Aachen: Kaltblüter werten den CHIO weiter auf

Aachen: Kaltblüter werten den CHIO weiter auf

„Das sind coole Socken”, beschreibt Hubert Faßbender vom Verband der Rheinischen Kaltblutzüchter die gewichtigen Pferde, denen er seine Freizeit widmet. Auf dem Kutschbock eines Zweispänners sitzend macht er Werbung für den erstmalig stattfindenden „NRW-Kaltblut-Tag” beim diesjährigen CHIO: „Die Pferde sind gelassen, fleißig und vor allem vielseitig einsetzbar.”

Davon können sich die Besucher am Freitag, 16. Juli, selbst überzeugen. Dann werden Faßbender und Kollegen rund 70 Tiere nicht nur vor großem Publikum vorstellen, sondern sie wollen auch die Faszination, die sie mit der Zucht verbinden, einer breiten Masse vermitteln.

Die Idee, die Kaltblüter in Form eines Zuchtprogramms vorzustellen, war für Turnierdirektor Frank Kemperman der Anstoß, das Programm zu erweitern: „Wir wollen immer etwas Attraktives bieten und haben uns überlegt, was wir verbessern können.”. In Deutschland gebe es viele Züchter. Mit ihrem ruhigen Gemüt seien die Tiere außerdem familienfreundlich. Das passe gut zum CHIO.

Kemperman verspricht ein spannendes Programm, das sich jeder, der im Besitz zumindest einer Stehkarte ist, im Fahrstadion hinter der Mercedes-Benz-Tribüne ansehen kann.

Den Höhepunkt bildet dabei der Wettbewerb um die beste nordrhein-westfälische Stute, die von einer Jury gewählt wird. Beeindruckend soll es werden, wenn es mit dem 16-jährigen preisgekrönten Hengst Nerlinger und über einem Dutzend ebenfalls gekürter Söhne und Enkel zu einem ganz speziellen Familientreffen kommt. Außerdem gibt es vom Ein- und Zweispänner bis zum Zehnspänner unterschiedliche Fuhrwerke zu sehen und verschiedene Schaubilder, zum Beispiel die artistische „ungarische Post”, bei der der Reiter auf dem Rücken zweier galoppierender Pferde steht.

Das Besondere am neuen Programmpunkt sind aber die Kaltblüter selbst. Denn die Pferde stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland. Das vor allem in NRW verbreitete Rheinisch Deutsche Kaltblut wird dort als „gefährdet” geführt. 1948 habe es im Rheinland über 50.000 Zuchtstuten gegeben, sagt Faßbender, heute belaufe sich der Bestand auf nur noch 160. Vor allem die Umstellung in der Landwirtschaft auf Maschinen sei ein Hauptgrund für die sinkenden Zahlen.