Aachen: Eccles lässt der Voltigier-Konkurrenz keine Chance

Aachen: Eccles lässt der Voltigier-Konkurrenz keine Chance

Mit Schürzchen und Strumpfhose reizend-adrett, auf dem galoppierenden Pferd mit halsbrecherischen Sprüngen atemberaubend: Die „Puppe in der Box” alias Joanne Eccles ließ der Konkurrenz bei den diesjährigen Volitigierwettkämpfen am Ende keine Chance. Auch wenn sie nach der Siegerehrung ein anerkennendes Lob an Pia Engelberty richtete.

Die junge Kölnerin, gerade dem Junioren-Alter entwachsen und zum ersten Mal als Einzelstarterin beim CHIO dabei, neckte die amtierende Weltmeisterin Eccles in einer von vier Teilprüfungen. Sie gewann einen der beiden Kür-Durchgänge um Haaresbreite.

Engelberty gehört dem Kölner Team Bleyer an, das in diesem Jahr keine Mannschaft stellen konnte. Mehr aus Mangel an Alternativen nahm Engelberty die Herausforderung an, mit wenig Erwartungen, wie sie selbst zugibt. „Das war vielleicht mein Vorteil.” Sie wird von Deutschlands Vorzeigevoltigierer Kai Vorberg trainiert, der verletzungsbedingt nicht selbst starten konnte. „Kai ist als Trainer gar nicht streng, eher kumpelhaft, und er hilft mir insbesondere dabei, klar im Kopf zu bleiben.”

Besonders braucht es Persönlichkeit

Bundestrainerin Ursula Ramge war überglücklich mit den Ergebnissen, die die deutschen Voltigierer in Aachen erreichten. Denn nicht nur Engelberty war der Shooting-Star und am Ende Zweite der Frauen, sondern bei den Männern rollte der 18-jährige Jannik Heiland das Feld auf. Er wurde hinter Weltmeister Patric Looser (Schweiz) und Europameister Nicolas Andreani (Frankreich) Dritter. „Um in der Weltklasse des Voltigierens anzukommen, braucht es so viel, aber insbesondere Persönlichkeit. Unsere jungen Sportler haben bewiesen, dass sie das draufhaben. Und sie haben hart gearbeitet.”

Während das Team, das die deutschen Farben bei der kommenden Europameisterschaft im August in Le Mans vertreten wird, bereits im Mai bestimmt wurde, war Aachen der Ort der Entscheidung für die Einzelstarter. Ursula Ramge gab bekannt, dass neben Pia Engelberty und Jannik Heiland Kristina Boe, Sarah Kay, Viktor Brüsewitz und Torben Jacobs das Ticket gelöst haben.

In den Teamwettbewerben stellte sich wieder einmal heraus, dass Neuss-Grimlinghausen und Ingelsberg sich von der internationalen Konkurrenz deutlich abheben. Die Neusser sind derzeit in der Pole Position. Während Ingelsberg bei der WM in Kentucky an den Start ging, dürfen sie in Le Mans ran - mit einer Kür, die Gänsehautfeeling pur ist. Zwar konnte Ingelsberg noch vor Kürende das Publikum zum spontanen Applaus anfachen, indem sich eine Voltigiererin so vom Pferd fallen ließ, dass sie von ihren beiden Mitstreiterinnen auf Händen aufgefangen wurde. Dafür glänzte Neuss mit italienischer Renaissance und entschied das Kräftemessen der Teams am Ende deutlich für sich.

Im Nationenpreis, in dem je ein Team, ein Einzelsportler und eine Einzelsportlerin starten, siegte Deutschland I mit Engelberty, Heiland und Neuss vor Deutschland II mit Brüsewitz, Boe und Ingelsberg.

Olympia-Tickets für Ukraine und Japan

Zwei Tickets für die Olympischen Spiele sind am Sonntag beim CHIO in Aachen vergeben worden. Die Ukraine hat den Mannschaftswettbewerb im Springen souverän vor der Türkei und Polen gewonnen und ist damit in London 2012 dabei.

Der Japaner Taizo Sugitani gewann das Stechen gegen Jasmin Chen (Taiwan) und sicherte Japan einen zweiten Startplatz für London.

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