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Aachen: Liebherr gewinnt Preis von Nordrhein-Westfalen

Aachen : Liebherr gewinnt Preis von Nordrhein-Westfalen

Im Vorjahr gestürzt, dieses Mal gefeiert: Die Schweizer Springreiterin Christina Liebherr hat am Freitag den Preis von Nordrhein-Westfalen gewonnen. Die in Stuttgart geborene Reiterin setzte sich beim Höhepunkt des vierten Tages beim CHIO in Aachen im Sattel von No Mercy in 44,05 Sekunden deutlich durch.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten Marcus Ehning (Borken) mit Küchengirl (45,95) und Tony Andre Hansen (Norwegen) mit Camiro (49,98). In der Vielseitigkeit erlebte die nach der Dressur führende Bettina Hoy einen schweren Einbruch und fiel nach weiteren 29 Strafpunkten im Springen auf Rang 26 zurück, während Ingrid Klimke (Münster) auf Rang zwei vorrückte.

Vor zwölf Monaten war Liebherr im CHIO-Eröffnungsspringen gestürzt und konnte das Turnier nicht beenden. Lange litt sie unter den Folgen, doch jetzt fühlt sie sich wieder topfit. „Es ist ein tolles Gefühl, hier zu gewinnen”, sagte die 28-jährige Vize-Europameisterin von 2005. Angst nach dem Sturz des Vorjahres hatte sie nicht: „Ich bin mit einem guten Gefühl angereist.”

Ehning war mit seinem zweiten Platz zufrieden, da er sich zurückgehalten hatte. „Mit dem Hintergedanken auf den Großen Preis am Sonntag habe ich nicht das letzte riskiert.” Er war zudem froh, dass seine Stute Küchengirl auf dem Platz, auf dem sie vor zwei Jahren bei der WM verweigert hatte, wieder zwei fehlerfreie Runden lief.

Für einige Favoriten war das Springen schon im Normalparcours beendet. So scheiterte Europameisterin Meredith Michaels-Beerbaum im Sattel von Checkmate mit einem Abwurf. „Er war nur mit der Spitze eines Hufes an der Stange”, kommentierte die Weltranglisten-Erste aus Thedinghausen. Auch ihr Schwager Ludger Beerbaum (Riesenbeck) patzte mit Coupe de Coeur.

Glimpflich verlief der spektakuläre Sturz des brasilianischen Springreiters Alvaro Miranda. Der Ehemann der Milliarden-Erbin Athina Onassis zog sich nach Angaben eines Turniersprechers nur eine Stauchung des rechten Sprunggelenks zu. Mirandas Pferd Ornella war in ein Hindernis gesprungen. Der Reiter stürzte danach kopfüber, blieb mit beiden Füßen in der Zäumung hängen und wurde mitgeschleift.

In der Vielseitigkeit erlebte Bettina Hoy einen schwarzen Freitagabend. Die im englischen Gatcombe lebende Team-Weltmeisterin führte nach der Dressur, doch im Springen verweigerte Ringwood Cockatoo und kam auf insgesamt 67,00 Strafpunkte. Der Sieg ist damit unmöglich.

Die Führung übernahm der Niederländer Tim Lips (Niederlande) mit Oncarlos mit 43,70 Strafpunkten vor Ingrid Klimke (Münster) mit Abraxxas (46,40) und Karin Donckers (Belgien) mit Gazelle (47,60). Vierter ist Frank Ostholt (Warendorf) mit Mr. Medicott (50,10). In der Mannschaftwertung führt Deutschland (148,80) vor Schweden (166,10) und Frankreich (185,20). Letzte Teilprüfung ist der Geländeritt an diesem Samstag.

Hoy und Klimke bilden zusammen mit Ostholt und Hinrich Romeike (Nübbel) auf Marius das deutsche Team in Aachen. In Hongkong, wo das Team aus fünf Startern besteht, soll noch Peter Thomsen (Lindewitt) mit The Ghost of Hamish dazukommen. „Wenn hier alles normal läuft, dann bleibt es dabei”, sagte Bundestrainer Hans Melzer dem Springen.