Aachen: Prinzessin Haya in Erklärungsnot

Aachen: Prinzessin Haya in Erklärungsnot

In ihrer monatlichen Videoansprache vom 1. April erklärte Prinzessin Haya Bint Al Hussein unter anderem, die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) nehme „den Kampf gegen Doping extrem ernst”. Da konnte die FEI-Präsidentin noch nicht wissen, dass sie zwei Tage später darüber informiert werden würde, dass ihr eigener Gatte des Dopings seiner Pferde verdächtig sei.

Zwei Pferde von Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, wurden vergangene Woche während eines Distanzrittes in den Emiraten positiv auf die verbotenen Substanzen Guanabenz und Hydroxy-Stanozol getestet. Natürlich ist Scheich Mohammed „komplett ahnungslos”, wie es zu diesem Ergebnis kommen konnte. Trotzdem blieb Haya, 34, nichts anderes übrig, als ihren Mann vorläufig zu suspendieren.

Die Ermittlungen der FEI werden indes ohne die Beteiligung der Prinzessin stattfinden, sie gab den Fall an ihren Stellvertreter weiter, den Neuseeländer Chris Hodson. Haya, die sich den Kampf gegen Doping und eine Null-Toleranz-Politik auf ihre Fahnen geschrieben hat, teilte auch dem Internationalen Olympischen Komitee mit, dass sie ihre Rechte und Pflichten als FEI-Präsidentin in diesem Fall ruhen lasse. Distanzreiten ist keine olympische Disziplin, aber es gilt jedoch als offenes Geheimnis, dass Haya den Distanzsport gerne auch olympisch sehen würde.

Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des Aachen-Laurensberger Rennvereins, der den CHIO Aachen ausrichtet, glaubt nicht, dass Prinzessin Haya dieser Vorfall den Spitzenposten bei der FEI kosten wird. Ob es ihrer Glaubwürdigkeit schade, dass selbst in ihrer eigenen Familie gedopt werde? „Sie ist über diese Geschichte nicht glücklich”, sagt er, „aber was soll sie tun?” Kemperman lobt jedenfalls, dass die FEI den Anschein vermittle, mit diesem wie mit jedem anderen Dopingfall umgehen zu wollen.