Frankreich präsentiert sich in Versaille als CHIO-Partnerland 2019

CHIO-Partnerland : Ein bisschen Aachen in Schloss Versailles

Frankreich hat sich in Versaille offiziell als Partnerland des CHIO 2019 präsentiert. Turnierleiter Frank Kemperman betont dabei die Freundschaft zwischen beiden Ländern.

Für die meisten Menschen ist Versailles zuallererst ein Traumschloss und das frühere Machtzentrum Frankreichs. Es ist auch ein Ort, an dem Ludwig XV. in der Blütezeit des Absolutismus das Reiten lernte. Und es ist ein Ort, an dem die Besucher beim genauen Hinschauen auf Spuren aus Aachen stoßen: Im Spiegelsaal des Schlosses erinnert ein Deckengemälde an den Frieden von Aachen im Jahr 1668. Kein Wunder also, dass die Wahl Frankreichs auf Versailles fällt, um sich – nun auch ganz offiziell – als Partnerland des diesjährigen CHIO Aachen zu präsentieren.

Gefangen von der Atmosphäre schwärmt CHIO-Turnierleiter Frank Kemperman auf der Pressekonferenz im Pavillon Dufour von der Einzigartigkeit des Schlosses. „Aus der ganzen Welt kommen die Menschen hierher, ins Herz von Frankreich, um seine Schönheit zu bestaunen und seine Faszination zu erleben“, sagt Kemperman. Das wolle man auch mit dem CHIO Aachen schaffen. „Wir möchten Menschen aus der ganzen Welt zusammenbringen. Aachen soll zehn Tage lang ein Treffpunkt sein“, gibt der Turnierleiter als Ziel aus.

Beim CHIO gehe es nicht nur im Pferde

Wo Jahr für Jahr rund 350.000 Menschen zusammenkämen, gehe es nicht nur um Pferde. Kemperman: „Es wird viel geredet und erzählt, man lernt Menschen kennen, und Freundschaften werden geschlossen – das Turnier verbindet.“ Das sei auch die zentrale Idee des nunmehr 17. Partnerlandes, und „ich bin mir sicher: Es wird ein ganz besonderes werden“, versichert der Turnierleiter. „So intensiv war der Austausch in den vergangenen Monaten, so groß die Vorfreude auf beiden Seiten.“

Dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seinen Anteil daran hat, gibt Kemperman im Gespräch mit unserer Zeitung offen zu. Wegen der hohen Summe, die das Partnerland in die Veranstaltung investieren müsse, seien die Vorbehalte anfangs groß gewesen. „Macron war letztlich der entscheidende Fürsprecher für unsere Zusammenarbeit.“

Das sieht auch die französische Sportministerin Roxana Maracineau so. „Präsident Macron hat den Sport und seine gesellschaftliche Funktion ganz weit oben angesiedelt. Da passt die Partnerschaft zwischen Frankreich und dem CHIO Aachen ganz wunderbar“, betont die Ex-Schwimm-Weltmeisterin. Kemperman wie Maracineau verweisen auf den im Januar von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Macron unterzeichneten „Aachener Vertrag“, der die Freundschaft beider Länder und das Zusammenwachsen in Europa unterstreiche. Als entsprechendes Zeichen seitens der Bundesregierung wird der Besuch von Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, in Versailles gewertet. Auch er betont den hohen Stellenwert, den der CHIO in Frankreich genieße.

Maracineau zufolge will sich Frankreich in Aachen nicht nur als bedeutende Sportnation präsentieren, sondern auch touristisch und kulturell – unter anderem mit der „Rue France“, einer großen Ausstellungsfläche im CHIO-Village.

Die Ministerin hat aber ein einen persönlichen Wunsch. In Aachen möchte Roxana Maracineau das erste Mal auf einem Pferd sitzen. Auch da ist sich Kemperman sicher: „Das kriegen wir hin.“

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