Aachen: „Einmal selbst in Aachen reiten”

Aachen: „Einmal selbst in Aachen reiten”

Von klein an begleitet Jill de Ridder ihre Eltern zum CHIO. Alexandra Simons-de Ridder, Team-Olympiasiegerin 2000 in Sydney, ritt viele Jahre in der Soers, Vater Ton trainiert zahlreiche Reiter, aktuell unter anderem die Spanierin Beatriz Ferrer-Salat und die Polin Beata Stremler, beide in Aachen am Start. Verständlich, dass Jill früh einen Traum hatte: „Einmal selbst in Aachen reiten.”

Die 18-jährige Aachenerin feiert heute ihr Debüt in der Soers. Mit Jill de Ridder, Doppel-Europameisterin der Junioren 2007 und Team-Europameisterin 2010, sprach Helga Raue.

Wie war das Gefühl bei der Ankunft in der Soers?

De Ridder (lacht): Allein schon bei der Akkreditierung seinen eigenen Namen zu nennen und nicht nur Begleitung zu sein, das ist toll! Wir sind bereits am Montag mit dem Pferd von Oberforstbach in die CHIO-Stallungen gezogen.

Sie reiten Wellington und nicht Bandor, mit dem Sie gerade Rheinische Meisterin wurden. Wieso?

De Ridder: Werner, wie er zu Hause nur heißt, gibt mir ein besseres Gefühl als Bandor, der noch nicht so viel Erfahrung hat. Ich habe ihn von meiner Mutter übernommen und reite ihn aktuell in der U 25-Tour, wie nächste Woche beim U 25-Nationenpreis im Rahmen der Nachwuchs-EM in Dänemark.

Man weiß, wie schwierig Wellington sein kann. Zudem ist es nicht einfach, ein erfahrenes Grand-Prix-Pferd in den Prüfungen St. Georg und Intermédiaire I vorzustellen.

De Ridder: Stimmt, er reagierte schon bei Mama sehr auf dieses große Stadion. Das wird nicht einfach, er kann heiß laufen. Beim Warmup war er sehr aufmerksam, aber auch brav. Werner ist intelligent, aber er war schon überrascht, als ich letzte Woche plötzlich St. Georg geritten bin. Man muss sich das so vorstellen: Es gibt in jeder Prüfung Linien, auf der das Pferd die Lektionen machen muss. Galoppiere ich durch die Diagonale, erwartet er, dass ich Wechsel reite oder das Tempo verstärke. Im St. Georg muss ich da aber eine halbe Pirouette drehen.

Und wie ist Ihr Gefühl vor dem ersten Start in Aachen?

De Ridder: Momentan bin ich noch gelassen - weil ich mich für Werner entschieden habe. Er gibt mir Sicherheit, weil er so fair ist. Wenn ich einen Fehler mache, bestraft er ihn, mache ich keinen, dann macht er auch keinen.

Und wer wird aufgeregter sein, Mama, Papa oder Sie?

De Ridder: Hmm - ich denke Mama. Sie hat Werner selbst ausgebildet, über zehn Jahre geritten. Sie wird sehr stolz sein, zu sehen, dass sie so gute Arbeit geleistet hat, dass ich ihn heute vorstellen kann.

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