht werden, wäre Dominique Eerdekens sicher ein Kandidat. Der 43-jährige Betonbauer aus Neerpelt hat beim Reitturnier wohl eine Katastrophe verhindert, als er durchgehende Vierspänner aufhielt.

Herr Eerdekens, sind sie ein Held?

Eerdekens: Nein, was ich gemacht habe, war normal.

Ist es normal, sich in große Gefahr zu begeben, um anderen zu helfen?

Eerdekens: Ich denke schon. Es waren kleine Kinder, ältere Menschen da unterwegs. Einer im Rollstuhl. Ich habe gedacht, du musst die Pferde stoppen, sonst wird es furchtbar. Ich habe intuitiv gehandelt. Weglaufen kann jeder.

Wussten Sie, wie Sie Pferde stoppen konnten?

Eerdekens: Meine Idee war es, die rechte Leine zu packen. Ich wollte sie im Kreis fahren lassen, bis Sie sich wieder beruhigt hatten. Das hat geklappt. Es war gefährlich, aber welche Wahl hatte ich?

Waren Sie erstmals in Aachen?

Eerdekens: Nein, etwa zum 15. Mal. So etwas habe ich noch nie erlebt. Aber so ist der Sport. Ich habe auch acht Ponys, fahre Vierspänner auf kleinen Turnieren.

Hat sich jemand vom Verein gemeldet?

Eerdekens: Wolfgang Mainz aus dem Präsidium und Sportreferent Baron Wolf von Buchholz waren bei mir, um sich zu bedanken. Ich war an dem Tag mit einem Freund und seiner Frau da, aber wir sind nicht mehr lange geblieben.

Haben Sie abends gefeiert?

Eerdekens: Nein, warum? Ich habe nichts Besonderes gemacht.

Rechnen Sie nicht damit, in Aachen bald ausgezeichnet zu werden?

Eerdekens: Nein, ich komme erst im nächsten Jahr wieder zum Turnier. Ich habe ja zwei Dauerkarten geschenkt bekommen.

Letzte Frage: Die durchgehenden Tiere gehörten dem Australier Boyd Exell. Haben Sie Kontakt mit ihm gehabt?

Eerdekens: Noch nicht, ich gehe in drei Wochen als Besucher zu den Weltmeisterschaften in den Niederlanden. Da werde ich ihn treffen. Und hoffentlich ist es weniger aufregend.