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Aachen: Kurt Gravemeier: „Paare haben gute Frühform”

Aachen : Kurt Gravemeier: „Paare haben gute Frühform”

„Im Augenblick läuft mir alles fast schon zu einfach”, traut Kurt Gravemeier dem Braten noch nicht so ganz. „Manchmal ist es besser, wenn wir es ein wenig schwerer hätten, zu Erfolgen zu kommen.” Dabei hat der Bundestrainer der deutschen Springreiter derzeit überhaupt keinen Grund, pessimistisch in die nähere Zukunft zu blicken.

Am Tag vor dem Preis der Nationen, der am Mittwoch teilweise unter Flutlicht stattfindet, unterhielt sich Günter Kirschbaum mit dem Equipe-Chef.

Gibt es unter den Reitern ausgesprochene Spezialisten für Flutlicht-Veranstaltungen?

Gravemeier: Nein. Die Reiter, die im Nationenpreis starten, sind alle Profis. Denen ist es egal, ob sie bei Flutlicht, Regen oder sonst etwas reiten. Es kommt einfach auf die Tagesform an. Das Flutlicht macht vielleicht ein oder zwei Prozent aus.

Mit welchem Ziel schicken Sie Ihre Equipe in den Nationenpreis?

Gravemeier: Wir wollen gewinnen.

In welcher Verfassung sind Ihre Paare?

Gravemeier: Die Pferde sind gut drauf und die Reiter gesund. Unsere Paare haben eine gute Frühform. Aber ich hoffe mit Blick auf Olympia in einigen Wochen in Hongkong, dass wir noch Steigerungspotential haben und zum Saisonhöhepunkt in Top-Form sind.

Erwarten Sie von den großen Prüfungen in Aachen ein Zeichen für Hongkong?

Gravemeier: Nein, Aachen ist Aachen, Olympia ist Olympia. In Aachen will jeder gut sein, weil hier das schönste und größte Turnier stattfindet. Und es ist unser Heimturnier. Da wollen wir immer möglichst viele gute Platzierungen holen.

Und wie sieht es mit Ihrer persönlichen Verfassung aus? Sind Sie angespannt?

Gravemeier: Man ist vor solchen Entscheidungen immer ein bisschen anspannt. Ich bin froh, wenn wir Sonntagabend die Nominierung für Olympia hinter uns haben. Dann gehen die Pferde direkt anschließend an den CHIO in Quarantäne. Das ist doch immer wieder eine Drucksituation.

Ist die Quarantäne auch in Aachen?

Gravemeier: Nein, wir haben uns dazu entschlossen, mit den sechs Pferden in Warendorf in Quarantäne zu gehen.

Es geht aber wohl doch nur noch darum, ob Alois Pollmann-Schweckhorst oder Carsten-Otto Nagel als Nummer 5 ins Olympia-Aufgebot rutschen...

Gravemeier: Auch Heinrich-Hermann Engemann ist noch ein Thema. Er ist am Montag an der Schulter operiert worden, und ich denke schon, dass er noch eine Option ist.

Schlaflose Nächte dürfte Ihnen das nicht bereiten. Gegenüber der Konkurrenz sind Sie geradezu in einer personellen Luxus-Situation.

Gravemeier: Im Augenblick läuft mir alles fast schon zu einfach. Vielleicht wäre es besser, wenn wir es ein wenig schwerer hätten, zu Erfolgen zu kommen. Aber bis zu den Spielen müssen Reiter und Pferde gesund bleiben.

Und dann ist das Ziel in Hongkong Gold?

Gravemeier: Gold. Unser Ziel kann kein anderes sein.