Aachen: Jetzt tickt ganz Aachen im Takt der Turnier-Uhr

Aachen: Jetzt tickt ganz Aachen im Takt der Turnier-Uhr

Jede Menge hohe Tiere (selbst ohne klassische Vierbeiner), ein (fast) echter Prinz, grandiose Sportler, die das ganze Jahr über fest im Sattel sitzen, kernige (Klang-)Künstler und sogar ein „Wettermann”, der an diesem Soerser Sonntag selbst aus der „Froschperspektive” wenig zu unken hatte - kein Zweifel: Am Medienzentrum des Zeitungsverlags ist die erste Hürde für eine perfekte Turnierwoche am Sonntag souverän genommen worden.

Von wegen hohe Tiere, buchstäblich hoch fliegende Werbeträger und so: Selbst der Erste Bürger lässt sich vom Ausrichter des berühmtesten Reitturniers der Welt an die Zügel nehmen. „Meine wichtigsten Termine bestimmt zurzeit der ALRV”, bekannte OB Marcel Philipp auf der Talk-Bühne. Und natürlich wird Philipp beileibe nicht nur die schönsten Pferde schlechthin bestaunen, sondern vor allem Gespräche führen - nicht nur mit vielen der rund 650 Journalisten, die sich neben den AZ-Moderatoren und -Redakteuren Manfred Kutsch und Robert Esser beim CHIO angesagt haben.

Allerdings ließ sich der OB, ganz Diplomat, noch keine konkreten Antworten im Hinblick auf eines der brennendsten Themen abseits der Wettbewerbe entlocken. Kein Wunder, selbst die „Chefs von et Janze”, Turnierdirektor Frank Kemperman und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, konnten trotz bohrender Interview-Fragen noch keinen Durchbruch in Sachen Erweiterungspläne verkünden - Europameisterschaft 2015 hin oder her. Kemperman: „Natürlich sprechen wir intensiv mit allen, die dabei helfen können. Aber es ist zwecklos, jetzt zu spekulieren. Und es ist völlig klar, dass wir weiter im besten Einvernehmen mit unseren Nachbarn leben wollen.”

Mit breiter Brust, alles andere als schmalem Budget, aber eben auch im Bewusstsein der drangvollen Enge schauen die Verantwortlichen jetzt freilich auf die Stafette der Superlative, welche die zwei- und vierbeinigen Stars verheißen. 324 Athleten aus 33 Nationen und 1050 Pferde sorgen für 112 Stunden Sport pur, im Gesamtbudget von 10,5 Millionen warten Rekord-Preisgelder in Höhe von 1,83 Millionen Euro; Millionen Menschen in 140 Ländern werden das Turnier an den Mattscheiben verfolgen...

Ungezählte Live-Fans kamen an Sonntag in jedem Fall schon einmal auf ihre nicht vorhandenen Kosten. Im bunten Auftaktprogramm gaben sich noch etliche Prominente die Mikros in die Hände: Alemannia-Präsident Meino Heyen und Bernd Lohmüller vom DJK FV Haaren waren ebenso mit von der Partie wie Tom Hirtz, Leiter des Das Da Theaters, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, ALRV-Ehrenpräsident Klaus Pavel und Kerstin Keus vom Reittherapiezentrum Abenteuerland.

Der Chevremonts Mannenkoor aus Kerkrade verschaffte der famosen Begleitband „Die Drei” (Ägid Lennartz, René Brandt und Heinrich Fries) stimmstarke Atempausen. Der Aachener Journalist Alexander Barth eröffnete mit seinem Buch „111 Orte in Aachen und der Euregio” einmal mehr ganz neue Perspektiven aufs Dreiländereck. Und Prinz Thomas II. Sieberichs, designierte Tollität anno 2013, gab mit seinem Hofstaat einen pikant-prickelnden Vorgeschmack auf die Session.

Zukunftsmusik, geschenkt. Jetzt nämlich tickt ganz Aachen im Takt der Turnier-Uhren: Freuen darf man sich auf ein grandioses Weltfest des Pferdesports unter sehr guten, wenn auch ausbaufähigen Bedingungen und „allenfalls ein paar Haufenwolken”, wie Udo ter Horst, Leiter der Wetterwarte, sie in Aussicht stellte - „und das ist auf jeden Fall besser als ein Haufen Wolken.”

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