Netzschau zur Eröffnungsfeier des CHIO 2019

Pferde, Mode und Musik in unserer Netzschau : Gänsehautfeeling bei der Eröffnungsfeier des CHIO 2019

Jedes Jahr wird dienstags der CHIO mit einer atemberaubenden Show eröffnet. Dabei zeigt sich das Partnerland in allen reiterlichen Facetten. Die beeindruckende Eröffnungsshow haben wir in einer Netzschau noch einmal zusammengefasst.

Spektakulär ist sie eigentlich jedes Jahr, die Eröffnungsfeier des CHIO, die traditionell am Dienstagabend stattfindet. Im flotten Trab wurden gleich zu Beginn alle internationalen Partner vorgestellt, Renntraber fuhren, je mit einer Flagge ausgestattet, ins Stadion. Das diesjährige Partnerland Frankreich folgte ein wenig später im Galopp.

2019 stand die Eröffnungsfeier des CHIO Aachen ganz im Zeichen des Partnerlandes Frankreich. Bleu Blanc Rouge, wohin das Auge reichte, von den Kostümen bis zu den Luftballons, die gleich am Anfang aus dem Stadion aufstiegen.

Nach einer deutsch-französischen Eröffnung ging es spektakulär weiter, denn französische Stuntreiter zeigten im Galopp ihr Können. Jubelnder Applaus begleitete sie, während sie auf, unter oder neben dem Pferd herturnten. Er hielt weiter an, als die Garde républicaine, die französische Nationalgarde, ins Stadion einritt und mit ihren Fanfaren Reiter des Cadre Noir willkommen hieß.

Nachdem die berühmte französische Reitschule verschiedene beeindruckende Darbietungen gezeigt hatte, präsentierte sich das Partnerland nochmal in all seiner reiterlichen Vielfalt: Ob Gespannfahren, Reiterspiele oder „Horseball“, eine Art Basketball zu Pferde, die französischen Reiter sind in vielen Disziplinen erfolgreich.

Auch eine Reitsportlegende winkte aus dem Stadion: Der französische Springreiter Pierre Durand, der 1986 mit seinem Pferd Jappeloup in Aachen ritt, fuhr dieses Jahr mit der Kutsche ein. Imposant war auch die Vorstellung der französischen Pferderassen; Percheron und Cheval Breton, sie alle sind vor allem eins: stark.

Aber nicht nur Pferde begeisterten die Zuschauer bei der Eröffnungsfeier. Um 1830 im Moulin Rouge entstanden und bald darauf polizeilich verboten: der Can Can galt als skandalös, beim CHIO sorgte er bloß für gute Laune. Während außen herum in blau-weiß-roten Kostümen voltigiert wurde, warfen zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer zu der bekannten Musik ihre Beine in die Luft.

Was wäre Frankreich ohne seine Mode? Die durfte natürlich auch bei der Eröffnungsfeier nicht fehlen und so wurde das Stadion kurzerhand zum Laufsteg. Mehr als 280 Models liefen in fantasievollen Kreationen über den Rasen, während im Hintergrund französische Musik zum Besten gegeben wurde.

Während die Sonne unterging, wurde es zum Abschluss nochmal träumerisch. Wir denken an das Meer, spüren den Wind und schmecken das Salz in der Luft. Die Hirten aus der Camargue brachten das Meer nach Aachen – und ihre wilden Pferde. Die fühlten sich im Stadion wie Zuhause, ließen sich von ihren Hirten durch den Wassergraben treiben und grasten dann friedlich, als der letzte Reiter des Abends einlief.

Der Mann, der die Sprache der Pferde spricht. Nein das ist nicht der Pferdeflüsterer aus dem gleichnamigen Film, sondern Jean-François Pignon. Er lief mit seinen Pferden ein, die genau wie die wilden Pferde am Ende des Stadions frei sind. Doch seine Pferde zog es zuerst zu der Herde Camargue-Ponys. Der französische Pferdeflüsterer zeigte, dass er diesen Titel verdient hat, als er die Ausreißer wieder um sich versammelte. Seine Vorstellung war voller Harmonie und Vertrauen, die Pferdefans auf den Zuschauertribünen waren hin und weg. Das war Gänsehautfeeling pur.

Zum Abschluss fanden sich alle Reiter des Abends nochmal auf dem „heiligen Rasen“ zusammen. Die Vorfreude auf die kommenden CHIO-Tage war greifbar, als die Band „Aux Champs-Elysées“ spielte und die Kapelle der französischen Marine ihre Hüte in die Luft warf.

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