Aachen: Deutsche Gespannfahrer auf Silberkurs

Aachen : Deutsche Gespannfahrer auf Silberkurs

Den mehrfachen und amtierenden Weltmeister der Vierspänner, Boyd Exell aus Australien, wirft offensichtlich nichts aus der Bahn. Beim Sprung vom Kutschbock war er kürzlich unglücklich gelandet und hatte sich das rechte Sprunggelenk gebrochen. Kein Grund für ihn, auf Aachen zu verzichten. Die Kutsche wurde leicht umgebaut, Exell war für den CHIO gerüstet. Und wie!

Zunächst gewann er am Mittwoch die erste Prüfung, den „Preis der Fa. Horsch, Der Entsorger“, um dann am Donnerstag erneut der Konkurrenz davonzufahren. Mit nur 34,68 Fehlerpunkten gewann der Weltmeister auch den „Preis der Martello Immobilienmanagement Gmbh & Co. KG“ und übernahm damit die Führung in der kombinierten Einzelwertung aus Dressur, Marathon und Kegelfahren.

Favoriten eng beieinander

Den besten deutschen Viererzug lenkte Mareike Harm auf Platz sechs, gefolgt von Georg von Stein auf dem achten Platz und dem dritten deutschen Teamfahrer Michael Brauchle auf Rang 19. Das reichte in der Nationenpreis-Wertung nach dem ersten Wettbewerb für Platz zwei (94,68 Punkte) hinter den Niederlanden (88,49) und vor Frankreich (95,68) sowie Belgien (96,57). Zwischen Silber und Platz vier bahnt sich damit eine ganz enge Entscheidung an.

„Eine Medaille im Nationenpreis wäre klasse“, sagte Georg von Stein, den Bundestrainer Karl-Heinz Geiger für die Gesamtwertung als stärksten Fahrer sieht: „Georg von Stein ist unser Joker, weil er in allen Disziplinen gut unterwegs ist.“ Auch mit Mareike Harms Präsentation im Viereck zeigte sich Geiger sehr einverstanden: „Sie ist zurzeit in der Dressur top, gehört aber auch zu den besten Hindernisfahrern und kann viel zur Teamwertung beitragen.“

Bleibt Michael Brauchle. Geiger: „Von ihm erhoffe ich mir ein gutes Ergebnis im Marathon, obwohl er durch ein Ersatzpferd im Gespann etwas gehandicapt ist. Aber er ist dort greiftechnisch unser bester Mann.“

Von Stein sieht sich und die Mannschaft auf einem guten Weg: „Der führt in Richtung Silber“, sagte er lächelnd. „Im Moment läuft in Aachen für uns alles richtig. Auch für mich persönlich. Meine Pferde und ich — wir sind gut unterwegs.“ Seine beiden Stangenpferde hätten sich deutlich verbessert, „die Vorderpferde habe ich vielleicht einen Tick zu viel vorbereitet“, sagte von Stein auch.

Und: „Der Grat zwischen Sieg und Niederlage ist schmal.“ Eines belegt der Auftritt aber: Auch ohne Christoph Sandmann funktioniert das Team. Sandmann fuhr am Donnerstag mit seinem zweiten Gespann auf Platz elf, Tochter Anna belegte Rang 14.

(wp)
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