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Aachen: „Er hat keine Schwächen, aber viele Stärken”

Aachen : „Er hat keine Schwächen, aber viele Stärken”

Drei Jahre lang saß sie auf der Tribüne und verfolgte das Geschehen unter ihr im Viereck. Jenem Viereck, in dem sie ein Stück CHIO-Geschichte geschrieben hatte. Jenem Viereck, in dem sie den Grundstein zu ihrem doppelten WM-Sieg in Jerez de la Frontera legte, weil sie in Aachen mit ihrem Erfolg auf Farbenfroh im „Großen Dressurpreis” ein Zeichen setzte.

Drei Jahre lang musste sie danach zusehen, wie die Konkurrenz zu Carmina Burana, Edith Piaff oder Herbert Grönemeyer ihre Pferde tanzen ließ. Drei Jahre lang gehörte sie nicht zur deutschen Equipe. „Ein Jahr sitzt man auf der Tribüne, dann ist das okay. Aber dann wünscht man sich immer mehr, auch wieder reiten zu können”, sagt Nadine Capellmann und lächelt, „ich freue mich sehr, wieder im Team zu sein. Und ich freue mich vor allem, dass ich noch einmal so ein tolles Pferd habe.”

Die Doppel-Weltmeisterin hat die Durststrecke überwunden und mit ihren beiden Siegen beim Dressur-Turnier in Bad Salzuflen ein Zeichen gesetzt. Die 40-Jährige ist zurück und hat mit dem zehnjährigen Elvis ein Pferd, mit dem sie selbstbewusst die Titelverteidigung anstreben kann.

„Elvis ist so unglaublich lektionssicher für sein Alter, und das, wo er gerade mal zehn, elf Grand-Prix-Turniere gelaufen ist”, gerät die zierliche Reiterin ins Schwärmen. „In Salzuflen ist er mir in der Passage zwei Sprünge angaloppiert, sonst war es bis auf ein paar Kleinigkeiten fehlerlos. Und ich hatte ein gutes Gefühl.”

Das war bei Farbenfroh nicht immer der Fall, der bei allem Genie auch gerne mal zum Wahnsinn neigte und seine Reiterin im Stich ließ. „Elvis ist da anders, er konzentriert sich immer auf seine Arbeit.” Und wie Farbenfroh ist der Fuchswallach ein sehr bewegungsstarkes Pferd. „Er hat keine Schwächen, aber unglaubliche Stärken”, schwärmt Nadine Capellmann.

Das Ende der dreijährigen Kür-Pause im Kampf um den „Großen Dressurpreis” am Turniersonntag ist gleichzeitig eine Premiere, denn erstmals wird die Aachenerin Elvis in seiner neuen Kür zeigen - wie könnte es anders sein zu den Klängen von bekannten Elvis-Songs.

„Wir haben noch ein wenig dran gefeilt, und seit Montag ist die endgültige Fassung der Musik fertig”, sagt die Weltmeisterin und verrät zumindest schon einmal das Thema ihrer Trabtour, das eigentlich so gar nicht zu ihrem Auftritt passen dürfte. Denn „Return to sender” wird sicher keiner der fünf Richter nach ihrer Darbietung sagen....