Aachen: Mit ihren Pferden ein gutes Bild abgeben

Aachen: Mit ihren Pferden ein gutes Bild abgeben

Die Aufgaben sind völlig unterschiedlich, die Zielsetzungen nahezu identisch. „Mit allen Pferden ein gutes Bild abgeben”, möchte Thomas Weinberg. Der 22-jährige Springreiter aus Kohlscheid hat eine ähnliche Vorstellung wie Johannes Rueben aus Broichweiden, der sein Debüt im Soerser Dressur-Viereck gibt und damit quasi die Familien-Tradition fortsetzt. Seine Eltern Susanne und Hans haben ebenso CHIO-Erfahrung gesammelt wie Schwester Sabine. „Bei einem solchen Großereignis nimmt man sich besonders viel vor”, sagt der 27-Jährige. „Erst recht beim ersten Mal.” Johannes

Rueben weiß sehr wohl, dass es viele kritische Beobachter geben wird. „Bei einem Fehler der Top-Reiter werden sie sagen, dass die ja oft genug ihr Können bewiesen haben”, mutmaßt der CHIO-Neuling. „Bei mir muss ich mit ganz anderen Reaktionen rechnen.” Das ändert aber nichts daran, dass sich der Dressurreiter riesig auf die neue Herausforderung freut, obwohl ihm irgendwie schon eine gewisse Nervosität anzumerken ist.

Damit ist bei Wallenstein, den Johannes Rueben in einer S-Dressur sowie der Intermdiaire I vorstellen wird, eher nicht zu rechnen. „Er liebt es, sich vor vielen Leuten zu präsentieren”, schätzt der Reiter seinen elfjährigen Hengst, bei dem nie ein anderer im Sattel gesessen, ein.

„Er kann sich hundertprozentig konzentrieren.” So wird sich in der Broichweidener Heimat des Paares in Sachen Vorbereitung nichts ändern. Die freudige Überraschung, auf „die ich so sehr gehofft hatte”, wird jedoch bleiben.

Bei Thomas Weinberg - auch seine Eltern Helena (jetzt Stormanns) und Peter haben auf dem ALRV-Gelände deutliche Duftmarken hinterlassen - ist die Vorbereitung seit einigen Wochen auf das Großereignis abgestimmt. Die Nummer 1 unter seinem Sattel, der zehnjährige Escobar, hatte beim Drei-Sterne-CSI in Balve vom 11. bis 14. Juni seinen letzten Auftritt und seither Turnierpause, um für die lange Woche in Aachen fut zu sein.

„Die Aachen-Woche ist sehr lang, so dass man nicht vorab sein ganzes Pulver verschießen sollte”, erklärt der junge Mann. Ähnlich dosiert hatte er Ariella, Baron Cento van Heldenlaan und Cantaro Z eingesetzt, auch wenn diese zuletzt im österreichischen Zeltweg sehr erfolgreich aktiv waren.

„Ansonsten werden sie alle normal gearbeitet”, lässt sich „Tom” Weinberg in die Karten schauen. „Es kommt eben darauf an, sie fit und bei Laune zu halten.”

Was seine konkreten Ziele angeht, hält sich der 22-Jährige zurück. „Ein verkorkster Start kann schon früh den weiteren Weg einschränken”, weiß er nur zu gut. „Andererseits öffnet einem ein guter Einstieg viele Türen. Ich werde es also so handhaben wie in den letzten Jahren auch - von Tag zu Tag planen.”

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