Hans Melzer: „Unser Top-Team ist in Aachen“

Hans Melzer: „Unser Top-Team ist in Aachen“

Es ist der letzte Test vor den Weltreiterspielen. In der Normandie wollen die deutschen Vielseitigkeitsreiter ihren Titel verteidigen. „Wir haben drei Championate hintereinander gewonnen“, sagt Bundestrainer Hans Melzer. „Wir fahren nicht nach Frankreich, um Rotwein zu trinken.“

Doch die Favoritenrolle schiebt er Neuseeland zu. „Das ist der Top-Favorit“, schätzt der 64-Jährige. „Aber es ist in der Weltspitze alles so eng, dass schon ein einziger Zeitfehler im Springen das Mannschaftsergebnis maßgeblich beeinflussen kann. Wenn bei uns alles klappt, sind wir vorne dabei.“ Nach zwei olympischen Goldmedaillen und einer Weltmeisterschaft soll die Erfolgsgeschichte der deutschen „Buschreiter“ in Frankreichs Nordwesten fortgeschrieben werden.

Und damit im deutschen Team alles klappt, arbeitet der Bundestrainer mit seinen acht WM-Aspiranten, die in der Longlist zusammengefasst sind, intensiv. Erst Aachen, Mitte August eine Woche Trainingslager in Bonn-Rodderberg und dann die Reise in die Normandie: Der Fahrplan zum Titel steht fest.

Bis Mittwoch vor dem CHIO hatte Hans Melzer noch einmal seine Elite in Warendorf versammelt. „Alle sind gesund“, stellte der Bundestrainer fest. Sandra Auffarth (Delmenhorst) mit Opgun Louvo, Michael Jung (Bad Soden) mit Sam, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip und Peter Thomsen (Flensburg) mit Barny bilden die Mannschaft. Als Einzelreiter sind Andreas Dibowski (Döhle) mit Avedon, Ingrid Klimke (Münster) mit Escada und Hale Bob, Bettina Hoy mit Designer sowie Andreas Ostholt (beide Warendorf) auf So Is Et gemeldet. „Unser Top-Team ist in Aachen“, fasst Melzer zusammen.

Im letzten Jahr holte Deutschlands Team den Sieg. In der Einzelwertung kamen sieben von Melzers Reitern unter die ersten Neun. Mit einer Wiederholung dieses Resultats könnte der Chef leben. „Es geht immer erst ums Team“, sagt Melzer. „Das ist kalkulierbar. Deshalb ist der Team-Sieg unser erstes Ziel. Dann ist eine Top-Einzelplatzierung ja fast sicher.“

Den Wettbewerb in Aachen bewertet Melzer als die „optimale Vorbereitung“ für die Weltreiterspiele. „Es gibt kaum ein Turnier mit einer solchen Atmosphäre. Dieses Dressurstadion, das Reitstadion und dann die vielen Zuschauer an der Geländestrecke bieten schon einen tollen Rahmen.“

Nach dieser Prüfung wird Hans Melzer noch in Aachen seine WM-Mannschaft nominieren. Und es wäre nicht überraschend, wenn diese mit dem Team identisch wäre, das in der Soers startet.

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