Aachen: EM-Ersatz oder vielleicht sogar mehr?

Aachen: EM-Ersatz oder vielleicht sogar mehr?

„Aachen wird schon schön sein, aber so besonders auch nicht.” Dachte Helen Langehanenberg, bevor sie 2008 erstmals beim CHIO starten durfte. Die 29-Jährige lacht: „Kaum dass ich da war, habe ich gesagt, ich nehme alles zurück. Der CHIO Aachen ist sogar super-besonders. Das Stadion, die Anlage, das sensationelle Publikum - einfach toll.”

Für Langehanenberg geht es in diesem Jahr um viel: Sie gilt nach der DM neben der Aachen-Equipe als Kandidatin für die Dressur-EM.

„Wir stehen parat”

„Es gibt einen kleinen Umbruch, man merkt, die Richter wollen die jungen Pferde sehen.” Gut für Langehanenberg, die mit dem elfjährigen Damon Hill einen Hoffnungsträger unter dem Sattel hat. Zumindest zum Reserveplatz könnte es für die EM in Rotterdam reichen. „Das wäre toll, ich nehme aber auch gerne mehr”, sagt sie grinsend. „Wir kämpfen bis zur letzten Sekunde und stehen parat.”

Helen Langehanenberg ist eine Frau, die die Dinge gerne in die Hand nimmt. So machte sie ihrem Freund Sebastian, mit dem sie in der Nähe von Münster einen Ausbildungsstall mit derzeit 20 Pferden betreibt, selbst einen Heiratsantrag. Es passt - privat wie im Berufsleben. Ihr Mann reitet ebenfalls Dressur bis Klasse S und trainiert seine Frau.

Im Hause Langehanenberg dreht sich alles um die Pferde, wie schon immer im Leben der Blondine. Mit sechs Jahren bekam sie ein Pony geschenkt, das nicht springen wollte. Und so landete das Duo bei der Dressur. Mit 16 Jahren bekam sie Princeton, den sie mit Hilfe von Ingrid Klimke bis zum Grand Prix ausbildete.

Bei der Vielseitigkeits-Olympiasiegerin, die auch Damon Hill ausbildete, absolvierte die Dressurreiterin ihre Bereiterlehre, und machte sich 2004 selbstständig. Vor gut einem Jahr übernahm Langehanenberg dann Damon Hill mit dem sie im Weltcup-Finale Rang 7 sowie bei der DM drei Mal Platz 5 hinter der Aachen-Equipe belegte.

„Ein Herzchen”

„Er ist ein ganz liebes Herzchen, den man mit aufs Sofa nehmen könnte”, schwärmt die Dressurreiterin, die mit der zwölfjährigen Stute Res-ponsible ein weiteres gutes Grand-Prix-Pferd im Stall hat. 2007 gelang Langehanenberg ein seltenes Kunststück: Beim Bundeschampionat in Warendorf ritt die zierliche Reiterin, die bis vor kurzem auch noch Ponys vorstellte, gleich drei Pferde zum Titel.

Ulla Salzgeber verzichtet auf CHIO

Holger Schmezer nominierte die WM-Bronze-Equipe - Isabell Werth, Matthias-Alexander Rath, Christoph Koschel und Anabel Balkenhol - als Team für den CHIO Aachen. Werth (El Santo statt Warum nicht) und Rath (Totilas statt Sterntaler) sitzen aber auf anderen Pferden. „Auch die Reiter der CDI-Tour haben Chancen, sich für die EM zu empfehlen”, so der Bundestrainer.

Anwärter sind Helen Langehanenberg und Nadine Capellmann (Aachen). Mit dem neunjährigen Valentino stellt zudem Hubertus Schmidt ein interessantes junges Pferd vor.

Eine Auszeit nimmt Ulla Salzgeber, die schon bei der DM gefehlt hatte. Sie verzichtet auf Aachen und die EM.